Titelaufnahme

Titel
Erinnerungskulturen in Kärnten Ehrregime im Vergleich: Kärntner Partisanen und die Ulrichsberggemeinschaft
Weitere Titel
Commemorative cultures in Carinthia A comparison of two Honor Regimes: Carinthian partisans and the Ulrichsberggemeinschaft.
Verfasser/ VerfasserinStreit, Eva-Maria
Begutachter / BegutachterinStocker, Karl
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117853 Persistent Identifier (URN)
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Erinnerungskulturen in Kärnten Ehrregime im Vergleich: Kärntner Partisanen und die Ulrichsberggemeinschaft [1.32 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In Kärnten prallen zwei völlig unterschiedliche Erinnerungskulturen in Hinsicht auf den Zweiten Weltkrieg aufeinander. Auf der einen Seite befindet sich die Ulrichsberggemeinschaft. Gegründet, um den gefallenen Soldaten beider Weltkriege, des Kärntner Abwehrkampfes und den glücklichen Heimkehrern zu gedenken, entwickelten sich ihre alljährlichen Feiern immer mehr auch zu einem Treffpunkt für rechtsextreme Gruppierungen. Jahrzehnte lang wurde die Ulrichsberggemeinschaft bei der Ehrung von Soldaten von den Kärntner Bürgern und Politikern unterstützt und bejubelt. Mittlerweile stoßen sie mit ihrem revisionistischen Geschichtsbild allerdings auch bei weiten Teilen der Bevölkerung auf Kritik.Auf der anderen Seite des Erinnerungs-Feldes stehen die slowenischsprachigen Kärntner Partisanen. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges bemühen sie sich um die Richtigstellung ihrer Geschichte. Schon während des Krieges waren sie mit dem Vorwurf konfrontiert, im Krieg gegen die eigene, deutschsprachige Bevölkerung und für einen Anschluss an Jugoslawien gekämpft zu haben. Dass dabei die Befreiung Österreichs vom Faschismus als Motiv fungierte, spielt dabei keine Rolle. Der Ausbau des Persmanhofes zum Museum, der einst blutiger Schauplatz war und die Ermordung einer Partisanenfamilie seitens eines deutschen SS-Polizeiregiments erzählt, war ein Meilenstein in der Erinnerungskultur Kärntens.Die vorliegende Arbeit untersucht die Ehrregime der Ulrichsberggemeinschaft und der Kärntner Partisanen. Dabei werden die zwei Fallbeispiele bestimmten Fragen unterzogen, die dem Konzept des Ehrregimes entstammen und Aufschluss über den erinnerungspolitischen Wechsel in Österreichs südlichstem Bundesland geben. Das Ergebnis lautet: allmählich weicht das von Mythen gestützte, verzerrte Geschichtsbild um die Kriegsvergangenheit der Kärntner wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und macht Platz für neue, kritische Ansichten.

Zusammenfassung (Englisch)

In Carinthia, Austrias southernmost state, two completely different commemorative cultures clash when it comes to World War II. On the one side, there is the Ulrichsberggemeinschaft. The Ulrichsberggemeinschaft association was founded to commemorate the fallen soldiers of the two world wars and the Austro-Slovene conflict of 1918/19, as well as the lucky repatriates. The annual celebrations however more and more also evolved into a meeting of right-wing extremist groups. The association in general has a revisionist conception of history, which among contemporary historians is being considered long-outdated.On the other side there are the Slovenian-speaking Carinthian partisans. Since the end of World War II they have been striving for a rectification of their history. The partisans are facing the accusation of having fought against the German-speaking majority and for the annexation of Carinthia by Yugoslavia during the war. It is deliberately neglected that the main reason for this fight was Austrias liberation from fascism. The transformation of the Persmanhof, a farm where a partisan family was murdered by German SS police force in 1945, into a museum was a milestone for commemorative culture in Carinthia.This thesis investigates the “honor regimes” of the Ulrichsberggemeinschaft and the Carinthian partisans. The two study cases are analyzed according to specific questions which emerge from the concept of honor regimes and reveal indications about the change of memory policy in Austrians southernmost state. The findings show that the biased, myth-based conception of Carinthias war history is slowly giving way to science-based insights and new, critical reflections.