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Title
Die vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme während aufrechter Ehe gemäß § 92 Abs 2 ABGB / von Christine Kirchmaier
AuthorKirchmaier, Christine
CensorFerrari Susanne
Published2012
DescriptionVI, 69 Bl. : Zsfassung
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Österreich / Ehe / Wohnungswechsel / Privatrecht / Österreich / Ehe / Wohnungswechsel / Privatrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-37014 Persistent Identifier (URN)
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Die vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme während aufrechter Ehe gemäß § 92 Abs 2 ABGB [0.34 mb]
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Abstract (German)

Die vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme während aufrechter EheDie Pflicht zum gemeinsamen Wohnen während aufrechter Ehe ist eine dispositive Ehepflicht, über welche die Ehegatten einvernehmlich verfügen können. Darüber hinaus normiert § 92 ABGB Gründe, nach Maßgabe welcher die Ehegatten berechtigt sind, einseitig aus der Ehewohnung auszuziehen. Besonders hervorzuheben ist die vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme während aufrechter Ehe gemäß § 92 Abs 2 ABGB. Dieser Tatbestand setzt sich aus zwei Gruppen von Rechtfertigungsgründen zusammen. Einerseits sind Gründe, welche das Zusammenleben mit dem anderen Ehegatten unzumutbar machen, zu nennen und andererseits wichtige persönliche Gründe, die in der Person des ausziehungswilligen Ehegatten gelegen sind. Dabei handelt es sich vorwiegend um medizinische oder berufsbedingte Gründe. Ist die vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme durch keinen der beiden Rechtfertigungsgründe gedeckt, ist sie unrechtmäßig erfolgt und begründet somit eine schwere Eheverfehlung, welche in einem Scheidungsverfahren oder in einem Unterhaltsverfahren von Relevanz sein kann. Zur Feststellung der Rechtmäßigkeit einer geplanten oder bereits vorgenommenen gesonderten Wohnungsnahme ist in § 92 Abs 3 ABGB ein spezielles Verfahren vorgesehen. Die Entscheidung hat bloß feststellenden Charakter und ist nicht Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit der gesonderten Wohnungsnahme. Die Besonderheit dieses Verfahrens liegt in der präjudiziellen Klärung des Wohnverhaltens der Ehegatten. Eine Entscheidung nach § 92 Abs 3 ABGB hat daher die Funktion einer Vorfrageentscheidung für nachfolgende Eheverfahren und entfaltet gegenüber diesen Verfahren Bindungswirkung.

Abstract (English)

Temporarily seperated Housing during substained Marriage according to § 92 Abs 2 ABGBThe obligation of common housing during sustained marriage is a dispositive obligation of marriage, which the spouses may agree upon. Moreover, § 92 standardises reasons which entitle each of the spouses to move out of the marital housing unilaterally. Temporarily separated housing during sustained marriage in accordance with § 92 Abs 2 ABGB has to be particularly emphasized. These facts consist of two groups of reasons of justification. On the one hand there are reasons, which make co-habitation with the other spouse unacceptable, on the other hand other important personal reasons exist, that are connected with the very spouse who is willing to move out. These are mainly medical or job ? related reasons. If temporarily separated housing is not justified by any of the two reasons it is illegal and represents a serious misconduct, which may become relevant in the case of divorce or maintenance proceedings. In order to verify the legality of planned or already existing separated housing § 92 Abs 3 ABGB suggests a special proceeding. The judgement just represents verification and is not a precondition for the legality of separated housing. This proceeding is of particular interest insofar as it represents a prejudicial clarification of the spouses? housing behaviour. So a judgement in accordance with § 92 Abs 3 ABGB functions as a preliminary question.for later proceedings and has a binding effect on them.