Titelaufnahme

Titel
Voicen - ein Damoklesschwert? : der Einfluss der Direktionalität im Bereich des Gebärdensprachdolmetschens in der Steiermark / vorgelegt von Anna Krüger
Weitere Titel
Sign-to-voice - a Swort of Damocles? The impact of directionality in the field of sign language in Styria (Austria)
Verfasser/ VerfasserinKrüger, Anna
Begutachter / BegutachterinGrbic Nadja
Erschienen2011
Umfang106 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Abweichender Titel laut Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Ausgangssprache / Zielsprache / Gebärdensprache / Gehörlosigkeit / Dolmetschen / Ausgangssprache / Zielsprache / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-28451 Persistent Identifier (URN)
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 Das Werk ist frei verfügbar
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Voicen - ein Damoklesschwert? [1.05 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Ist eine qualitativ hochwertige Dolmetschung leichter zu erzielen, indem man in die Muttersprache (A) oder in die Fremdsprache (B) dolmetscht? Diese Frage ist Teil einer translationswissenschaftlichen Debatte, die unter dem Schlagwort directionality geführt wird und auf zwei geographisch getrennten Modellen beruht: dem Modell der Pariser Schule, das davon ausgeht, dass DolmetscherInnen in ihrer A-Sprache über mehr Möglichkeiten im Ausdruck verfügen und dem der sowjetischen Schule, das dem Verstehen mehr Bedeutung beimisst als der Wiedergabe. In der Folge plädiert das erste Modell, das breitere Akzeptanz in Praxis und Lehre findet, für das Vorziehen der Dolmetschrichtung B-A, das zweite für die Dolmetschrichtung A-B. Unter den GebärdensprachdolmetscherInnen (GSD) scheint es jedoch generell wenige zu geben, die das Dolmetschen in die jeweilige Lautsprache bevorzugen, auch wenn diese ihre Muttersprache darstellt. Dies haben auch die Ergebnisse der vorliegenden Studie bestätigt.In der Diplomarbeit wird zunächst die Debatte um Direktionalität kritisch erörtert. Im empirischen Teil werden anschließend qualitative ExpertInneninterviews, die mit sieben GSD aus der Steiermark durchgeführt wurden, nach Mayring analysiert. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung zum Thema Direktionalität, unter besonderer Berücksichtigung der Faktoren, die gemäß Daniel Gile (2005) eine Dolmetschung beeinflussen, diskutiert. Das Ziel der Arbeit war es, zu ergründen, welches mögliche Ursachen für die Präferenz des Dolmetschens in die B-Sprache sein könnten. Die Analyse der Interviews zeigte, dass ein wesentlicher Grund hierfür die fehlende Praxis beim Dolmetschen ins Deutsche sein könnte. Doch auch die stark ausgeprägten regionalen und idiolektalen Varianten der ÖGS dürften die Vorliebe für A-B verstärken. Hinzu kommen die strukturellen Unterschiede zwischen Laut- und Gebärdensprachen sowie die Kulturunterschiede zwischen der hörenden und gehörlosen Gesellschaft.

Zusammenfassung (Englisch)

In order to achieve an interpretation of high quality, is it easier to interpret into one?s mother tongue (A) or into a foreign language (B)? This question is discussed in translation studies ? especially for simultaneous interpreting ? under the title of directionality and is based on two geographically and ideologically separated models: the model of the Paris school which says that interpreters have more possibilities to express themselves in their A-language and the model of the Soviet school that is convinced that for interpretation understanding is more important than text production. The first model, which is widely spread in teaching and practice, suggests to prefer the B-A direction, the second one the A-B direction. Sign language interpreters, however, do not seem to prefer interpreting into a spoken language even if it is their mother tongue. This has also been confirmed by the results of the study at hand.First, the debate in translation studies on directionality is discussed in the theoretical part of the thesis. In the empirical part, qualitative Expert Interviews with seven sign language interpreters in Styria are analysed by the model of Mayring. The results are discussed considering the research on the topic of directionality and focusing on the language-specific and language-pair specific factors that, according to Gile (2005), can influence an interpretation. The aim of the thesis was to examine the possible reasons for the preference to interpret into a B language. The analysis has shown that an important factor for this preference is the lack of practice in interpreting into German. But also the strongly divergent regiolects and idiolects of Austrian Sign Language (ÖGS) seem to strengthen the preference for the A-B direction. Additionally, the differences in structure between spoken and signed languages and also the cultural differences between the hearing and the deaf society can provoke difficulties.

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