Titelaufnahme

Titel
Missbrauch der Marktmacht von Verbänden im Sport / von David Pachernegg
Verfasser/ VerfasserinPachernegg, David
Begutachter / BegutachterinNitsche Gunter
Erschienen2011
UmfangXV, 83 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Europäische Union / Sportverein / Monopolmissbrauch / Wettbewerbsrecht / Europäische Union / Sportverein / Monopolmissbrauch / Wettbewerbsrecht / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-31836 Persistent Identifier (URN)
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Missbrauch der Marktmacht von Verbänden im Sport [0.47 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Durch die zunehmende Kommerzialisierung des Sports, ist dieser zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Gesellschaft geworden. Einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung haben die Sportverbände, die bestrebt sind, den gesamten Sportsektor möglichst autonom und losgelöst von staatlichen Rechtsvorschriften zu regeln. Die Grundlage dafür bildet die Vereinsfreiheit, die es jedem Verband ermöglicht, sich nach seinen eigenen Bestimmungen zu organisieren und Regelungen zur Sportausübung zu erlassen. Dabei geht es allerdings nicht nur um unerlässliche Spiel- und Wettkampfregeln, sondern auch um Sportverbandsregelwerke, die weit in den Wirtschaftssektor hineinreichen und somit nicht nur den sportlichen, sondern auch den wirtschaftlichen Wettbewerb beeinflussen.Problematisch ist in diesem Zusammenhang die Struktur des Sportverbandswesens, das auf der Monopolstellung der einzelnen Sportverbände beruht. Für jede Sportart ist, zumindest was den Profisport anbelangt, nur ein Sportverband ausschließlich zuständig. Dieser toleriert in der Regel keine Konkurrenzverbände, was zwangsläufig zu einer erheblichen Machtposition des etablierten Verbandes führt. Damit stellt sich die Frage, ob das Wettbewerbsrecht und speziell die Bestimmungen des Kartellrechts auf den Sportbereich anzuwenden sind. Denn sowohl Art 102 AEUV als auch § 5 KartG verbieten eine missbräuchliche Ausnutzung einer solchen Monopolstellung.Es besteht nach heutigem Stand der Lehre und Rechtsprechung kein Zweifel mehr daran, dass die Sportverbände in den Anwendungsbereich des Wettbewerbsrechts bzw des Kartellrechts fallen. Ob sie mit ihren zahlreichen Regelwerken marktbeherrschend sind und diese Marktbeherrschung gegebenenfalls missbräuchlich ausnutzen, ist im Einzelfall zu prüfen. Dabei sind auch die Besonderheiten des Sports zu berücksichtigen, die die Vorgehensweise der Verbände rechtfertigen können.

Zusammenfassung (Englisch)

Due to the increasing commercialization, sport became an important economic factor in the society. Sports associations have a significant proportion of this development. They tend to regulate the entire sports sector in an autonomous way, detached from national law. This way of regulation is based on the freedom of association, which allows any sports organization to organize itself according to its own rules and regulations. It does not only concern indispensable game and competition rules, but also sports federation rules, which extend far into the economic sector. These rules affect the sporting competition as well as the economic competition.In this context the structure of the sports federation system is problematic because it is based on a monopoly position of each sports federation. For each sport only one sports association is responsible exclusively, which usually does not tolerate any other competing associations. This inevitably leads to a significant position of power of the established association and raises the question whether the competition law, especially the antitrust law, applies to the sports sector, since both Art 102 AEUV and § 5 KartG prohibit an abuse of such a monopoly position.According to consistent case law and theory there is no doubt about sports associations being subject of competition law and antitrust law. Whether a sports association is dominant on a specific market and abuses this position must be assessed individually. Hereby the characteristics of sport should be considered, which can justify the actions of the associations.