Titelaufnahme

Titel
"VfGH-Erkenntnis vom 16.12.2010 zum "Einspruch wegen Rechtsverletzung" gem. § 106 StPO" / von Georg Wabl
Verfasser/ VerfasserinWabl, Georg
Begutachter / BegutachterinLambauer Heimo
Erschienen2011
Umfang90 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich <Strafprozessordnung> / Österreich / Verfassungsgerichtshof / Rechtsentscheid / Österreich <Strafprozessordnung> / Österreich / Verfassungsgerichtshof / Rechtsentscheid / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-33935 Persistent Identifier (URN)
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"VfGH-Erkenntnis vom 16.12.2010 zum "Einspruch wegen Rechtsverletzung" gem. § 106 StPO" [0.44 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Verfassungsgerichtshof hat in seinem Erkenntnis vom 16.12.2010 G 259/09 mit der Aufhebung der Worte ?oder Kriminalpolizei? in § 106 Abs 1 StPO einem Hauptanliegen der 2008 in Geltung getretenen, neugestalteten Strafprozessordnung den Boden unter den Füßen weggezogen. Ziel des Gesetzgebers war, durch die Reform das komplizierte, vor 2008 geltende Vorverfahren durch ein vereinfachtes Ermittlungsverfahren zu ersetzen und dasselbe unter einen einheitlichen, gerichtlichen Rechtsschutz zu stellen.Dieses Rechtsschutzsystem war der Idee nach ein gewaltenübergreifendes, da es sowohl Handlungen der Kriminalpolizei als Verwaltungs- als auch der Staatsanwaltschaft als Verwaltungs- (oder Gerichts?)behörde unter gerichtliche Kognitionsbefugnis stellte. Aufgrund dieser Gewaltenüberschneidung sieht der VfGH in seinem Erkenntnis hinsichtlich alleine der Kripo zuzuordnender Handlungen eine Verletzung des verfassungsrechtlichen Grundprinzips der Gewaltenteilung nach Art 94 B-VG, das unter anderem ein grundsätzliches Verbot der Überprüfung von Verwaltungsakten durch die ordentlichen Gerichte festlegt. Aus diesen Erwägungen eröffnet der VfGH durch seine Entscheidung für solche Ermittlungshandlungen wieder den Rechtsschutz am Verwaltungswege, indem er sie als ?Akte unmittelbarer Befehls- und Zwangsgewalt? qualifiziert und der Maßnahmenbeschwerde an die UVS nach Art 129a B-VG unterstellt, womit er schlussendlich für einen Rückschritt zu einem wieder uneinheitlichen Rechtsschutz innerhalb des Ermittlungsverfahrens sorgt.Als Grundlage der Recherchen dienen in erster Linie das Gutachten Funk/Öhlinger zur Verfassungsmäßigkeit der Strafprozessreform, das besprochene VfGH-Erk und die Gesetzesmaterialien zur Strafprozessreform 2008. Zur weiteren Untermauerung der getätigten Argumentation und zur Beantwortung der Fragestellungen werden aktuelle Kommentare zu den relevanten Gesetzen, Lehrbücher und wissenschaftliche Auseinandersetzungen in juristischen Zeitschriften herangezogen.

Zusammenfassung (Englisch)

With the abolition of the words "or criminal" in § 106 Abs 1 in its decision dated 12/16/2010 G 259/09 the constitutional court cancelled one of the main concerns of the reform of the law of criminal proceedings in 2008.The aim of the Legislator was to replace the prior, complicated pre-trial investigation with a new, simplified proceeding under the uniform legal protection of jurisdiction.This legal system broke the system of seperation of powers, because acts of the criminal police as an administrative agency and the prosecution as a legal agency should be guaranteed under legal control.Because of this overlap of seperating powers concerning acts of the criminal police the constitutional court finds a violation of the fundamental constitutional principle of seperation of powers in Art 94 B-VG, which includes a general prohibition of the review of administrative acts by the courts.Based on these considerations, the constitutional court rebuilt through his finding the former jurisdiction of the "UVS" for acts of the criminal police as an administrative agency as "acts of direct orders and coercion" after Art 129a B-VG.This was a step back to an again inconsistent legal protection within the preliminary investigation by public prosecution.This diploma thesis is focused on criminal procedural considerations in equal measure than constitutional, political theory and methodological debates and ends in the scientific investigation of concrete academic theses.Basis of the research are the report of Funk / Öhlinger concerning the constitutionality legitimacy of the reform of the law of criminal proceedings in 2008, the investigated finding of the constitutional court, legal materials, legal literature on the current relevant laws, textbooks and scientific arguments used in legal journals.