Titelaufnahme

Titel
Rechtsmängelhaftung beim Kauf in historischer Sicht, insbesondere in der Zeit des Vernunftrechts / von: Christoph Wenger
Verfasser/ VerfasserinWenger, Christoph
Begutachter / BegutachterinWesener Gunter
Erschienen2011
Umfang73 Bl. : Zsfassung
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Mängelhaftung / Geschichte / Österreich / Mängelhaftung / Geschichte / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-29721 Persistent Identifier (URN)
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Rechtsmängelhaftung beim Kauf in historischer Sicht, insbesondere in der Zeit des Vernunftrechts [0.27 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

.Den Anfang macht hierbei das römische Recht. Dieses kannte noch keinen einheitlichen Begriff der Gewährleistung, sondern unterschied scharf zwischen Haftung für Sach- und für Rechtsmängel. Bei der Rechtsmängelhaftung folgten die römischen Juristen jener Zeit dem Eviktionsprinzip. Dies bedeutete, dass der Verkäufer einer Sache nicht dazu verpflichtet war, dem Käufer das Eigentum zu verschaffen, sondern vielmehr nur den ungestörten Besitz zu garantieren. Allerdings konnte er sich im Falle, dass er einem Angriff eines Dritten ausgesetzt war, an den Verkäufer wenden. Ein weiterer Grund dafür, dass ihm die Sache entzogen sein musste, war nach römisch- rechtlicher Auffassung auch der, dass der Käufer, solange er nicht angegriffen wurde, immer noch die Ersitzung für sich hatte. Das römisch-rechtlichen System blieb lange Zeit unverändert. Auch im Mittelalter und in der frühen Neuzeit blieb es bei diesem System. Erst in der Zeit des Naturrechts gab es die ersten wesentliche Änderungen. Die erste starke Veränderung im Bereich der Gewährleistung wurde dadurch geschaffen, dass das ALR versucht hat, Rechts- und Sachmängelhaftung zu vereinheitlichen, was aber in konsequenter Weise erst beim ABGB durchgesetzt werden konnte. Der Bruch mit der römisch-rechtlichen Tradition kam schlussendlich durch die Etablierung des Rechtsverschaffungsprinzips. Sinn des selben war es, dem Verkäufer einen stärkeren Schutz zu gewähren. Vollkommen etabliert ist das Rechtsverschaffungsprinzip in unserem heutigen ABGB und zwar in den §§922- 932 ABGB. Der gravierente Unterschied zwischen dem Eviktionsprinzip und dem Rechtsverschaffungsprinzip besteht darin, dass es zur Pflicht des Verkäufers wurde, dem Käufer die rechtliche Position des Eigentümers zu verschaffen. Es genügt nicht mehr nur den ungestörten Besitz zu verschaffen und zu erhalten. Des weiteren kann der Käufer der Sache bereits gegen den Verkäufer vorgehen, bevor ihm die Sache von einem Dritten streitig gemacht wird.

Zusammenfassung (Englisch)

The beginning of this law can be found in the Roman times. In these times, there was no uniform guarantee law because they distinguished between the guarantee for material defects and legal defects. The lawyers followed the so called ?Eviktionsprinzip?. This means, that the buyer of an item could only sue the seller, if the buyer was attacked by a third person. As long as the buyer had the undisturbed possession, he could not sue the seller, because the seller only had the duty to guarantee the undisturbed possession and not the property. Another reason for this was that the buyer, who was not attacked, had the acquisitive prescription on his side. The Roman law was maintained for a long time and it was neither changed in the Middle Ages nor in the Early Modern Times. The first real changes took place in the times of natural law. The ALR tried to combine the guarantee for material defects and defects in title, but only later in the ABGB, in its § 922-932 ABGB, this was consequently enforced. The break with the Roman tradition took place when the authors of the ABGB implemented the so called ?Rechtsverschaffungsprinzip?. Due to this law, the buyer had a stronger protection. The striking difference between the ?Eviktionsprinzip? and the ?Rechtsverschaffungsprinzip? was that the seller had the duty to give the buyer the legal status of an owner. It was no longer enough to guarantee the undisturbed possession but the buyer could sue the seller of an item before the buyer was attacked by a third person.