Titelaufnahme

Titel
Untersuchungen zu Vegetation, Mikroklima und Permafrostverbreitung an einem Kondenswassermoor bei Schladming (Steiermark) / vorgelegt von Christian Stiegler
Verfasser/ VerfasserinStiegler, Christian
Begutachter / BegutachterinSass Oliver
Erschienen2011
Umfang120 Bl. : Zsfassung + 1 Kt.-Beil. ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Schladming <Region> / Moor / Dauerfrostboden / Schladming <Region> / Moor / Dauerfrostboden / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-33250 Persistent Identifier (URN)
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Untersuchungen zu Vegetation, Mikroklima und Permafrostverbreitung an einem Kondenswassermoor bei Schladming (Steiermark) [10 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Steilhangmoor ?Toteisboden? im Untertal bei Schladming stellt, aufgrund seiner Lage, mikroklimatischen Ausprägungen, sowie physiognomischen Erscheinungsform eine ökologische Besonderheit im Ostalpenraum dar. Ziel dieser Arbeit ist es geomorphologische, mikroklimatische und vegetationsökologische Fragestellungen mit Hilfe von geophysikalischen Methoden, Temperaturdaten, sowie Hang- und Vegetationskartierungen zu beantworten. Außerdem wird ein Beweis für das Vorkommen von Permafrost erbracht. Die Zusammenführung aller Daten beschreibt Wechselwirkungen, Symbiosen und Verstärkungsprozesse des Gesamtsystems. Die Ergebnisse zeigen, dass gefrorene Sedimente mit unterschiedlicher Eissättigung im unteren Abschnitt der Hangfläche existieren. Dabei charakterisieren sich diese durch linsenförmige Strukturen und relative Oberflächennähe, wobei die vertikale Mächtigkeit ca. 15 bis 23 Meter beträgt. Die jahreszeitliche Variabilität des Permafrostkörpers ist an manchen Stellen hoch und von einer besonderen Dynamik. Kurz nach Ende der Schneeschmelze konnte die größte Mächtigkeit an gefrorenen Sedimenten festgestellt werden, im Spätherbst ein tendenzielles Minimum. Das Mikroklima besticht durch eine auffällige Kühle am Hangfuß und durch eine markante Milde in den oberen Hangzonen. Der Windröhreneffekt bedingt Temperaturanomalien, wobei dieser einen wesentlichen Anteil zum allgemeinen Energieentzug während des Winterhalbjahres und zum Erhalt des Permafrostkörpers hat. Die Analyse der Vegetation zeigt, dass seltene Pflanzenarten und dichte Moosteppiche die Moorfläche bestimmen. Dabei wurde eine Konzentration von kälteliebenden Pflanzengesellschaften und Treppenbulten aus rotem Torfmoos im nordwestlichen Moorbereich, dessen Temperaturcharakteristik äußerst kühl ist, beobachtet. Die Gesamtbetrachtung des Untersuchungsgebietes zeigt Wechselwirkungen und Selbstverstärkungsprozesse, wobei diese noch vielfältige Möglichkeiten für weitere Untersuchungen und Nachforschungen ermöglichen.

Zusammenfassung (Englisch)

The condensation mire ?Toteisboden? in the Styrian valley of ?Untertal? near Schladming (Austria) is due to its geographic location, microclimatic characteristics and physiognomic appearance an exceptionality in the Eastern Alps. The aim of this Master thesis is to answer geomorphological, microclimatic and vegetation-ecological questions by means of geophysical techniques, temperature measurements, well as slope and vegetation mapping. Furthermore, a first evidence of the occurrence of permafrost will be provided. The combination of all test results describes interactions, symbiosis and amplification processes of the overall system. The results show that frozen sediments with different ice saturation exist in the lower part of the slope area. Permafrost is characterised by lens-shaped structures, relative shallow depth and a maximum vertical thickness of 15-23 meters. The seasonal variability of the permafrost body is high in some areas with a special dynamic. In spring, shortly after the snowmelt, the greatest thickness of frozen sediments can be described, whereas a trend towards a minimum is observed in late autumn. The microclimate in the study area indicates a remarkable coolness at the foot of the slope and a striking mildness in the upper slopes. The chimney effect causes temperature anomalies and is a substantial contributor to the overall energy extraction during the winter months and thus preserves the permafrost body. The results of the vegetation analysis show that rare plant species and dense moss carpets dominate the marshland. A concentration of cryophilic plant communities and red peat moss is observed at areas whose temperature characteristic is very cool. A clear dependence of cryophilic plant communities on frequent observed crevices could not be confirmed. The overall assessment of the study area shows numerous interactions and self-reinforcing processes, which still allow many opportunities for further study and research.