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Title
Das IGH Rechtsgutachten zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo : ene völkerrechtliche Analyse samt Würdigung / von Thomas Füreder
AuthorFuereder, Thomas
CensorBenedek Wolfgang
Published2011
DescriptionIX, 90 Bl. : Zsfassung
Institutional NoteGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
LanguageGerman
Document typeThesis (Diplom)
Keywords (GND)Kosovo / Unabhängigkeitserklärung / Völkerrecht / Internationaler Gerichtshof / Rechtsgutachten / Kosovo / Unabhängigkeitserklärung / Völkerrecht / Internationaler Gerichtshof / Rechtsgutachten / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-31323 Persistent Identifier (URN)
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Das IGH Rechtsgutachten zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo [0.75 mb]
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Abstract (German)

Das Hauptaugenmerk der Arbeit liegt in einer umfassenden völkerrechtlichen Analyse des IGH Rechtsgutachtens zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom 22. Juli 2010. Als Einstieg werden in einem I. Abschnitt die historischen Geschehnisse und die aktuelle Lage beschrieben. Der II. Abschnitt bildet den Hauptteil der Arbeit und beschäftigt sich zunächst mit verfahrensrechtlichen Problemen. Vor allem die Antragstellung durch die Generalversammlung erscheint auf den ersten Blick nicht unproblematisch, ist doch der Sicherheitsrat im Kosovo Fall überwiegend tätig geworden. Es stellt sich also die Frage, ob der IGH dem Ansuchen auf ein Rechtsgutachten durch die Generalversammlung nachkommen darf, wenn der Sicherheitsrat bereits mit der Streitigkeit betraut ist? Der IGH ist nicht an die Formulierung der vorgelegten Frage gebunden. Weicht er von dieser ab, muss aber eine gewisse Grenze zur völligen Neuformulierung der Frage gezogen werden. Inwieweit darf der IGH also von der Fragestellung eines antragstellenden Organs abweichen, um die Frage so zu interpretieren, wie er sie für richtig hält? Gerade die Änderung der Urheber der Unabhängigkeitserklärung beim Kosovo Rechtsgutachten ist kritisch zu untersuchen. Welche Auswirkung hat dies auf die Bindung der neu bestimmten Urheber an die in Geltung stehenden Normen? Von dieser weiten Interpretation der Fragestellung weicht der IGH in einem anderen Bereich wieder ab. Bei der Untersuchung der Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung geht er nicht näher auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker und dessen Verhältnis zum Prinzip der territorialen Integrität ein. Danach sei er -so der IGH- nicht gefragt worden. Diese Unstimmigkeit des IGH wird näher herausgearbeitet und kritisch bewertet. Mit Überlegungen zu diesem Bereich schließt der II. Abschnitt. Als Ausklang der Arbeit werden im III. Abschnitt die Konsequenzen des Rechtsgutachtens sowohl für das Kosovo als auch allgemein für das Völkerrecht untersucht.

Abstract (English)

The thesis focuses on a comprehensive analysis of the ICJ advisory opinion of the declaration of independence of Kosovo on July 22, 2010. Therefor the thesis is divided into three sections. The first section briefly discusses the most important historical aspects and the current situation. In the second section the thesis deals with the main questions of the advisory opinion, starting with controversial procedural aspects. At first sight the submission of the request by the general assembly seems problematic considering the fact that it was the Security Council that was primarily active in Kosovo. Consequently Art. 12 of the UN Charta may be interpreted as a ban for any action of the General Assembly in connection with Kosovo. Maybe the request should have come from the Security Council instead of the General Assembly. When elaborating a legal opinion, the ICJ is not bound to the wording of the request. The question is to what extent does a re-wording of the question correspond with applicable procedural provisions? Especially the modified constellation of the authors of the declaration of independence is a very critical aspect. Which legal norms have a binding character to the ?new? authors? Analysing the legality of the declaration of independence the ICJ does not go into the right of self determination and its relation to the principle of territorial integrity, claiming this has never been within his range of competence. This irregularity is analysed and critically evaluated herein. Section two is concluded with some thoughts on this topic. In section three the consequences of the legal opinion for Kosovo in special and the international law in general are analysed briefly.