Titelaufnahme

Titel
Die Strategie der Europäischen Union zur Integration der Roma : eine Untersuchung der Maßnahmen und deren Umsetzung auf gemeinschaftlicher und nationaler Ebene / von Jasmin Carina Moser
Verfasser/ VerfasserinMoser, Jasmin Carina
Begutachter / BegutachterinBenedek Wolfgang
Erschienen2012
Umfang192 Bl. : 2 Zsfassungen ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Europäische Union / Rom / Integration / Europäische Union / Rom / Integration / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37403 Persistent Identifier (URN)
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Die Strategie der Europäischen Union zur Integration der Roma [1.74 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Roma stellen mit zehn bis zwölf Mio. Angehörigen die größte ethnische Minderheit in Europa dar. Seit dem 15. Jh. sind sie Opfer von Segregation und Diskriminierung; sie wurden zwangsassimiliert, verfolgt, vertrieben und getötet. Auch heute ist Antiziganismus noch weit verbreitet. Zu den alltäglichen Diskriminierungen, die auf Vorurteilen, Stereotypen und Stigmatisierung beruhen, kommt, dass sie sehr häufig von Armut betroffen sind. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine ethnische, sondern auch eine soziale Minderheit darstellen. Der Minderheitenschutz allein reicht daher zu einer Verbesserung ihrer Lage nicht aus. Die EU beschäftigt sich v.a. seit der Osterweiterung mit der Roma-Thematik. Zwar ist der Minderheitenschutz Teil der Kopenhager Kriterien, doch wurde verabsäumt, die Integration der Roma zu einer unabdingbaren Beitrittsvoraussetzung zu machen. Zusätzlich verfügt die EU nicht über die nötigen Kompetenzen, für die Mitgliedsstaaten (MS) rechtlich bindende Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Roma zu erlassen, weshalb sie auf die Entwicklung politischer Strategien beschränkt bleibt. Zu diesen zählen Finanzierungsinstrumente, die Organisation von bzw. Teilnahme an europäischen Foren und der EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma, der Mindeststandards für den künftigen Umgang mit Roma in den MS enthält. Aufgrund der mangelnden Verbindlichkeit obliegt es den MS, diese Maßnahmen umzusetzen. Dies wird anhand von Österreich und der Slowakei untersucht. Bis auf die Vorgaben zur Antidiskriminierung erfolgt die Umsetzung jeweils unterschiedlich. In Österreich fehlt es an einer strategischen Ausrichtung der Maßnahmen; es finden sich nur deskriptive Status Quo-Darstellungen. Als gewöhnliche Minderheit wird den Roma auch kein besonderer Schutz zuteil. In der Slowakei, wo die Probleme der Roma viel akuter sind, mangelt es hingegen nicht an Strategien, sondern an deren Umsetzung. Fehlender Wille auf lokaler Ebene stellt dabei die größte Hürde dar.

Zusammenfassung (Englisch)

With an estimated population of ten to twelve million, Roma people are the biggest ethnic minority in Europe. Since the 15th century, they have been victims of segregation and discrimination; have been assimilated, haunted, banished or killed. Today, Antiziganism is still widely spread. In addition to the daily discriminations against Roma based on stereotypes, prejudice and stigmatization, they are very often affected by poverty. This means that they constitute not only an ethnic, but also a social minority. The minority protection system alone is thus not sufficient for improving their situation. The EU has been dealing with Roma issues especially since the Eastern enlargement process. Although minority protection is part of the Copenhagen Criteria, the EU failed to make the Roma integration a condition sine qua non for accession. Moreover, the EU does not dispose of the necessary competences to pass rules of law for the improvement of the situation of the Roma which the member states are legally obliged to implement. That?s why the EU is limited to the development of political strategies, e.g. financial instruments, the foundation of or participation in European forums and the EU Framework for National Roma Strategies which stipulates minimum standards for national approaches in Roma issues. Due to the lack of binding force, it is the member states? task to implement these measures. Austria and the Slovak Republic were used as examples for this analysis. Except for the antidiscrimination rules, the two countries have chosen different implementation approaches. In Austria, a strategic alignment is missing as there are only status quo descriptions available. Considered as an ordinary minority, the Roma are not provided with special protection. In Slovakia, however, where the problems of Roma are more apparent, not the strategies are lacking, but their implementation in practice. The deficient will on the local level constitutes the biggest obstacle in this regard.