Titelaufnahme

Titel
Ripikole Spinnengemeinschaften an Renaturierungsstrecken der Oberen Drau in Kärnten / vorgelegt von Tanja Rogatsch
Verfasser/ VerfasserinRogatsch, Tanja
Begutachter / BegutachterinEbermann Ernst
Erschienen2012
Umfang134 Bl. : 2 Zsfassungen ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Obere-Drau-Tal / Kärnten / Spinnen / Obere-Drau-Tal / Kärnten / Spinnen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-33736 Persistent Identifier (URN)
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Ripikole Spinnengemeinschaften an Renaturierungsstrecken der Oberen Drau in Kärnten [9.82 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die im Rahmen eines zoologischen Monitorings erstellte Masterarbeit diente der Erfassung der Spinnen-fauna an renaturierten Flussufern der Oberen Drau in Kärnten. Insgesamt wurden 7 Revitalisierungsflächen und 2 naturnahe Referenzgewässer im Jahr 2010 mittels Hand- und Quadratfang untersucht. Ver-gleichsdaten liegen aus den Jahren 2003 (ÖKOTEAM) und 2006 (BRANDL) vor. Insgesamt wurden 80 Spinnenarten aus 17 Familien nachgewiesen; der Anteil an Rote-Liste-Arten beträgt 41 %. Neben der schwerpunktmäßigen Besammlung von ufernahen, vegetationslosen Schotterbänken an allen Standorten wurde in Kleblach erstmals eine flächendeckende Detailkartierung durchgeführt. Besonderes Augenmerk wurde auf ripikole, also spezialisierte flussuferbewohnende Wolfspinnen gelegt. Immerhin 5 der ursprünglich 7 Vertreter dieser Gilde konnten sich etablieren. Bemerkenswert ist der Nachweis der österreichweit vom Aussterben bedrohten Wolfspinne Arctosa cinerea. Allerdings ist das Lebensraumangebot durch die neu geschaffenen Aufweitungen zeitlich begrenzt, denn eine dynamische Umlagerung der Alluvionen durch Hochwasserereignisse findet nur unzureichend statt. Diese Defizite äußern sich in einer Verfestigung des Substrats, starker Verbuschung (Weidenau) der Pionierstandorte und damit zu schnellen und großflächige Verlusten vegetationsfreier Schotter- und Sandbänke ? und ihrer ripikolen Spinnen-zönosen. Die mittlere Spinnendichte an der Oberen Drau entspricht aktuell nur etwa einem Viertel der Dichten aus dem Jahr 2003; dies betrifft vor allem ältere Sukzessionsflächen. Diesem starken Rückgang stehen Maximalwerte von 164 Individuen pro Quadratmeter an einer jungen Flussaufweitungen gegenüber. Die vorliegenden Daten zeigen eine negative Korrelation zwischen dem Alter der Renaturierungsstrecken mit der Anzahl der ripikolen Spinnenarten. Weitere Renaturierungsmaßnahmen hinsichtlich der Optimierung der Flussdynamik und Annäherung an einen naturnahen Zustand werden dringend empfohlen.

Zusammenfassung (Englisch)

Being part of a zoological monitoring program, the purpose of this work was the evaluation of the spider fauna of restored sites at the Upper Drau River in Carinthia. Seven of these restoration sites and two natural reference sites were sampled, both by qualitative hand-collecting and quantitative sampling with wooden frames of fixed size. The results were compared to given data obtained in the years 2003 (ÖKOTEAM) and 2006 (BRANDL). In total, 80 species out of 17 families were identified, with 41 % of them being classified as endangered species. The work primarily focused on unvegetated gravel bars. Additionally, a more detailed mapping and transect-based sampling of Kleblach, the largest restoration site, was carried out. Particular attention was paid to ripicolous lycosid spiders, where the obtained data indicates that at least 5 of originally 7 species of this guild were able to settle. Also notable is the evidence of the critically endangered lycosid spider Arctosa cinerea. However, the habitat offered by the recreated restoration sites is temporary limited: As a consequence of missing floodplains, a shifting of the gravel bars does not take place. This results in soil solidification, rapid vegetation encroachment and further rapid and big loss of unvegetated gravel bars and sandy beaches - together with their ripicolous spider communities. The total current spider density at the Upper Drau is just one fourth of the density stated in the year 2003; especially older succession areas show very low densities. Opposed to that, at younger restoration sites a very high density up to 164 individuals per square meter can be reported. The present data shows a negative correlation between the age of the restoration site and the amount of ripicolous species. New restoration measures should be developed to promote river dynamics and a more nature-orientated condition.