Titelaufnahme

Titel
Der Umgang der habsburgischen Behörden mit dem orthodoxen Kirchenkalender in Siebenbürgen im 18. Jahrhundert / vorgelegt on Cătălin Florin Soare
Verfasser/ VerfasserinSoare, Cătălin Florin
Begutachter / BegutachterinHeppner Harald
Erschienen2012
Umfang99 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Siebenbürgen / Orthodoxe Kirche / Kalender / Geschichte 1700-1800 / Siebenbürgen / Orthodoxe Kirche / Kalender / Geschichte 1700-1800 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37394 Persistent Identifier (URN)
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Der Umgang der habsburgischen Behörden mit dem orthodoxen Kirchenkalender in Siebenbürgen im 18. Jahrhundert [1.37 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Siebenbürgen war stets ein Begegnungspunkt zwischen verschiedenen Kulturen und unterlag vielen fremden Einflüssen politischer und kultureller Natur. Im Mittelalter war es Teil des Königreichs Ungarn, in der frühen Moderne des osmanischen Reichs und später des Habsburgerreichs. Seit es in Siebenbürgen eine rumänische Bevölkerung gibt, war diese christlich, da die Rumänen bei ihrer Volkwerdung bereits christianisiert waren. Seit dem Mittelalter lebten in Siebenbürgen die Volksgruppen der Rumänen, Ungarn, Szekler und Sachsen. Die Rumänen waren orthodox, die anderen Volksgruppen hingegen katholisch, protestantisch oder unitarisch. Der orthodoxe Kirchenkalender mit seinem Zyklus von Festen und geheiligten Zeiten und Arbeitszeiten bestimmte das ganze Leben der ländlichen Bevölkerung in dessen ökonomischen, religiösen und kulturellen Aspekten. Als im Rahmen des aufgeklärten Absolutismus die österreichische Regierung das Leben der Bevölkerung effektiver hinsichtlich der ökonomischen Leistung machen wollte, meinte sie, den Kalender ändern zu müssen, mit dem Ziel, durch die Abschaffung bestimmter Feiertage mehr Zeit für die Arbeit zu gewinnen. Dieser Schritt der Kalenderreform stellte jedoch einen empfindlichen Eingriff in die gewachsenen Lebensformen der Bevölkerung dar und stieß deshalb auf dementsprechend Widerstand derselben, da dadurch die gesamte jahrhundertealte religiöse und kulturelle Tradition des Volkes gefährdet schien. Obwohl die Regierung unter Kaiser Joseph II. für die Kalenderreform die Unterstützung der orthodoxen und der griechisch-katholischen Hierarchie gewann, wurde sie vom niedrigen Klerus, der mit der konkreten Umsetzung der Kalenderreform beauftragt war, nur teilweise angewandt. So war der Erfolg der Reform des orthodoxen Kalenders in Siebenbürgen nur begrenzt und es gelang der dortigen rumänischen Bevölkerung ihr religiöses und kulturelles Erbe und somit ihre Identität zu bewahren.

Zusammenfassung (Englisch)

Transylvania had always been a crossroad for different cultures and was subjected to many foreign political and cultural influences. In the Middle Ages it formed part of the Kingdom of Hungary, in the early modern times of the Ottoman Empire, later on of the Habsburg Empire.The Romanian population in Transylvania belonged already to the Eastern Orthodox Church when the Romanians gained a national identity. In the middle ages in Transylvania the ethnic groups of Romanians, Hungarians, Szeklers and Saxons were already settled. Since the early modern times the Romanians retained their orthodox religion, while the others where Roman Catholic, Protestant or Unitarian. In the case of the Romanians Orthodox, faith and national identity were closely tied together. For the Romanian Orthodox the church calendar regulated both the working life and the time of celebration (holidays), the whole life, in its economic, cultural and religious aspects according to the mythical frame given by the calendar and the religious traditions regulated by it. When in the time of enlightenment the Austrian government tried to make the life of the population more efficient in terms of economic output, it opted to change the calendar, reducing the number of holidays in order to gain more time for work and so to increase the productivity. Although the Austrian government under emperor Joseph II gained the support of both the Orthodox and the Uniate prelates for the calendar reform, its success was only partial, because it had to be enacted by the local clergy, which was often reluctant to enact the reforms, continuing to celebrate the old holidays abolished by the government. So the long term success of the reforms concerning the calendar was only partial and the Romanian people in Transylvania managed despite heavy pressure to conform to the needs of the modern time, to preserve its national, religious and cultural identity.