Titelaufnahme

Titel
Sprache und Recht : eine interdisziplinäre Beschreibung der linguistisch-juristischen Semantik im Bereich der Textauslegungsarbeit / vorgelegt von Dominique Stocker
Verfasser/ VerfasserinStocker, Dominique
Begutachter / BegutachterinSchmölzer-Eibinger Sabine
Erschienen2011
Umfang143 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Rechtssprache / Linguistik / Rechtssprache / Linguistik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-30908 Persistent Identifier (URN)
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Sprache und Recht [1.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Masterarbeit ist im interdisziplinären Bereich zwischen Linguistik und Rechtswissenschaft angesiedelt und soll Aufschluss darüber geben, ob die durchaus komplexe Sprache der JuristInnen und deren Textauslegungsarbeit mit Begriffen bzw. Modellen der Linguistik erfasst werden können. Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird das Recht als solches beleuchtet und der Rechtspositivismus und der naturrechtlichen Rechtsbegriff werden erläutert. Anschließend wird auf den Aufbau und die Anwendung des Rechts sowie auf die juristische (Text-) Auslegungsmethodik, welche bereits seit Jahrhunderten gepflegt wird, näher eingegangen. Im zweiten Teil werden die Berührungspunkte und Parallelen von Sprach- und Rechts-wissenschaft herausgearbeitet, wobei das Hauptaugenmerk auf die Normativität, die Interpretation und das Verstehen sowie auf die Semantik als Berührungspunkte gelegt wird. Dabei wird vor allem auf das ?Konstrukt? der Bedeutung eingegangen, weshalb einige wegweisende Semantiktheorien explizit erläutert werden. Nach einer Analyse der Rechtssprache als Fachsprache mit syntaktischen und lexikalischen Besonderheiten wird eine linguistische Analyse vorgenommen, die sich vorrangig dem Wortlaut und der Intertextualität widmet. Der praktische Umgang mit Texten in der Rechtswissenschaft wird an einem konkreten Fall (Diebstahl einer Handtasche) aufgezeigt, indem zunächst eine juristische Lösung mit anschließender linguistischer Aufarbeitung erfolgt. Bei der linguistischen Aufarbeitung werden der Wortlaut und die linguistische Struktur des § 127 StGB (Diebstahl) analysiert. Ebenso werden die Bedeutungsexplikationen der unterschiedlichen Tatbestands-merkmale beleuchtet, die zudem mittels der zuvor beschriebenen Semantiktheorien analysiert werden. Abschließend werden die Begriffe ?Referenz? und ?Subsumtion?, als zentrale Begriffe der Sprach- bzw. Rechtswissenschaft, gegenübergestellt bzw. verglichen.

Zusammenfassung (Englisch)

The masters thesis with the above title is grounded in the interdisciplinary fields of linguistics and jurisprudence. It shall point out that the complex language of legal practitioners and their text interpretation can be described by linguistic models.The work is divided into two parts to maintain comprehensibility and clarity for the reader. The first part examines the term right and how it is understood in legal positivism and law of nature. After a description of the construction and application of right, the (text-) interpretation methodology in jurisprudence, which has been well established for centuries, is discussed in detail. The second part primarily outlines the points of contact and parallels of linguistics and jurisprudence thus the main focus lays on normativity, interpretation and understanding as well as on linguistic meaning. Thereby some of the most important concepts of meaning are described explicitly. After an analysis of the legal terminology as a technical language with its syntactic and lexical characteristics, a linguistic analysis, which focuses on wording and intertextuality, is carried out. The example of a purse theft shows the practical use of juristic text handling. Therefore the case is first solved legally and afterwards with a linguistic approach. In addition the wording and the linguistic structure of § 127 StGB (theft) are analyzed. Furthermore some elements of the offense are specified and analyzed more precisely by means of the semantics theories described before. Finally the terms ?reference? and ?subsumtion?, as important terms in linguistics and respectively jurisprudence, are opposed.