Titelaufnahme

Titel
Soziale Netzwerke und Stigmatisierungserfahrungen psychisch kranker Menschen / Eva Guggenberger/Bernadette Pirker
Verfasser/ VerfasserinGuggenberger, Eva ; Pirker, Bernadette
Begutachter / BegutachterinHöllinger Franz
Erschienen2012
Umfang216 S. : 2 Zsfassungen
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Psychische Störung / Soziales Netzwerk / Stigmatisierung / Psychische Störung / Soziales Netzwerk / Stigmatisierung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-34664 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Soziale Netzwerke und Stigmatisierungserfahrungen psychisch kranker Menschen [1.27 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Beziehungsformen und der Stigmatisierung im Kontext psychischer Erkrankungen. Aus der Theorie geht hervor, dass das soziale Netzwerk psychisch kranker Individuen reduziert ist und soziale Kontakte in erster Linie zu Familienangehörigen, Gleichbetroffenen und ProfessionistInnen bestehen. Zudem wird auf die Position psychisch beeinträchtigter Menschen in der Gesellschaft und deren Stigmatisierung Bezug genommen. Durch die Abweichung der Betroffenen von gesellschaftlichen Erwartungshaltungen ist die Normalität im Umgang mit psychisch Kranken in allen Lebensbereichen aufgehoben. Somit ist es von besonderem Interesse, welche Besonderheiten sich in den Beziehungen Betroffener zu ihrem sozialen Umfeld ergeben. Außerdem wird analysiert in welcher Form die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen auftritt und welche Bereiche davon betroffen sind. Um sich dieser Thematik anzunähern, wurde vorab eine teilnehmende Beobachtung über mehrere Monate in einer extramuralen Einrichtung gemacht. In weiterer Folge wurden narrative Interviews mit acht KlientInnen der Tagesstruktur, sowie fünf fokussierte Interviews mit den BetreuerInnen geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich durch die Devianz der Betroffenen einerseits spezifische Gegebenheiten hinsichtlich sozialer Kontakte ergeben, andererseits psychisch gesunde Menschen, in der Interaktion mit psychisch Kranken, mit Abwertungen reagieren und diese von gesellschaftlichen Prozessen ausschließen. Dabei ist zentral, dass die Beziehungen in erster Linie durch eine hohe Ambivalenz gekennzeichnet sind und Betroffene von Stigmatisierungserfahrungen im familiären, öffentlichen und wirtschaftlichen Bereich berichten. Ergänzend dazu ist festzuhalten, dass sich psychisch Beeinträchtigte in hohem Maße selbst stigmatisieren und sie ihr Stigma, mittels verschiedener Techniken der Informationskontrolle, managen.

Zusammenfassung (Englisch)

The present work deals with relationships and forms of stigma in the context of mental illness. The theoretical part shows that the social network of mentally ill individuals is reduced and social contacts primarily exist to the family, people who are also mentally ill and professionals. In addition the position of mentally impaired people in society is discussed and different kinds of stigmatization are demonstrated. Because of the deviation of mentally ill persons from societal expectations, normalcy in dealing with the mentally ill is absent in all areas of life. Thus, it is essential, which features arise in the relationships of mentally ill people. Furthermore it is analyzed how the stigmatization of mentally ill people occurs and which areas are affected. To get closer to the subject of investigation the authors have arranged a participant observation for several months, in an extramural facility for mentally handicapped persons. Subsequently narrative interviews were carried out with eight clients of this facility and five focused interviews were performed with five professionals of this institution. The results show, that due to the deviance of mentally ill persons specific conditions exist in social contacts. In addition mentally healthy people react with devaluation in interaction with psychiatric patients and exclude them from social processes. It is crucial that the relationship is primarily characterized by a high ambivalence. Mentally handicapped people are stigmatized in areas of family, publicity and economy. Besides, it should be noted, that mentally ill persons stigmatize themselves and apply various techniques to manage their stigma.