Titelaufnahme

Titel
In Bildern denken : ein Experiment zum Dolmetschprozess von Studierenden der Gebärdensprache / vorgelegt von Bernadette Kaufmann
Verfasser/ VerfasserinKaufmann, Bernadette Johanna
Begutachter / BegutachterinGrbic Nadja
Erschienen2012
UmfangVII, 132 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreichische Gebärdensprache / Dolmetschen / Visualisierung / Österreichische Gebärdensprache / Dolmetschen / Visualisierung / Online-Publikation / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Visuelle Vorstellung / Dolmetschen / Kognitiver Prozess / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Visuelle Vorstellung / Dolmetschen / Kognitiver Prozess / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-34197 Persistent Identifier (URN)
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In Bildern denken [0.92 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In der vorliegenden Arbeit werden die Auswirkungen von Visualisierungsübungen auf den Dolmetschprozess von Studierenden der Gebärdensprache untersucht. Die Arbeit geht von der Annahme aus, dass regelmäßige Übungen, in denen das Visualisieren bzw. In-Bildern-Denken beim Dolmetschen aus dem Deutschen in die Österreichische Gebärdensprache trainiert wird, zur häufigeren Verwendung von constructed actions (CA) anregen und somit zu besser verständlichen Zieltexten führen. Eine CA ist ein gebärdensprachliches Diskurselement, das durch seine realitätsnahe bildhafte Darstellungsfunktion bei korrekter Anwendung zum besseren Verständnis von gebärdensprachlichen Texten dient. Da dieses Thema bisher in der Literatur kaum Beachtung fand, wurden zunächst drei auch in der Didaktik verbreitete dolmetschwissenschaftliche Prozessmodelle dahingehend diskutiert, ob sie das Denken in Bildern berücksichtigen, was bestätigt werden konnte. Nach einem kritischen Überblick über bisherige Literatur zum Thema, der kaum empirische Studien zugrunde liegen, wurde in einem Experiment mit drei studentischen Probandinnen die eingangs genannte Annahme überprüft. Das Experiment bestand aus zwei Testdolmetschungen aus dem Deutschen in die Österreichische Gebärdensprache, wobei in der dreiwöchigen Zeit zwischen den Tests Visualisierungsübungen, die mithilfe von Literatur mit didaktischem Hintergrund erstellt worden waren, mit den Probandinnen durchgeführt wurden. Die Dolmetschungen wurden auf das Vorkommen von CAs untersucht und deren Anzahl ermittelt. Während zwei Probandinnen ihre CA-Anzahl bei der zweiten Testdolmetschung steigerten, setzte eine Probandin weniger ein. Ursachen für das negative Ergebnis wurden laut eigener Angaben auf persönliche Kompetenzen zurückgeführt. Trotz der kleinen Probandinnenzahl kann daher festgehalten werden, dass in dem durchgeführten Experiment Visualisierungsübungen zum verstärkten Einsatz von CAs geführt haben.

Zusammenfassung (Englisch)

The present thesis examines how visualization exercises influence the interpreting process of sign language students. It is based on the assumption that continuous practice, which improves one?s visualization skills during interpreting from German into Austrian Sign Language, leads to an increase of constructed actions (CA) in the target text (TT). Consequently the TT will be better comprehensible. During CA the signer?s body is used to depict the actions and movements of an object ? whether that object is animate or inanimate. When it is performed correctly, signed texts are understood more easily. This topic was hitherto neglected in research, thus the thesis discusses three interpreting process models, which are commonly used in interpreting training. It was shown that these models also consider visualization and thinking in pictures. An overview of relevant literature which lacks empirical research data is followed by an experiment with three students aimed at testing the already named assumption. The experiment consisted of two interpreting tasks from German into Austrian Sign Language. During the three weeks in which the two tests were conducted the students participated in given exercises, which had been planned by the author of the thesis by means of pedagogical literature. In the end, the interpreting performances were examined and the used CAs counted. Two of the three students were able to improve the number of CAs on the second interpreting task, while one student used less CAs. According to the student?s statement the negative result was explained with regards to personal skills. Despite the small subject group it can be stated that the present experiment on visualization exercises lead to an improved use of CAs.