Titelaufnahme

Titel
Minitou : the representation of Native American peoples and cultures in German-language children's books since 2000
Verfasser/ VerfasserinEberhard, Kevin
Begutachter / BegutachterinBalestrini, Nassim Winnie
ErschienenGraz, 2017
Umfang135 Blätter : Zusammenfassungen (2 Blätter) ; Illustrationen
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Kinderliteratur / Deutsch / Indianer <Motiv> / Geschichte 2000-2017
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117973 Persistent Identifier (URN)
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Minitou [2.46 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Ureinwohner Nordamerikas oder „Indianer“ sind ein Teil der deutschsprachigen Kultur, und zwar schon seit vor Karl Mays unglaublich erfolgreichen Geschichten über den fiktionalen Apache Winnetou und seinen Blutsbruder, den deutschen Einwanderer Old Shatterhand. Während Autoren wie Charles Sealsfield und Friedrich Gerstäcker nur in wissenschaftlichen Kreisen bekannt sind, haben Mays Romane und deren Verfilmungen in den 1960ern die Vorstellungen von Indianern bei Millionen von deutschsprachigen Rezipienten beeinflusst. Diese Arbeit versucht herauszufinden, wie die Ureinwohner Nordamerikas und deren Kulturen in aktuellen deutschsprachigen Kinderbüchern dargestellt werden, um zu zeigen, dass der deutschsprachige Kulturkreis diese noch immer als stereotype Indianer begreift. Der erste Teil der Arbeit zeigt, dass die Bilder des guten Indianers (stolz, mutig, nobel) und des bösen Indianers (heimtückisch, blutrünstig, primitiv) von Europäern im 15. und 16. Jahrhundert eingeführt wurden, um die Ureinwohner zu unterwerfen und Zugang zu deren Ressourcen zu bekommen. Die Vereinnahmung und Ausbeutung der Ureinwohner durch weiße Gesellschaften auf der ganzen Welt hält bis heute an, indem (weiße) Europäer und Amerikaner von der Exotik dieser Kulturen profitieren. Der zweite Teil präsentiert die Ergebnisse der Analyse von neun deutschsprachigen Kinderbüchern, die aufzeigt, dass diese Bücher auf allen Ebenen (Titel, Charaktere, Sprache, Illustrationen) von Stereotypen durchdrungen sind, weil diese von deutschsprachigen Autoren ohne kulturelle Expertise oder Autorität geschrieben wurden. Der letzte Teil zeigt, dass englischsprachige Kinderbücher die Ureinwohner als komplexe Individuen darstellen und Stereotype vermeiden. Dieser Vergleich unterstreicht die Mängel, aber auch das Potential der deutschsprachigen Kinderbücher. Diese Arbeit soll darauf aufmerksam machen, dass der deutschsprachige Kulturkreis noch immer von Stereotypen von Mays Indianern geprägt ist.

Zusammenfassung (Englisch)

“Indians,” or “Indianer,” have been present in German popular culture even since before Karl Mays incredibly successful stories about the fictional Apache Indian character Winnetou and his blood brother, the German immigrant Old Shatterhand. While authors such as Charles Sealsfield and Friedrich Gerstäcker are only known in scholarly circles, Mays novels and their film adaptations of the 1960s have formed perceptions of millions of people regarding Native Americans in German-speaking culture ever since. This thesis tries to discover how contemporary German-language childrens books represent Native American peoples and cultures in order to show that German-speaking culture still conceives of Native Americans as stereotyped Indians. The first part of this thesis demonstrates that the images of the good Indian (proud, brave, noble) and the bad Indian (treacherous, bloodthirsty, primitive) were introduced by white Europeans in the 15th and 16th century to subjugate Native Americans and receive access to their vast resources. Even today, authors and directors continue appropriating and exploiting Native American resources by profiting from the exoticism of Native American peoples and cultures. The second part presents the results of the analysis of nine German-language childrens books, which clarifies that Indian stereotypes influence these books on all levels (title, characters, language, and illustrations) because they were written my German-speakers with no cultural expertise and authority. The last part of this paper aims to highlight that the representations of Native Americans in childrens books in the US and Canada represent complex Native American individuals and avoid stereotypes. This comparison underlines the deficiencies, but also the potential, of German-language childrens books. This paper raises awareness to the problematic representations of Native Americans in German-speaking culture, so that the colonial attitude can eventually be overcome.

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