Titelaufnahme

Titel
Earnings Management bei latenten Steuern auf Verlustvorträge nach IAS 12 : empirische Untersuchung von ATX prime market und DAX-30 Unternehmen / Patrick Vormayr
Verfasser/ VerfasserinVormayr, Patrick
Begutachter / BegutachterinNiemann Rainer
Erschienen2011
UmfangXVI, 84, LXV Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND) International Accounting Standard 12 / Latente Steuer / Verlustvortrag / International Accounting Standard 12 / Latente Steuer / Verlustvortrag / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-32364 Persistent Identifier (URN)
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Earnings Management bei latenten Steuern auf Verlustvorträge nach IAS 12 [1.44 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

IAS 12 ist konzipiert, um dem Management durch diskretionäre Spielräume bei Ansatz und Bewertung von latenten Steuern auf Verlustvorträge zu ermöglichen, den StakeholderInnen Informationen über die erwartete Ertragslage zu geben, da nur die steuerlichen Verlustvorträge als latente Steuer aktiviert werden dürfen, die auch in einem angemessenen Zeitrahmen realisiert werden. Die jährliche ertragswirksame Beurteilung ist zwar mit objektiven Kriterien zu unterlegen, bleibt jedoch trotzdem subjektiv, womit eine rein informative Ausnutzung der Spielräume anzuzweifeln ist. Raum für opportunistisches Earnings Management ist somit gegeben. Besonders in der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009 war die Realisierbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge verstärkt anzuzweifeln, womit außerplanmäßige Abschreibungen notwendig gewesen wären, die aber das Ergebnis und Eigenkapital weiter verschlechtert hätten. Somit bestand der Anreiz, Earnings Management zu betreiben, um die notwendigen Abschreibungen nicht oder nur unterproportional vorzunehmen. Über die Auswertung von IFRS-Konzernabschlüssen von 37 ATX prime market und DAX-30 Unternehmen über den Zeitraum von 2005 bis 2010 wurde festgestellt, ob die Ermessensspielräume bei Bewertung und Ansatz von latenten Steuern auf Verlustvorträge opportunistisch oder informativ genutzt wurden. Im Ergebnis zeigt sich, dass Earnings Management im Jahr 2008 vermutet werden kann, da sich Unternehmen durch eine erfolgserhöhende, kontraintuitive Steigerung der Werthaltigkeit latenter Steuern auf Verlustvorträge einen Eigenkapitalvorteil schufen, um die im Jahr 2009 unausweichliche, hohe außerplanmäßige Abschreibung vornehmen zu können, ohne das Eigenkapital zu sehr zu belasten. In den anderen Jahren werden die diskretionären Spielräume informativ genützt. [Vgl. für den theoretischen Hintergrund: Lienau/Erdmann/Zülch (2007), S. 1095, Köster/Pratter (2009), S. 1689, Künkele/Zwirner (2009), S. 182-184, Kager/Niemann (2011), S. 1.]

Zusammenfassung (Englisch)

IAS 12 is designed to accord the management the opportunity to give information about the firm?s future profitability to the stakeholders through discretionary decisions at the recognition and measurement of deferred tax accruals from carry-forward losses, because deferred tax accruals from carry-forward losses must not be recognized if the realization isn?t probable. The annual measurement affecting the profit has to be substantiated by objective criteria but remains subjective. As a result, the information content of the discretionary decisions is questionable and the discretionary decisions give rise to opportunistic earnings management. Especially in the economic crisis in 2008 and 2009 the realization of the carry-forward losses was doubtful and high impairments would have been appropriate but the impairments affecting the profit would have lowered the already bad profit and equity attributable to the economic crisis. As a consequence opportunistic earnings management was valuable. So there were incentives not to carry out needful impairments. Aim of the study is to find out through an empirical analysis of the IFRS annual consolidated statements of 37 ATX prime market and DAX-30 enterprises from 2005 to 2010 whether the discretionary decisions at the recognition and measurement of deferred tax accruals from carry-forward losses are opportunistically or informatively managed. The results revealed that enterprises increased the equity in 2008 through a counterintuitive, profit increasing rise of the deferred tax accruals from carry-forwards losses instead of carrying out impairments to be able to carry out inevitable and expected impairments without stressing the equity in 2009. In the other years of the observation period the discretionary decisions seem to be informative. [cf. for the theoretical background: Lienau/Erdmann/Zülch (2007), S. 1095, Köster/Pratter (2009), S. 1689, Künkele/Zwirner (2009), S. 182-184, Kager/Niemann (2011), S. 1.]