Titelaufnahme

Titel
Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten : eine rechtsentwicklungsgeschichtliche und -politische Analyse der differenzierten Integration / eingereicht von Georg Haßlinger
Verfasser/ VerfasserinHaßlinger, Georg
Begutachter / BegutachterinPichler Johannes
Erschienen2011
UmfangIX, 127 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Europäische Union / Integration / Mitgliedsstaaten / Geschichte / Europäische Union / Integration / Mitgliedsstaaten / Geschichte / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-30974 Persistent Identifier (URN)
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Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten [0.91 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Von ?Europa à la carte? über ?Kerneuropa? bis zum Konzept der ?konzentrischen Kreise? gibt es viele Spielarten von Differenzierung, als Alternative zur Integration der einheitlichen und gleichzeitigen Integrationsschritte. Primärrechtlich durch den Vertrag von Amsterdam verankert, kam es 2010 zur ersten Verstärkten Zusammenarbeit (VZ) von 14 EU-Mitgliedstaaten im Bereich der Ehescheidung. Diese Premiere ist Anlass dazu, die differenzierte Integration rechtsentwicklungsgeschichtlich und -politisch ausloten. Unter Berücksichtigung der Anfänge der europäischen Integration werden historische und politische Einflüsse auf die Entstehung von Differenzierungsideen ausgearbeitet. Die Rechtsentwicklungen sind in sechs historisch verbundenen Kapiteln dreigeteilt dargestellt: Einem geschichtlichen Kontext folgen eine Schilderung der politischen Entwicklung und schließlich eine Bewertung im Lichte der differenzierten Integration. Elemente der differenzierten Integration gibt es bereits in Dokumenten der frühen Integrationsgeschichte, in Europarat, EGKS, und EWG. Die Luxemburger Vereinbarung als Zäsur ist Keim für die darauf folgende Entwicklung erster Differenzierungsideen. Außerinstitutionelle Differenzierung in Gestalt des Schengener Abkommens und die opting-out-Differenzierungen des Vertrags von Maastricht im Bereich von WWU und Sozialprotokoll werden ebenso analysiert. Differenzierungsdebatten und die Einführung der VZ prägen die Zeit bis zum Vertrag von Nizza und bilden einen Schwerpunkt der Arbeit. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der vertraglichen Ausgestaltung der VZ in den Verträgen und der aktuellen Regelung in Art 20 EUV sowie Art 326-334 AEUV. Schließlich werden Differenzierung im Kontext von Wirtschafts- und Eurokrise, die Premiere der VZ und die Zukunftsperspektiven dieser Integrationsform behandelt. Sämtliche Darstellungen werden auch in den Kontext von Bürgernähe gerückt und Auswirkungen, Chancen und Risiken dahingehend erörtert.

Zusammenfassung (Englisch)

?Europe à la carte?, ?hard core? or ?concentric circles?: There are many variations on differentiated integration as an alternative to the community method of simultaneous and uniform integration. Enshrined in TEU and TEC since the Treaty of Amsterdam, the procedure of enhanced cooperation has not been used until 2010, when 14 Member States broke new ground in the field of divorce law. This offers the opportunity to focus on the legal development of differentiation, taking into account historical as well as political influences. Starting with the early days of European integration, elements of differentiation will be researched in legal developments by using a trifold approach, presenting the historical context, the political development and an assessment regarding differentiation. Already having evidence of differentiation in early stages of integration (Hertenstein, Council of Europe, ECSC and EEC), the Luxembourg Accords of 1966 mark the watershed moment in the legal development: The following period of integration deadlock and the first calls for differentiation have its seeds in this agreement. The Schengen Agreement, being an example of differentiated integration beyond the institutional framework, will be presented as well as the TEU?s opt-out clauses concerning the EMU and social policy. Debates on differentiation and the introduction of enhanced cooperation shaped the development until the Treaty of Nice and will be emphasized on in this master?s thesis. Another focus is on the legal development of the treaties? provisions, on enhanced cooperation and on the current implementation embodied in Articles 20 TEU and 326-334 TFEU. Finally, differentiation will be discussed within the scope of the financial and Euro crises: A comprehensive presentation of the debuts of enhanced cooperation leads to an evaluation of future prospects of this kind of integration. Throughout the thesis, emphasis is also placed on the implications for European citizenship.