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Title
Berliner Romanze à la française : eine Übersetzungsanalyse von Manfred Bielers Maria Morzeck zwischen Verfremdung und Akkulturation / vorgelegt von Karin Humer
AuthorHumer, Karin
CensorKaindl Klaus
Published2012
Description120 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Annotation
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Bieler, Manfred <Maria Morzeck oder das Kaninchen bin ich> / Übersetzung / Französisch / Bieler, Manfred <Maria Morzeck oder das Kaninchen bin ich> / Übersetzung / Französisch / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37115 Persistent Identifier (URN)
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Berliner Romanze à la française [0.67 mb]
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Abstract (German)

Bei einer Übersetzung handelt es sich ganz allgemein um einen Text, der ursprünglich in einer fremden Sprache geschrieben wurde und damit zumeist auch aus einer fremden Kultur stammt. Wie viel von dieser ursprünglichen Fremdheit in einer Übersetzung mitschwingt, ist von zahlreichen Faktoren abhängig und kann letztlich auch von ÜbersetzerInnen selbst beeinflusst werden. Im Hinblick darauf wurde in der vorliegenden Arbeit das Thema ?Fremdheit in der Übersetzung? von mehreren Seiten beleuchtet. Beginnend mit einer Gegenüberstellung einiger wichtiger translationswissenschaftlicher Beiträge zu verfremdendem Übersetzen wurden auf einer theoretischen Grundlage Argumente für und wider eine Verfremdung präsentiert. Eine weitere Frage beschäftigt sich mit der textuellen Verankerung von Fremdheit in Übersetzungen. Zu diesem Zweck wurden die textuellen Kulturreferenzen Realien, Eigennamen, Metaphern, Sprachvarietäten und Alltagshandlungen auf unterschiedliche Übersetzungsstrategien hin untersucht und dabei festgestellt, dass eine Verfremdung generell auf Übernahmen, etwa als Fremd- und Lehnwörter, zurückgeht, eine Akkulturation dagegen eines umfassenden Eingreifens im Sinne einer Adaptierung bedarf. Im praktischen Teil der Arbeit wurde der DDR-Roman Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin ich und seine französische Übersetzung im Hinblick auf Venutis Gegensatzpaar foreignization und domestication analysiert, wobei als Parameter die vorab erörterten Kulturreferenzen dienten. Das Ergebnis der Analyse bestätigte die Hypothese, dass romaninhärente Kultursignale großteils verfremdend übersetzt wurden, was gleichzeitig mit der Erwartungshaltung französischer LeserInnen korrespondierte und eine sich in den Rezensionen von Ausgangs- und Zieltext abzeichnende inhaltliche Verschiebung untermauerte. So liegt im Original der Fokus etwa auf der Liebesgeschichte, während in der Übersetzung der soziopolitische Rahmen des Romans stärker hervorgehoben wird.

Abstract (English)

A translated text can generally be described as a text which has originally been written in a foreign language and which is usually based on a foreign culture. The degree of foreignness in a translation depends on various factors and can be influenced by translators. Taking this fact into account the present thesis analyses ?foreignness in translation?. In the first section of the thesis several important scientific publications about foreignising translation are discussed and arguments for and against foreignising are presented. Different textual manifestations of foreignness in translations are also discussed. Some cultural references such as culture-specific items, proper names, metaphors, linguistic varieties and daily routines have been analysed in terms of different translation strategies. The results showed that foreignisation is generally achieved by procedures of transference like the use of foreign and loan words, whereas domestication is mainly achieved by cultural adaptation where the text is extensively manipulated by the translator. In the second part of the thesis the GDR novel Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin ich and its French translation have been analysed on the basis of Venuti?s oppositional terms foreignization and domestication. The cultural references discussed in the first section of the thesis figure as criteria for the analysis. The assumption that most of the cultural references presented in the novel were foreignised has been proven. The results of the analysis also corresponded with the expectations of French readership. The reception of the source and the target text by the corresponding readership has been different which is supported by the results of the comparison of source and target text reviews. The original focusses on the novel?s love story whereas the translation highlights the socio-political environment in which the novel is placed.