Titelaufnahme

Titel
Bildung und die Widersprüche des Rationalismus in der Perspektive der Philosophie Jean Gebsers / vorgelegt von Joachim Gruber
Verfasser/ VerfasserinGruber, Joachim
Begutachter / BegutachterinSorgo Gabriele
Erschienen2012
Umfang190 Bl. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl.
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Gebser, Jean / Bildung / Gebser, Jean / Bildung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37785 Persistent Identifier (URN)
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Bildung und die Widersprüche des Rationalismus in der Perspektive der Philosophie Jean Gebsers [1.27 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bildung ist nicht nur wesentliches Konzept der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, sondern fungiert in verschiedenen wissenschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Diskursen als funktionale Formel, die verspricht, individuelle wie gesellschaftliche Defizite oder Problemlagen mildern oder gar beseitigen zu können. Gleichsam ist Bildung ? da sie von je verschiedene Interessen ausdrückenden Instanzen spezifisch konnotiert wird ? mithin Widersprüchen ausgesetzt bzw. von solchen gezeichnet. In der vorliegenden Arbeit werden entsprechende Widersprüche sowohl in ihrer historischen Genese wie in ihrer gegenwärtigen Façon aufgezeigt und kritisch reflektiert, wobei sie als Ausdruck vornehmlich rationalistisch fundierter Denk-, Wahrnehmungs- bzw. Handlungsweisen aufgefasst werden. Als Reflexionsfolie hierfür dient die Kultur- bzw. Bewusstseinsphänomenologie Jean Gebsers. Dieser weist in einem originären, aber in der Bildungswissenschaft kaum aufgegriffenen Werk nicht nur auf, dass der Mensch von unterschiedlichen Bewusstseinspotenzialitäten konstituiert ist, sondern dass wir dem Durchbrechen eines intensivierten Bewusstseins anteilig sind; dieses bezeichnet Gebser als integrales Bewusstsein. In integraler Bewusstheit wird sich der Mensch aller in ihm wirkenden Bewusstseinsstrukturen gewahr ? er nimmt sich als ganzer Mensch wahr. Anhand prägnanter, sich am Rationalismus kontrastierender, Charakteristika des integralen Bewusstseins werden ferner Perspektiven entworfen, in denen die Ambivalenzen von Bildung transparent werden. Dadurch können lernenden Menschen Freiräume ersichtlich werden, in denen sie sich bilden und etwaig an sie gerichtete Widersprüche reflektieren können. Ziel der Masterarbeit ist es, anhand der Philosophie Gebsers ein integrales Bildungsverständnis zu skizzieren; dieses ist besonders von intensivierten Bezogenheiten zu sich selbst, zu anderen und zur Welt sowie von einem Verständnis der Zeit als qualitatives Momentum im Bildungsprozess, gekennzeichnet.

Zusammenfassung (Englisch)

The german notion 'Bildung' respectively education is not only an essential concept of the educational science, but also acts in various academic and sociopolitical discourses as a functional formular, which promises to reduce or to eliminate individual and social deficits or problems. Equally, education is ? as it is connoted by instances, which express different interests ? exposed to, respectively marked by specific contradictions. In this masterthesis, corresponding contradictions are shown and reflected in their historical genesis and in their present conditions, and they are unterstood mainly as an expression of rational thinking, perception and behaviour.The basis for this reflections is the phenomenology of culture respectively of consciousness, by Jean Gebser. In an original ? but in the educational science hardly becomed established ? work, he shows not only that man is constituted by different potentials of consciousness, but also that we participate in an intensified consciousness; he calls it the integral consciousness. As integral-conscious, man is aware of all effective structures of consciousness ? he is able to notice himself as a whole human being. By concise and a contrast to rationalism forming characteristic features of the integral consciousness, points of view are outlined, from which the ambivalences become transparent, in which education is involved. That way, learners are able to recognize scopes for development to educate themselves and to reflect on contradictions, which may be directed at them. According to that, the aim of the masterthesis is to outline an integral understanding of education, based on the philosophy by Gebser. This is particularly characterized by intensified relations to oneself, to others and to the world, as well as by a qualitative understanding of time in educational processes.