Titelaufnahme

Titel
Manet und die Musik : der Begriff des Musikalischen in der Malerei / eingereicht von Norbert Heinel
Verfasser/ VerfasserinHeinel, Norbert
Begutachter / BegutachterinLein Edgar ; Stadlober Margit
Erschienen2011
Umfang342 Bl. : Zsfassung ; zahlr. Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Manet, Edouard / Musik / Manet, Edouard / Musik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-32974 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Manet und die MusikDer Begriff des Musikalischen in der MalereiWie kann Musik in der Malerei dargestellt werden, lautet die Kernfrage dieser Abhandlung. Musik und Malerei sind autonome, kategorial verschiedene Künste. Jene ist ein Hörbarkeitsgebilde, diese ein Sichtbarkeitsgebilde, beide sind nur über das jeweilige Sensorium erfahrbar. Fehlt ein spezifisches, so wird die jeweilige Kunstgattung nicht erfahrbar und der aus ihr gezogene Begriff bleibt leer. Freilich kann man durch auditive und visuelle Wahrnehmung gewisse Zwischenbegriffe bilden wie Rhythmus, Klangfarbe und Form, sie bleiben jedoch der jeweiligen Kunstgattung als eigenes Ausdruckselement vorbehalten: Malerischer Rhythmus und musikalischer Rhythmus werden einander durch Abstraktion bloß zum Schein angenähert. Die Definition von Rhythmus als geregelte Zeitabfolge wird phänomenal jedoch weder der Malerei noch der Musik gerecht.Die Malerei kann daher niemals Musik wiedergeben, wohl aber deren Abbild ? das Musikalische. Es weist darauf hin, dass etwas außerhalb des Visuellen liegt, was Malerei nicht erreichen, aber erscheinen lassen kann. Ein inaktiver Musiker ist dem Bild adäquat, ein spielender nicht, weil er die Hörerfahrung und damit ein der Malerei unerfüllbares Postulat voraussetzt.Unterschieden wird zwischen dem konkret Musikalischen, das Musikphänomene denotiert, und dem abstrakt Musikalischen, das über ein tertium comparationis Musik konnotiert. Manet hat in all seinen Bildern diese Ton-Bild-Problematik vermieden und Musik, eben als Musikalisches, und der Malerei Transzendentes mit vielerlei Techniken dargestellt: Indirekt als Spiegelbild, Beginn oder Ende einer musikalischen Darbietung, Symbol, Tanz oder Metapher.Als purer Maler hat Manet nie die Grenzen der Malerei überschritten und dadurch Musik metaphorisch durch das Musikalische angedeutet.

Zusammenfassung (Englisch)

Manet and Music?Das Musikalische? in PaintingThe core issue of this treatise is the demand how music can be represented in painting. Music and painting are autonomous, categorically different arts. Music is an audibility structure, painting a visibility structure, both are experienced only by the particular sensorium. If a specific one is missing, the respective art form is not perceptible and the notion remains empty. Admittedly certain inter-terms may be constituted by auditory and visual perception such as rhythm, timbre and form, however they will remain subject to the particular art form as a separate element of expression: Picturesque rhythm and musical rhythm converge by abstraction merely in pretence. The definition of rhythm as a controlled time series does phenomenally neither cope with painting nor with music. Therefore painting can never express music, but no doubt its image ? ?das Musikalische?. It points out that something is outside the visual, what painting cannot achieve, but let it appear. An inactive musician is adequate to the image, not a playing one, since he presupposes listening experience, thus an unattainable postulate of painting. A difference is made between the specific ?das Musikalische?, which denotes music phenomena, and the unspecific ?das Musikalische?, which connotes music by a tertium comparationis.Manet avoided this sound-picture-problem in all his paintings and depicted music, just as ?das Musikalische?, as the transcendent of painting, shown by various techniques: Indirectly as a mirror image, as the beginning or the end of a musical performance, as a symbol, as a dance, as a metaphor.Being an undiluted painter Manet has never exceeded the limits of painting and thus implied music metaphorically by ?das Musikalische?.