Titelaufnahme

Titel
Soziale Gruppen und Geschlechterbeziehungen in Heinrich Wittenwilers "Ring" / vorgelegt von Claudia Punz
Verfasser/ VerfasserinPunz, Claudia
Begutachter / BegutachterinSonnleitner Käthe
Erschienen2012
Umfang135 Bl. : 2 Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Wittenwiler, Heinrich <Der Ring> / Soziale Klasse <Motiv> / Geschlechterverhältnis <Motiv> / Wittenwiler, Heinrich <Der Ring> / Soziale Klasse <Motiv> / Geschlechterverhältnis <Motiv> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37187 Persistent Identifier (URN)
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Soziale Gruppen und Geschlechterbeziehungen in Heinrich Wittenwilers "Ring" [0.75 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Soziale Gruppen und Geschlechterbeziehungen in Heinrich Wittenwilers ?Ring?Wittenwilers Werk Der Ring entstand wahrscheinlich um 1410, es handelt sich dabei um eine Gesellschaftsparodie, die jeden sozialen Stand sowie beide Geschlechter kritisiert und ironisiert. Adelige Tugenden werden vom Autor zwar als bedeutsam angesehen, aber er kritisiert die Vorstellungen der höfischen Kultur von der perfekten Frauenschönheit. Besonders skeptisch steht er der Geistlichkeit gegenüber, während kirchliche Lehren für ihn wichtig sind. Handwerk und Handel betrachtet Wittenwiler als positive Berufe, sie kommen allerdings kaum vor. Die Kritik an den Bürgern trifft stellvertretend die Bauern. Selbst wenn er zwischen hart arbeitenden Bauern und seinen ?gpauren? unterscheidet, überwiegt doch das für Fastnachtsspiele typische Bild des tölpelhaften Bauern. Wittenwiler lehnt Standesüberschreitungen zwar ab, relativiert dies aber dadurch, dass er an allen Menschen allgemeine Schwächen hervorhebt, unabhängig von der Standeszugehörigkeit. In der Darstellung der Randgruppen fällt dies besonders auf, da diese nicht so abwertend geschildert werden wie in den Fastnachtsspielen. Wittenwiler greift zwar einige Vorurteile auf, aber keine der Gruppen erscheint tatsächlich als tabuisiert. Jede der vorkommenden Personen, ob reich oder arm, gebildet oder dumm, Mann oder Frau, Adeliger oder Bauer, erweist sich früher oder später als Narr. In der Darstellung der Geschlechter ist ein ähnlich differenziertes Bild vorhanden. Wittenwiler wird häufig eine typisch konservative, misogyne Frauensicht unterstellt. Dies ist allerdings nicht ernst zu nehmen, denn er gibt den Frauen in der Ehedebatte die Möglichkeit, sich selbst zu verteidigen, was in der damaligen Literatur nicht üblich ist. Es tauchen zwar die typischen Vorurteile gegen Frauen auf, aber dadurch, dass die Frauen den Männern wortgewandt und klug widersprechen erfolgt die Männerkritik intensiver als in anderen Werken dieser Zeit.

Zusammenfassung (Englisch)

Social groups and relations of the sexes in ?Der Ring? by Heinrich WittenwilerWittenwiler wrote Der Ring probably about 1410. It is a society parody, in which every social class and both sexes are criticized and treated ironically. Although aristocratical virtues are important for the author, he criticizes the imaginations of the court about the perfect beauty of women. He is especially sceptical about clergymen though ecclesiastical rules are significant for him. Handicraft and trade are considered as favourable professions by Wittenwiler, but they hardly appear in this work. His criticism of the citizens hits the peasants. Even if he differentiates between hard working peasants and his ?gpauren?, the characteristical image of the bearish peasant from the Fastnachtsspiel predominates. Wittenwiler disapproves of the crossing of social classes but he relativizes that by emphasizing general failings of all human beings, impartial of their social affiliation. This is particularly prominent in the portrayal of fringe groups which are characterized in a less pejorative way as in the Fastnachtsspiele. Wittenwiler uses some prejudices, but no group is really taboo. Each person, whether rich or poor, clever or dumb, male or female, nobleman or peasant, sooner or later turns out to be a fool.The representation of the sexes is similarly differentiated. Wittenwiler is often accused of portraying a conservative and misogynic view of women. However, this assumption has to be dismissed as in the discussion about marriage women have the opportunity to defend themselves which is not common in the literature of this time. The typical prejudices about women arise but the women in the poem disagree eloquently and cleverly with the men, hence the criticism on men is more intensive than in other works of the time.