Titelaufnahme

Titel
Kognitive Strategien zur Regulation von Ekel: Der Effekt von Neubewertung und Achtsamkeit unter Berücksichtigung von Ekelsensitivität / Theresia Wolf
Verfasser/ VerfasserinWolf, Theresia
Begutachter / BegutachterinSchienle Anne
Erschienen2011
UmfangV, 67 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Ekel / Sensitivität
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-29086 Persistent Identifier (URN)
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Kognitive Strategien zur Regulation von Ekel: Der Effekt von Neubewertung und Achtsamkeit unter Berücksichtigung von Ekelsensitivität [1.22 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Zahlreiche psychische Störungen sind assoziiert mit dysfunktionaler Emotionsregulation. Bei einigen spezifischen Erkrankungen kann vor allem Ekel schlecht reguliert werden kann. Hier scheint vor allem hohe Ekelsensitivität ausschlaggebend zu sein. Ziel der vorliegenden Studie war es, herauszufinden, wie sich die bewusste Anwendung kognitiver Emotionsregulationsstrategien, in diesem Fall Achtsamkeit und Neubewertung, auf das emotionale Erleben bei Präsentation von ekligen Reizen auswirkt. Außerdem sollte überprüft werden, ob sich Personen mit hoher und niedriger Ekelsensitivität im Hinblick auf Ekelerleben und auf Regulation von Ekel unterscheiden. Insgesamt wurden 47 Teilnehmerinnen mit hoher und niedriger Ekelsensitivität getestet. Bei der Haupttestung wurden die Emotionsregulationsstrategien Achtsamkeit und Neubewertung geübt und anschließend neutrale und eklige Bilder am Computer präsentiert. Versuchspersonen sollten dann während des Betrachtens der Bilder diese Strategien anwenden oder die Bilder passiv betrachten. Die Bilder sollten dann in Hinblick auf die empfundene Nervosität, die ekelspezifischen Reaktionen und auf das Schamempfinden beurteilt werden. Die wichtigsten Ergebnisse sind, dass Personen mit hoher Ekelsensitivität nervöser waren, stärkere ekelspezifische Reaktionen und größeres Schamempfinden beim Betrachten der ekligen Bilder aufwiesen als Personen mit niedriger Ekelsensitivität. Allerdings profitierten nur Personen mit hoher Ekelsensitivität von der Anwendung der Emotionsregulationsstrategien. Personen mit hoher Ekelsensitivität scheinen Probleme mit der Regulation von Ekel zu haben. Wenn sie jedoch bewusst adaptive Strategien anwenden, können sie besser mit ihren negativen Gefühlen umgehen. Für die Regulation von Ekel sind sowohl Neubewertung als auch Achtsamkeit effektive Strategien. Bei ekelspezifischen Störungen könnten daher Therapien, die sich auf Emotionsregulation konzentrieren, erfolgreich sein.

Zusammenfassung (Englisch)

Numerous psychological disorders are associated with problems in emotion regulation. In some specific disorders patients are for instance not able to deal with disgust accordingly. High disgust sensitivity seems to be a risk factor. The main purpose of this study was to discover how intentional cognitive emotion regulation, in this case mindfulness and reappraisal, influences emotional reactions during the presentation of disgusting stimuli. Moreover it tries to answer the question as to whether there is a difference between people with high and low disgust sensitivity. Alltogether 47 subjects with high and low disgust sensitivity scores were tested. During the main experiment they were instructed to practice mindfulness and reappraisal. After this they had to watch neutral and disgusting pictures during which they should either apply mindfulness or reappraisal or they should just watch the pictures passively. Furthermore they were asked to rate the pictures according to the experience of nervousness, disgust specific reactions and shame experience. All subjects had to attend to all conditions. The main results of this study are that high disgust sensitive subjects felt more nervous, experienced stronger disgust specific reactions and more shame during the observation of disgusting pictures. However, only people with high disgust sensitivity were able to profit from emotion regulation strategies. These results suggest that people with high disgust sensitivity have problems with controlling their negative emotions. However, when they are provided with adaptive emotion regulation strategies they appear to have fewer difficulties concerning the control of disgust. Thereby mindfulness as well as reappraisal are effective for the subjective short time reduction of disgust. Thus teaching emotion regulation strategies in a psychological therapy is probably helpful for people suffering from disgust specific disorder.