Titelaufnahme

Titel
Der Bayrische Hiesel im Puppentheater um 1900 : Edition und Studie / vorgelegt von Belona Berchtaler
Verfasser/ VerfasserinBerchtaler, Belona
Begutachter / BegutachterinMüller-Kampel Beatrix
Erschienen2011
Umfang173 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; Ill., Notenbeisp.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Klostermayer, Matthias / Figurentheater / Klostermayer, Matthias / Figurentheater / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-28191 Persistent Identifier (URN)
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Der Bayrische Hiesel im Puppentheater um 1900 [2.42 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Bayrische Hiesel im Puppentheater um 1900. Edition und Studie.Belona BerchtalerIm Rahmen der Edition der überlieferten Hiesel-Puppenspiele setzt sich die vorliegende Masterarbeit mit der Frage auseinander, wie der Matthäus Klostermair alias der Bayrische Hiesel (1736-1771), der systematisch gegen das Gesetz verstößt und auch deswegen hingerichtet wird, zum historischen und theatralen Mythos wird, warum dies erfolgt, aus welchen Bestandteilen dieser Mythos besteht und worauf dessen Erfolg zurückzuführen ist. Für das Interesse am ?Fürsten der Wälder? im späten 18., 19. und beginnenden 20. Jahrhundert konnten vier Gründe identifiziert werden: (1) das aufkeimende Interesse an der Person des Verbrechers, (2) die Betrachtung des Wilderns als Kavaliersdelikt, (3) die Lust des Bürgertums auf Abenteuer, Natur und Gewalt und (4) das Motiv des reuigen Sünders. Als Formen und Elemente der Verklärung wurden (1) Reinigung, Aussparung und Vermeidung, (2) Veredelung und (3) Humor näher besprochen.Nach Untersuchung der vorliegenden Puppenspiele wurde festgestellt, dass Hiesel nicht als sozialrebellische Figur bezeichnet werden kann. Stattdessen schrieb man ihm den Habitus eines gerechten Räubers zu. Dieser Wandlung des hiesel?schen Habitus ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: (1) Bürgerliche Tugend und (2) Hiesel als Büßer. Hiesel kann nur zum abschreckenden Beispiel werden, wenn er Identifikationspotenzial bietet. Dies tut er, indem er sich au final als reuiger Sünder verhält und den bürgerlichen Moralvorstellungen entsprechend handelt.

Zusammenfassung (Englisch)

The Bavarian Hiesel in the Puppet Theatre around 1900. Edition and Study.Belona BerchtalerWithin the context of the edition of the traditional Hiesel puppet plays this master thesis tries to answer the question, how Matthäus Klostermair alias ?Bavarian Hiesel? (1736-1771), who has been executed because of his criminal activities, became a historical and theatrical myth, why and how this happened.Employing these methods four reasons for the strong imprint the ?Prince of the Forests? left an folk literature of the late 18th, 19th and beginning of the 20th century are identified: (1) the growing interest in the criminal, (2) the notion of poaching as a harmless crime, (3) the bourgeoisian desire for adventures, nature and force and (4) the motive of the rueful sinner. The investigation of the available puppet plays lead to the discovery that Hiesel cannot be identified as a social rebel. Instead he gained the Habitus of a fair robber. Two motives were found, which explain this process: (1) Bourgeoisian virtue and (2) Hiesel as penitent. Hiesel can only become a deterrent example, if he offers identification potential. He does so, by, on the one hand, finally behaving as rueful sinner and, on the on the other hand, by acting according to bourgeoisian virtue.