Titelaufnahme

Titel
Experimentelle Untersuchung einer Entscheidungsstrategie mittels Blickbewegungen unter Berücksichtigung von Aufgaben- und Kontextmerkmalen / Michael Achorner
Verfasser/ VerfasserinAchorner, Michael
Begutachter / BegutachterinKörner Christof
Erschienen2011
UmfangV, 132 Bl. : Zsfassung ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Blickbewegung / Entscheidungsfindung / Glücksspiel / Blickbewegung / Entscheidungsfindung / Glücksspiel / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-31465 Persistent Identifier (URN)
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Experimentelle Untersuchung einer Entscheidungsstrategie mittels Blickbewegungen unter Berücksichtigung von Aufgaben- und Kontextmerkmalen [1.76 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Einige zentrale Entscheidungsmodelle, wie die Erwartungsnutzentheorie und ihre Modifikationen, lösen Entscheidungen unter Risiko mittels Tradeoffs. Eine Alternative dazu stellen Heuristiken dar, die von einer limitierten Informationsverarbeitungskapazität ausgehen und auf kognitiv beanspruchende Berechnungen verzichten. Eine dieser Heuristiken, ist die Priority Heuristik von Brandstätter, Gigerenzer und Hertwig (2006). Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, wie gut diese Heuristik im Rahmen von einfachen Glücksspielen, Entscheidungen vorhersagen kann und ob ihre Annahmen zum Entscheidungsprozess mittels Blickbewegungen nachweisbar sind. Insgesamt wurden 40 Untersuchungspersonen, je 109 Glücksspiele präsentiert. Neben den getroffenen Entscheidungen wurden die Entscheidungszeiten, die Fixationshäufigkeiten und die Fixationsreihenfolgen in die Analysen miteinbezogen. Die Ergebnisse auf Entscheidungsebene sprachen für eine gute Vorhersagequalität. Die Analyse der Blickbewegungsdaten belegte einen Einfluss der Ausrichtung der Glücksspiele bzw. der Attributreihenfolge auf die Informationsaneignung. Während die Änderung der Attributreihenfolge die Abnahme der Fixationen in Leserichtung zu kompensieren scheint, dürfte die Ausrichtung unterschiedliche Muster von Fixationsreihenfolgen unterstützen. Die Replikation von ausgewählten Prozessvorhersagen ergab gemischte Ergebnisse. Der Anspruch der Heuristik eine Konfliktlösestrategie zu sein und gerade in diesem Bereich ihre Stärken zu haben, konnte ausschließlich auf Prozessebene bestätigt werden. Außerdem betonte die Miteinbeziehung und die Analyse des Zusammenhangs zwischen Fixationszeitpunkten und Entscheidung die potentielle Nützlichkeit dieses Effekts für eine breitere Untersuchung der Prozesse der Entscheidungsfindung. Die Verwendung der Blickbewegungsregistrierung stellt eine Besonderheit dieser Arbeit dar und konnte einige interessante, bis jetzt noch nicht berücksichtigte Ergebnisse, liefern.

Zusammenfassung (Englisch)

Many commonplace decisions have to be made under risk. Well established models like the expected utility theory and its modifications (EU-models) solve decision problems by using tradeoffs such as weighting and summing. Heuristics, on the other hand constitute a good alternative to unbounded rationality and complex computations. An emerging representative, that forgoes tradeoffs, is the Priority Heuristic (PH) by Brandstätter, Gigerenzer and Hertwig (2006). The present studys intention was to analyze how well it can predict individual choices and if eye movements provide evidence for the underlying process assumptions. A total of 109 monetary gambles were presented to 40 participants. Each of them was randomly assigned to one of four presentation conditions. Individual choices, decision times, fixations and the search pattern were examined. The results showed a high percentage of correctly predicted choices. The analysis of eye movement data, like fixations and transitions confirmed the influence of the display setup (horizontal vs. vertical) and attribute arrangement (maximum outcomes first vs. minimum outcomes first). The latter could explain the decrease of fixation numbers in reading direction, whereas the display setup supported different transition types. The replication of selected process predictions yielded mixed results. The PHs claim to be considered as a conflict resolution strategy could only be supported by process data. Furthermore the examination of the relationship between fixation location and choice stressed the utility of such an effect as a part of a broader investigation of decision making behavior. The application of eye tracking in decision making research offered a relatively uncommon approach on process testing, hence it resulted in several very interesting findings.

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