Titelaufnahme

Titel
Dolmetschen für gehörlose MigrantInnen in Österreich / vorgelegt von Marina Hollauf
Verfasser/ VerfasserinHollauf, Marina
Begutachter / BegutachterinGrbic Nadja
Erschienen2012
Umfang145 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Einwanderer / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Österreich / Einwanderer / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-32836 Persistent Identifier (URN)
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Dolmetschen für gehörlose MigrantInnen in Österreich [0.98 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Das Dolmetschen für gehörlose MigrantInnen ist ein Bereich, der aufgrund der stetig zunehmenden Einwanderungszahlen in Österreich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das primäre Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, zu untersuchen, welche Besonderheiten und Herausforderungen dieser spezielle Dolmetschbereich mit sich bringt und welche Strategien Sprach- und KulturexpertInnen in diesen Settings einsetzen. Es wird weiters ermittelt, wie eine adäquate Dolmetschung für diese KlientInnengruppe aussehen könnte, wobei von der These ausgegangen wird, dass durch die Teamarbeit mit gehörlosen ExpertInnen eine effizientere Verständigung mit gehörlosen MigrantInnen erreicht werden kann. Im theoretischen Teil werden zunächst Hintergrundinformationen über das Gebärdensprachdolmetschen und die Zuwanderungssituation in Österreich vermittelt sowie die Besonderheiten des Dolmetschens für (gehörlose) MigrantInnen beleuchtet. Für die empirische Untersuchung wurden fünf hörende professionelle ÖGS-DolmetscherInnen und ein/e gehörlose/r SozialarbeiterIn mittels Leitfäden interviewt. Wie die Studie belegt, arbeiten DolmetscherInnen immer häufiger und vorwiegend im Kommunalbereich für gehörlose EinwanderInnen. Eine besondere Herausforderung stellen hierbei die sprachlichen und kulturellen Unterschiede dar. Weitere Besonderheiten sind u.a. die erhöhte Auftragsdauer, unbezahlte Dolmetscheinsätze, vorherrschende Machtunterschiede, Rollenkonflikte, die Anwesenheit von Begleitpersonen sowie das fehlende Bewusstsein für die Komplexität dieser Dolmetscheinsätze vonseiten der hörenden Gesprächspartei. Überdies konnten eine Reihe von Strategien erhoben werden, die größtenteils auch für Dolmetschaufträge mit österreichischen Gehörlosen und gehörlosen Personen mit minimaler Sprachkompetenz kompatibel sind. Die Resultate bestätigen weiters die Hypothese, dass durch den Einsatz von gehörlosen ExpertInnen eine optimale Verständigung mit gehörlosen MigrantInnen erzielt werden kann.

Zusammenfassung (Englisch)

The field of interpreting for deaf migrants is gaining importance in Austria as the number of migrants has been steadily increasing. The main objective of this thesis is to identify the challenges and characteristics of this specific interpreting field and to examine what strategies linguistic and cultural experts deploy in these settings. Moreover, it will be investigated how a successful interpretation for deaf migrants might look like. This study is based on the hypothesis that a more effective communication with deaf migrants can be achieved by collaborating with deaf experts. The theoretical part of this thesis comprises background information on sign language interpreting and migration in Austria and highlights the characteristics of interpreting for (deaf) migrants. The empirical part presents the results of the semi-structured interviews with five professional hearing Austrian Sign Language interpreters and one deaf social worker. The analysis of the results shows that interpreters are increasingly working for deaf immigrants and primarily in community settings. One of the main challenges that interpreters face when interpreting for deaf migrants are their linguistic and cultural differences. Further implicating factors include the increased duration of such interpreting sessions, uncompensated interpreting assignments, existing power imbalances, role conflicts, the presence of accompanying persons as well as the lack of understanding of the complexity of such challenging interpreting assignments on the part of the hearing clients. Besides, various strategies had been identified, most of which can be used for Austrian deaf clients or deaf persons with minimal language skills too. The results of the empirical study also proofed the aforementioned hypothesis that a successful communication with deaf migrants can be achieved by collaborating with deaf experts.