Titelaufnahme

Titel
Villa und Landschaft : römische Villen- und Landschaftsdarstellungen auf Wandmalereien, Reliefs und Mosaiken / vorgelegt von Josef Freiberger
Verfasser/ VerfasserinFreiberger, Josef
Begutachter / BegutachterinPochmarski Erwin
Erschienen[2012]
Umfang137 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch ; Englisch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Landschaft <Motiv> / Villa <Motiv> / Wandmalerei / Römerzeit / Landschaft <Motiv> / Villa <Motiv> / Wandmalerei / Römerzeit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37268 Persistent Identifier (URN)
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Villa und Landschaft [12.33 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Sakral-idyllische Landschaften mit Villen im Hintergrund treten in der römischen Wandmalerei erstmals im 2. pompejanischen Stil auf. Auf manchen dieser Landschaften sind Villen im Hintergrund abgebildet. Vom Beginn des 3. Stils sind einige Wandmalereien mit Landschaften und Villen im Hintergrund aus den Villen von Farnesina in Rom und Boscotrecase erhalten. M. Rostowzew beschrieb bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts "Villenlandschaften" auf Wandbildern und Mosaiken, ausgehend von den vier kleinen Bildern im Tablinum des Hauses des Marcus Lucretius Fronto in Pompeji. Die Villenlandschaften weisen als gemeinsame Merkmale die Portikus an der Vorderfront, die Anlage auf einem Podium, die Lage auf Hängen oder an einem Gewässer und als auffallend häufiges Detail neben den Menschen- und Tierdarstellungen die Bogenbrücke auf. Wie bei den archäologisch erforschten, realen Villen der Späten Republik und der Kaiserzeit spielt die Lage mit der Einbettung in eine natürliche oder künstlich geschaffene Natur eine große Rolle. Wichtig bei der Anlage der oft zweigeschoßigen und mit Türmchen versehenen Villen war die Möglichkeit des schönen Ausblicks (prospectus) für die Villenbesitzer und seine Gäste. Die meisten Wandbilder mit Villenlandschaften stammen aus Kampanien (Pompeji, Herculaneum, Stabiae, Boscoreale, Boscotrecase) oder aus Latium (Rom und Umgebung). Als Besonderheit sind die monochrom gehaltenen Bilder und die Bildfriese zu erwähnen. Aus der Villa von Farnesina stammen einige sehr detailgenaue sakro-idyllische Landschaften in Form von Stuckreliefs. Inwieweit die Darstellungen der Villen auf den Fresken der Wände in Italien und den römischen Provinzen sowie den Reliefs und den Mosaiken mit dem Aussehen der realen Villen der römischen Aristokratie übereinstimmen, lässt sich nur schwer feststellen. Die Künstler haben auf jeden Fall real existierende Villen ihrer Zeit als Vorbilder für ihre Werke herangezogen und diese den Wünschen des Auftraggebers entsprechend gestaltet. Nur wenige Namen der römischen Maler sind bekannt. Die Nennung eines Malers mit dem Namen Studius oder Ludius durch Plinius weist auf die Bedeutung dieses Künstlers als Pionier der Villen- und Landschaftsbilder hin. Aus den römischen Provinzen ist die 1944 geborgene "Treverer villa rustica" von Bedeutung. Das aus restaurierten Malereifragmenten bestehende Bild ist im Rheinischen Landesmuseum von Trier ausgestellt Mosaiken mit Villendarstellungen sind ebenfalls aus Rom, Venedig, Pompeji, Sizilien und den nordafrikanischen Provinzen bekannt. Die meisten dieser Mosaiken stammen aus dem 2. bis 4. Jh. n. Chr. Zahlreiche Villendarstellungen auf Mosaiken sind im Bardo-Museum von Tunis zu finden. Von diesen beschrieb M. Rostowzew bereits im Jahr 1904 die Mosaiken mit Villendarstellungen aus dem antiken Thabraca. In vier Räumen der sizilianischen Villa von Piazza Armerina finden sich sehr gut erhaltene Fußbodenmosaiken. Im "Saal der fischenden Liebesgötter", im "Wandelgang der großen Jagd" und im "Halbrunden Atrium" sind langgestreckte villae maritimae mit langen Portiken am Meer zu sehen. Im Unterschied dazu besteht die in der "Vorhalle zur Weinkelterei" dargestellte Villa aus zwei Seitenflügeln und einer Portikus.

Zusammenfassung (Englisch)

Landscapes on wall paintings first appeared in the Second Style e.g. in the Boscoreale and Oplontis villas. On some of the sacro-idyllic landscapes of that period villas are shown in the background. At the beginning of the Third Style the landscapes from the Farensina and Boscotrecase villas also show wonderful landscapes with some villas. M. Rostowzew was the first who examined villas on paintings. In his study in 1904 he described villas on wall paintings and on some mosaics. especially the four small paintings with villas from the tablinum of the House of Marcus Lucretius Fronto in Pompeji and two villa landscapes in the Museo Nazionale di Napoli (MN 9406). The main motif of the villa landscape are portico buildings. The villas are often placed near the sea (villae maritimae) and they are placed on a podium. The view (prospectus) from the villa seems to be very important for the owners, so the villas are often built on hillsides or mountainsides. Villas are also often surroundes by gardens or parks. I have found another characteristic of many landscape paintings: the arch bridge. The people on villa landscapes are walking, some are carrying things, some are fishing, some are sitting in boats. Most villa landscapes come from Campania (Pompeji, Herculaneum, Stabiae, Boscoreale, Boscotrecase), many of them can be seen in the Museo Nazionale di Napoli. Other pictures are preserved in Latium, especially in and around Rome. Sometimes the villa landscapes are painted as friezes (like in the Casa di Citarista) or as monochrome pictures. In the Farnesina villa some wonderful reliefs with sacro-idyllic landscapes. In one passage of Latin literature a painter is mentioned: Pliny writes about the Augustean Painter Studius who first painted villas in Italy Villa landscapes on wall paintings in Italy disappear by the end of the first century AD. From the Roman provinces only a few paintings with villas on them are preserved. The villa rustica from Treves in Germany from the first half of the second century AD was found in 1944, restored and exhibited in the museum of Treves ("Landesmuseum Trier"). Wonderful villas are pictured on mosaics in Sicily and Northern Africa. M Rostowzew describes some villas on mosaics from Africa in 1904. He didn't know the large floor mosaics from Piazza Armerina in Sicily with wide villa pictures in the background of mosaics in four rooms.