Titelaufnahme

Titel
Dolmetschen für den Gerichtshof der Europäischen Union : eine qualitative Studie über den Stellenwert juristischer Kenntnisse und entsprechende Vorbereitungsstrategien / vorgelegt von Julia Reisinger
Verfasser/ VerfasserinReisinger, Julia
Begutachter / BegutachterinZhdanova Vladislava
Erschienen2012
Umfang140 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Europäischer Gerichtshof / Dolmetschen / Europäischer Gerichtshof / Dolmetschen / Online-Publikation / Europäischer Gerichtshof / Dolmetscher / Berufsbild / Fachwissen / Europäischer Gerichtshof / Dolmetscher / Berufsbild / Fachwissen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-35620 Persistent Identifier (URN)
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Dolmetschen für den Gerichtshof der Europäischen Union [1.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Bereiche Vorbereitung und Fachwissen beim Dolmetschen für den EUGH näher zu beleuchten. Dazu wird zunächst ein allgemeiner Einblick in das Dolmetschen beim EUGH gegeben, das bisher nur am Rande thematisiert wurde. Die zentralen Fragestellungen setzen sich mit der Vorbereitung, den juristischen Kenntnissen der Dolmetscherinnen und den Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Faktoren auseinander. Der theoretische Teil der Arbeit umfasst einen Überblick über das Arbeitsumfeld ?EUGH? und behandelt relevante Fragen vonseiten der Dolmetschwissenschaft. Der empirische Teil basiert auf fünf Leitfadeninterviews, die mit fest angestellten und freiberuflichen EUGH-Dolmetscherinnen geführt wurden. Das gewonnene Datenmaterial wurde zunächst als Expertinnenwissen genutzt und der Arbeitsalltag der Dolmetscherinnen dargelegt. Die Bereiche Vorbereitung und juristische Kenntnisse wurden sodann in Anlehnung an die Grounded Theory Method analysiert. Das Vorgehen bei der Vorbereitung kann als systematisch beschrieben werden und es konnten verschiedene individuelle sowie kollektive Vorbereitungsstrategien ausgemacht werden. Die Untersuchung bestätigt die Ergebnisse früherer Studien, die den enormen Stellenwert der Vorbereitung hervorheben. Alle Dolmetscherinnen am EUGH verfügen über juristische Kenntnisse, die sie sich formal oder praktisch aneigneten und durch ihre Dolmetschtätigkeit fortwährend aneignen. Der Stellenwert des Fachwissens rangiert nach Meinung der befragten Dolmetscherinnen weit hinter dem Stellenwert der Vorbereitung. Die Analyse ergab, dass die inhaltliche Vorbereitung, die Teil der individuellen Vorbereitung ist, mit der praktischen Aneignung juristischer Kenntnisse gleichzusetzen ist. Umgekehrt konnte festgestellt werden, dass juristische Kenntnisse als intervenierende Bedingung auf die Vorbereitung einwirken und diese hinsichtlich ihres Umfangs und Inhalts beeinflussen.

Zusammenfassung (Englisch)

The purpose of this thesis is to shed light on the importance of preparation and specialised knowledge for interpreters working for the ECJ. For this purpose, a general insight is given into interpreting at the ECJ, which has barely been discussed so far in professional literature. Subsequently, the thesis deals with the preparation and the specialised legal knowledge of interpreters as well as the reciprocity between these two elements. The theoretical foundation for the study comprises an overview of the working environment, thus the ECJ, and highlights relevant questions with respect to interpreting studies. The empiric study consists of five semi-structured interviews with permanent and freelance interpreters working for the ECJ. In order to gain general insight into the field of interpreting for the ECJ, the compiled data served as expert knowledge to describe the day-to-day work of the interpreters. Thereafter, the elements ?preparation? and ?legal knowledge? were analyzed following the Grounded theory method. The study showed that the interpreters act systematically when preparing a hearing and it allowed to identify Individual and collective strategies of preparation. It therefore corroborates the results from prior studies that emphasize the importance of preparation. All of the interpreters possess legal knowledge, which they acquired either formally or practically and extend constantly by working for the ECJ. The interpreters interviewed shared the opinion that specialised knowledge is far less important than preparation. Furthermore, the study revealed that topical preparation as one important element of the individual strategies of preparation is tantamount to the practical acquisition of legal knowledge. On the contrary, legal knowledge could be detected as being an intervening condition, which affects the strategies of preparation particularly with regard to their extent and content.