Titelaufnahme

Titel
Keiner darf zurückgelassen werden1 <[werden hoch 1]> Jugendhilfe in der DDR / vorgelegt von Franziska Bloder
Verfasser/ VerfasserinBloder, Franziska
Begutachter / BegutachterinKonrad Helmut
Erschienen2012
Umfang136 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2012
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Deutschland <DDR> / Jugendhilfe / Deutschland <DDR> / Jugendhilfe / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-32213 Persistent Identifier (URN)
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Keiner darf zurückgelassen werden1 <[werden hoch 1]> Jugendhilfe in der DDR [0.85 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Nach dem Zusammenbruch Nazideutschlands wurde in der SBZ die Jugendhilfe neu organisiert. In Abgrenzung zur eigenen nationalen Geschichte und in Anlehnung an die Sowjetunion wurden noch vor der Gründung der DDR wesentliche Weichenstellungen vorgenommen. Mit dem SMAD Befehl 156 des Jahres 1947 wurde die Jugendhilfe aus dem Ressort Arbeit und Soziales ausgegliedert und dem Bereich Volksbildung zugeordnet. Somit wurden die Voraussetzungen für eine umfassende Pädagogisierung der Jugendhilfe geschaffen. Für die Heimerziehung wurden die Theorien und Methoden des Ukrainer Anton Semjonowitsch Makarenko richtungsweisend. An ihn orientierte sich auch der DDR Pädagoge Eberhart Mannschatz, der als Professor an der Humboldt Universität in Berlin und Leiter des Referates Jugendhilfe und Heimerziehung im Ministerium für Volksbildung in hohem Maß für die Ausgestaltung der Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR verantwortlich war. Die Vorstellung, dass Jugendhilfe mit der Verwirklichung des Sozialismus obsolet werden würde, erfüllte sich nicht. So erfolgte im Laufe der Jahre eine stärkere Verankerung der Jugendhilfe, was jedoch nichts an deren Randständigkeit änderte. Ende der 1950er Jahre wurde eine eigene Ausbildung zum Jugendfürsorger etabliert, dennoch blieb weiterhin der hohe Anteil an Laientätigkeit für die DDR Jugendhilfe kennzeichnend. Im Jahr 1966 wurde die Jugendhilfeverordnung verabschiedet und im Jahr 1969 die Heimordnung. Beide Gesetze hatten bis zum Ende des Bestehens der DDR Gültigkeit.Ziel jedes pädagogischen Handelns, und somit auch der Jugendhilfe war die Bildung und Erziehung allseitig und harmonisch entwickelter sozialistischer Persönlichkeiten. In diesem Sinn kann das im Titel genannte Motto zugleich als Unterstützung für jeden der sie benötigte, als auch als Drohung an alle die von der Norm abwichen, gelesen werden.Am 3.10.1990 wurde die Jugendhilfe der DDR durch die Übernahme des Jugendhilfegesetzes der BRD außer Kraft gesetzt.

Zusammenfassung (Englisch)

After the collapse of Nazi Germany youth welfare in the Soviet occupied zone was organized in a completely new way. In order to distinguish it from its own national history and following the example of the Soviet Union considerable changes were made even before the German Democratic Republic was founded. With the order 156 of the Soviet Military Administration (SMAD) in the year 1947 youth welfare was phased out from the Resort of Work and Social Affairs and integrated into the Department of the People?s Education. This measure laid the foundations for a comprehensive pedagogization of youth welfare. For correctional education the theories and methods of the Ukrainian A.S. Makarenko became an indicator. He also set out the guideline for the DDR pedagogue Eberhart Mannschatz, who as a professor at the Humboldt University of Berlin and leader of the Department of Youth Welfare and Correctional Education was highly responsible for the shaping of youth welfare and correctional education in the German Democratic Republic.The idea that youth welfare would no longer be necessary with the implementation of socialism did not come true. In the following years youth welfare was firmly fixed, however, it remained marginal. Although in the late 1950s a special training for social workers in the area of youth welfare was established, a high share of amateur activity continued to be a typical feature of the GDR youth welfare. In 1966 the Act of Youth Welfare was ratified, followed by the Act of Correctional Education in 1969. Both laws remained valid until the end of the GDR.The aim of every pedagogic action was to form and educate the universally and harmonically developed socialist personality. In this sense the motto in the title can be seen as support for everyone who needed it as well as a threat to those who diverged from the norm.On October 3rd 1990 the youth welfare of the GDR was replaced by the respective law of the Federal Republic of Germany.