Titelaufnahme

Titel
Die Hydrodynamik reliktischer Blockgletscher am Beispiel des Schönebenblockgletschers (Seckauer Tauern, Steiermark) / Marcus Pauritsch
Verfasser/ VerfasserinPauritsch, Marcus
Begutachter / BegutachterinWinkler Gerfried
Erschienen2011
UmfangVII, 143 Bl. : Zsfassung ; Ill., graph. Darst., Kt.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Seckauer Alpen / Blockgletscher / Hydrodynamik / Seckauer Alpen / Blockgletscher / Hydrodynamik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-28317 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Die Hydrodynamik reliktischer Blockgletscher am Beispiel des Schönebenblockgletschers (Seckauer Tauern, Steiermark) [18.54 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Blockgletscher werden erst seit einer relativ kurzen Zeit erforscht, wobei sich die Forschung hauptsächlich auf intakte Formen konzentriert. Reliktische Blockgletscher sind im alpinen Raum, besonders in den Niederen Tauern ein weitverbreitetes Phänomen und stellen einen wichtigen Teil des Wasserkreislaufs dar. Diese Masterarbeit befasst sich mit dem in den Niederen Tauern befindlichen reliktischen Schönebenblockgl. und hat das Ziel, dessen hydrodyn. Eigenschaften zu untersuchen. Dazu wurde das Arbeitsgebiet geologisch, geomorphologisch und hydrogeol. kartiert und beschrieben. Die hydrologischen Grundparameter el. Leitfähigkeit, Temperatur und Schüttung wurden direkt an der Quelle, die an der Blockgletscherstirn entspringt, bzw. an einem bereits installierten Messwehr knapp unter der Quelle kontinuierlich gemessen. Der Hydrograph zeigt nach Niederschlägen ein äußerst schnelles Ansprechverhalten der Quelle. Die Daten der Temp. und el. Leitfähigkeit sowie die hohen Auslaufkoeffizienten nach einer Grundwasserneubildung belegen, dass das Regenwasser nur schlecht gespeichert wird und sich die Quelle ähnlich wie eine Karstquelle verhält und die Abflussmenge schnell wieder auf das Niveau des Basisabflusses abnimmt. Die Untersuchungen der Auslaufkoeffizienten mit einem Einfachspeichermodell (Maillet) zeigten, dass der Blockgletscher neben den extrem gut durchlässigen Bereichen mehrere zum Teil sehr langsam abfließende Schüttungsregime und damit auch gute Speichereigenschaften besitzt. Daraus weiterführende Berechnungen ergaben ein Vol. des im Blockgletscher gespeicherten Grundwassers von knapp 0,2 Mio. m3. Bei einem Markierungsversuch stellte sich im Gegensatz zu den sofort reagierenden natürlichen Tracern Temp. und el. Leitfähigkeit ein erst nach mehreren Wochen einsetzender und über mehrere Monate dauernder Durchgang der Tracerwolke heraus. Der Aufbau des Blockgletschers kann daher mit besonders gut und schlecht durchlässigen Bereichen als heterogen interpretiert werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Rock glaciers are a target of investigation since a relatively short time and the research mainly focuses on the intact types. This master thesis aims to investigate the hydrodynamic properties at the relict rock glacier ?Schöneben? in the Niedere Tauern. Relict rock glaciers are a common phenomenon in the alpine region, especially in the Niedere Tauern area and they are an important feature of the water circle.Therefore the investigation area has been mapped and described geologically, geomorphologically and hydro-geologically. The parameters electrical conductivity and temperature have been continuously measured directly at the rock glacier spring and the discharge at a weir situated a few meters below the spring.The hydrograph shows a very quick hydraulic respond of the spring after precipitation events. The high discharge coefficient indicates a low storage capacity but a high hydraulic conductivity component. This is also proved by the temperature and electric conductivity analyses results and which are similar to the characteristics of karst springs.The investigations of the discharge coefficients with a single storage model (Maillet) show, that besides the extremely permeable domains of the rock glacier, there are multiple partly very slow discharging regimes. The continuing calculations result in a volume of 0,2 million m3 of groundwater stored in the rock glacier.The performed tracer test shows, in contrast to the immediately reacting natural tracer temperature and electric conductivity, a first break through of the tracer at the spring after several weeks and an ongoing detection for several months. The internal structure of the rock glacier could be described as heterogeneous with some highly permeable parts and others with a high storage capacity.