Titelaufnahme

Titel
Rechtskraftdurchbrechung im Abgabenverfahren auf Grund von EuGH-Urteilen / von Louis Kubarth
Verfasser/ VerfasserinKubarth, Louis Valerie
Begutachter / BegutachterinEhrke-Rabel Kerstin Tina
Erschienen2012
Umfang113 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Verwaltungsverfahren / Rechtskraft / Österreich / Verwaltungsverfahren / Rechtskraft / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-35774 Persistent Identifier (URN)
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Rechtskraftdurchbrechung im Abgabenverfahren auf Grund von EuGH-Urteilen [0.74 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Rechtsprechung des EuGH verpflichtet in gewissen Fallkonstellationen nationalen Behörden dazu, Vollzugsakte, die sie in unionsrechtswidriger Weise erlassen haben, zu berichtigen. Dies gilt auch für den Fall, in denen der rechtswidrige Verwaltungsakt schon in Rechtskraft erwachsen ist. Da diesbezüglich kein vereinheitlichtes Unionsrecht besteht, verweist der EuGH zur Berichtigung der Verwaltungsakte regelmäßig auf das nationale Verwaltungsverfahrensrecht.Die österreichische Bundesabgabenordnung (BAO) kennt zahlreiche rechtskraftdurchbrechende Verfahrenstitel, die für eine Berichtigung von rechtskräftigen Abgabenbescheiden, deren Unionsrechtswidrigkeit nachträglich durch ein EuGH-Urteil aufgedeckt wurde, in Frage kämen. Besonderes Augenmerk wird auf die rechtskraftdurchbrechenden Verfahrensinstrumente der Bescheidaufhebung gem § 299 BAO und der Wiederaufnahme gem § 303 BAO gelegt. Neben der Darstellung der allgemeinen Anwendungsvoraussetzungen dieser Verfahrenstitel wird der Frage nachgegangen, wie weit diese überhaupt geeignet sind, nach Rechtskraft eines Bescheides ergangenen EuGH-Urteilen in einem neuerlichen Verfahren zum Durchbruch zu verhelfen. Um das Bild abzurunden, wird einleitend ein umfassender Überblick über die Rechtsprechung des EuGH zu den Prinzipien des Vertrauensschutzes, der Rechtssicherheit und der Rechtsrichtigkeit beim direkten wie beim indirekten Verwaltungsvollzug geliefert.

Zusammenfassung (Englisch)

The ECJ-jurisdiction pledges the national authorities to adjust administrative acts that have been taken in violation of Union law. This also applies when the act in question has acquired the authority of a final decision. Since there does not exist a unified legal basis to this effect, the ECJ regularly refers to the national administrative procedures.The Austrian fiscal procedure act (BAO) provides several instruments that allow an adjustment of enforceable tax assessments after their unlawfulness has been revealed by a subsequent ECJ-judgment.Special attention will be turned to the judicial remedies which stipulate a repeal of legal force, such as the so called revocation of demand notes pursuant to § 299 BAO or the revision of fiscal procedure according to § 303 BAO. First, the general conditions of application of these procedural devices will be described. Then it is necessary to answer the question to what extent those administrative instruments are capable of enforcing ECJ-judgments even in an already final and conclusively closed fiscal procedure.To complete the explanations an extensive synopsis on the jurisdiction of the ECJ concerning the principles of the protection of legitimate expectations, legal certainty and legal correctness will be given.