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Title
" Wir sind Weltmeister" - Konstruktion zweier Gedächtnisorte : zur medialen Reproduktion der "Fußball-Wunder" von 1966 und 1978 und deren Einfluss auf das kollektive Gedächtnis / Daniela Fürstauer
AuthorFürstauer, Daniela
CensorKuzmics Helmut
Published2012
Description127 Bl. : 2 Zsfassungen ; graph. Darst.
Institutional NoteGraz, Univ., Masterarb., 2012
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeMaster Thesis
Keywords (GND)Österreich / Berufsfußball / Geschichte 1966-1978 / Kollektives Gedächtnis / Österreich / Berufsfußball / Geschichte 1966-1978 / Kollektives Gedächtnis / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37543 Persistent Identifier (URN)
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" Wir sind Weltmeister" - Konstruktion zweier Gedächtnisorte [2.48 mb]
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Abstract (German)

AbstractDie vorliegende Masterarbeit war der primären Fragestellung geschuldet, inwiefern mediale Berichterstattung zur Bildung und Reproduktion eines kollektiven Gedächtnisses beitragen kann. Als Untersuchungseinheit wurden hierfür Ereignisse aus dem Fußballsport gewählt, und diese diskursanalytisch untersucht. Das WM-Finalspiel zwischen England und Deutschland 1966 in Wembley wie auch das legendäre Aufeinandertreffen Österreichs gegen Deutschland 1978 in Còrdoba boten dazu den geeigneten Ausgangspunkt. In weiterer Folge stellte sich demnach auch die Frage, ob Córdoba und Wembley bereits zu sogenannten ?kollektiven Gedächtnisorten? im Sinne Jan Assmanns avanciert waren. Zu diesem Zweck wurden insgesamt fünf Tageszeitungen ausgewählt (Kronen Zeitung, Presse, Bild, Daily Express, Manchester Guardian), von denen 529 Artikel im Sinne einer Diskursanalyse nach Siegfried Jäger und in Hinblick auf nationale Charakteristika untersucht wurden. Eingebettet in den theoretischen Rahmen, der durch die Gedächtnistheorie Assmanns und den ?imagined communities?-Konzept nach Benedict Anderson und der Emotionssoziologie Thomas J. Scheffs gebildet wurde, war es möglich, aus den empirischen Ergebnissen einige interessante Schlüsse zu ziehen. Es konnte gezeigt werden, dass die Ereignisse von Wembley wie auch Córdoba von den Medien immer wieder gerne aufgegriffen werden und somit auch zu einer Stabilisierung des kollektiven Gedächtnisses beitragen. Zudem war ein deutlicher Unterschied zwischen der Art und Weise der medialen Berichterstattung von Qualitätszeitungen und Boulevardzeitungen zu bemerken. Inwiefern Wir-Gefühle bzw. Zusammengehörigkeitsgefühle im Fußball auch auf nationale Zugehörigkeitsgefühle referenzieren, konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Es ließ sich jedoch feststellen, dass nicht auszuschließen ist, dass bestimmte Ereignisse im Fußball, die über einen hohen emotionalen Nährwert verfügen, auch über Chiffren auf nationaler Ebene verfügen.

Abstract (English)

AbstractThe given paper is based on the primary question, to what extent reporting in media contributes to the formation and reproduction of collective memory. Football incidents were chosen as unit of analysis and examined by way of a discourse analytical approach. A suitable starting point was found in the final game between England-Germany in 1966 (Wembley) and in the legendary meeting Austria-Germany in Cordoba in 1978. Consequently the question arose, whether Cordoba and Wembley already have advanced to "places of collective memory" as defined by Jan Assmann. So five daily newspapers were selected (Kronen Zeitung, Presse, BILD, Daily Express, Manchester Guardian), containing 529 articles of relevance which have been examined following discourse analysis after Siegfried Jaeger, looking out for national characteristics. Based on a conceptual framework built by Assmanns memory theory, the concept of "imagined communities" after Benedict Anderson, and Thomas J. Scheff's sociology of emotions, the empirical resultsyielded some interesting conclusions. It could be demonstrated, that media come back to the events of Wembley and Cordoba every once in a while, thus contributing to a stabilization of collective memory. In addition, quality press and tabloids showed noticeable differences in the way media reports were dealing with these events. To what extent feeling of community (Wir-Gefuehl) respectively team feeling refer to a national sense of belonging in football could not be settled indisputable. Nonetheless could be ascertained with high probability, that certain football events provided with significant emotional 'nutritional value' correspond with codes on a national level.