Titelaufnahme

Titel
Der Vogelfänger und das immaterielle Kulturerbe : eine Feldanalyse / vorgelegt von Julia Kolar
Verfasser/ VerfasserinKolar, Julia
Begutachter / BegutachterinRolshoven Johanna
Erschienen2011
Umfang137 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Salzkammergut / Vogelfang / Österreichische UNESCO-Kommission / Immaterielles Kulturerbe / Salzkammergut / Vogelfang / Österreichische UNESCO-Kommission / Immaterielles Kulturerbe / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-31213 Persistent Identifier (URN)
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Der Vogelfänger und das immaterielle Kulturerbe [5.95 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Vogelfang im Salzkammergut zählt zu den ersten, von der österreichischen UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe ausgezeichneten Traditionen. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung die Auszeichnung für die AkteurInnen der Tradition hat. Dazu wurde zuerst die UNESCO-Konvention zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes aus dem Jahr 2003 beschrieben. Es folgt eine Analyse des Diskurses, der über den Vogelfang und dessen Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe in den österreichischen Printmedien geführt wird. Der Diskurs beeinflusst die Wahrnehmung des Vogelfangs in der Gesellschaft, und bei den Ausübenden selbst. Anschließend soll geklärt werden, warum jemand mit dem Vogelfangen beginnt. Dazu wurden im Zuge eines Forschungsaufenthaltes qualitative Interviews geführt, die mit der Methode der grounded theory analysiert wurden. Als Antrieb für den Vogelfang konnten verschiedene Motive, wie das Erlebnis in der Natur und die emotionale Beziehung, die zu den Tieren entsteht, herausgearbeitet werden. Der Vogelfang bewegt sich in einem konfliktgeladenen Feld. Durch die Abgrenzung gegenüber den GegnerInnen der Tradition bietet sich für die Vogelfänger die Möglichkeit, sich zu positionieren. Die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe wurde von den Ausübenden der Tradition positiv aufgenommen. Für sie bedeutete es ein Gefühl von Sicherheit, da sich dadurch eine höhere Instanz verantwortlich zu zeigen scheint, dass die Tradition erhalten bleibt. Es kommt durch die Auszeichnung zu einer diskursiv geprägten Wahrnehmung der Tradition. Durch die Auszeichnung haben sich innerhalb des Sozialverbandes der Vogelfänger allerdings auch Positionierungsunterschiede herausgebildet, die sich in den unterschiedlichen Stellungnahmen bezüglich der Aufnahme in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes zeigen. Der letzte Teil der Arbeit bildet eine Conclusio, die die Argumentationsstränge, die sich herausgebildet haben, zusammenführen soll.

Zusammenfassung (Englisch)

The tradition of bird catching in Salzkammergut is one of the first inscriptions in the Austrian inventory of intangible heritage. This thesis deals with the implication of that distinction on the actors? awareness of their tradition. The aim of the first chapter is to explain the UNESCO-Convention for the Safeguarding of the Intangible Cultural Heritage and to comment some aspects of it, for example the meaning of ?community? and the system of listing. Thereafter an analysis was made about the discourse that takes place in Austrian print media about bird catching and its distinction as intangible heritage. The discourse influences how the tradition of bird catching is observed from the actors themselves and in society. The next step was to determine, why somebody starts practicing bird catching. For this purpose qualitative interviews were lead on field research and analysed by the method of grounded theory. Some aspects are determining for the motivation to practice the tradition, for example the experience of nature and the emerging of an emotional relationship to the birds. Bird catching is a controversial tradition and through the dissociation of its opponents, the actors get the chance to position themselves. The actors were positive about the enrolment of the tradition in the national inventory of intangible heritage. It goes a long with a feeling of security, that a higher authority is now accountable for the safeguarding of the tradition. The tradition is now perceived on a discursive level, which is influenced by the public discourse. Because of comparability with other distinguished traditions, bird catching seems to the actors to have increased in its cultural value. Nevertheless, different opinions were formed within the group of bird catchers because they hold different views on the distinction as intangible heritage. Finally, the conclusion outlines the results of the treatise.