Titelaufnahme

Titel
Neue Entwicklungen im Gewaltschutz unter besonderer Berücksichtigung des österreichischen und deutschen Rechts / vorgelegt von Karoline Egger
Verfasser/ VerfasserinEgger, Karoline
Begutachter / BegutachterinNunner-Krautgasser Bettina
Erschienen2011
Umfang133 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
SchlagwörterDeutschland <Gewaltschutzgesetz> / Österreich <Gewaltschutzgesetz> / Deutschland <Gewaltschutzgesetz> / Österreich <Gewaltschutzgesetz> / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-33062 Persistent Identifier (URN)
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Neue Entwicklungen im Gewaltschutz unter besonderer Berücksichtigung des österreichischen und deutschen Rechts [0.84 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Entwicklungen im Gewaltschutz der letzten Jahre. Im internationalen Bereich kam es durch die Entscheidung Micallef gegen Malta zu einer Änderung der Rechtsprechung des EGMR bezüglich der Anwendbarkeit des Art 6 EMRK auf das Provisorialverfahren. Die EU hat verschiedene Maßnahmen ergriffen. Im nationalen Bereich werden die Entwicklungen in Österreich und in Deutschland näher beleuchtet. In Österreich kam es durch das 2. Gewaltschutzgesetz unter anderem zur Verstärkung des Opferschutzes und zur Schaffung des §382e EO. Die Schutzfristen wurden verlängert und für §§382e u 382g EO wurde eine Verlängerungsmöglichkeit bei Verstoß vorgesehen. Nach der Erörterung der Neuerungen wird die neue Judikatur des OGH analysiert (OGH 9 Ob 32/09k; 2 Ob 183/09i; 7 Ob 248/09k). Durch das KindRÄG 2012, die eine gemeinsame Obsorge als Regelfall ansieht, könnte es zur Verschärfung der Gewaltproblematik kommen. In Deutschland kam es, beeinflusst durch das österreichische Gewaltschutzgesetz, zur Einführung eines Gewaltschutzgesetzes, da die bestehenden Regelungsmechanismen als unzureichend empfunden wurden. Den Kern bilden die §§1 bis 4 GewSchG. Die Praxis der folgenden Jahre zeigte einige Mängel im Verfahren auf, insbesondere die Aufspaltung der Zuständigkeit zwischen den Gerichten und die Abhängigkeit der einstweiligen Anordnung von der Hauptsache. Diese wurden durch das FamFG beseitigt. Im Anschluss an die Darlegung der Neuerungen werden einige Entscheidungen der Oberlandesgerichte untersucht (Verfahrenskostenhilfe für Hauptsacheverfahren bei zugleich beantragter einstweiliger Anordnung, Beiordnung eines Rechtsanwalts im Rahmen der Verfahrenskostenhilfe, Qualifizierung der Beobachtung mittels Fernglas als Nachstellung, Verwendung von Video- und Bildaufzeichnungen zur Glaubhaftmachung der Nachstellungen). Am Ende der Arbeit werdend die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Rechtsordnungen herausgearbeitet.

Zusammenfassung (Englisch)

The present master thesis deals with the developments in the field of the protection against violence that have occurred in recent years. At the international level, the judgment delivered on Micallef v. Malta has led to a change in the case law of the European Court of Human Rights, in terms of the applicability of Article 6 of the European Convention on Human Rights. At a national level, the author highlights certain developments that have taken place in Austria as well as in Germany. As an example, the Second Protection against Violence Act led to a stronger protection of victims and to the adoption of § 382e of the Austrian Enforcement of (Civil) Judgments Act. With reference to §§ 382e and 382g of that same Act, protection periods have been extended and provisions taken to allow for the extension of these terms, in the event of an infringement. Based on a short review of these legal innovations, the author analyzes the Supreme Court?s new judicature. An amendment to the Austrian Domestic Relations Law, the adoption of which has been planned for the year 2012, which considers joint custody as the norm, may possibly lead to an increase in problems related to violence. In Germany, existing regulatory mechanisms were considered to be inadequate and were thus replaced, under the influence of its Austrian counterpart, by a new Violence Protection Act, with §§ 1 to 4 forming that law?s core. However, the law?s implementation has disclosed several flaws, in the ensuing years, especially in terms of the splitting of competences and responsibilities between courts and the fact that temporary orders may be subject to the main proceedings. These flaws have since been remedied by the Act on Family Law Procedures. Following an explanation of these innovations, the author then examines a number of judgments passed by regional higher courts. Finally, the author discusses the main differences and similarities between the two legal systems.