Titelaufnahme

Titel
Stress beim Kommunaldolmetschen / vorgelegt von Lilian Todter
Verfasser/ VerfasserinTodter, Lilian
Begutachter / BegutachterinGrbic Nadja
Erschienen2011
Umfang129 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Kommunaldolmetschen / Stress / Kommunaldolmetschen / Stress / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-28053 Persistent Identifier (URN)
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Stress beim Kommunaldolmetschen [0.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Einblick in das von der Dolmetschwissenschaft bisher vernachlässigte Thema Stress beim Kommunaldolmetschen zu geben. Die Arbeit geht von der These aus, dass KommunaldolmetscherInnen Stress erleben, welcher sich durch für den Kommunalbereich typische Stressoren auszeichnet. Die zentralen Fragestellungen beschäftigen sich mit spezifischen Stressoren, der Stressreaktion von DolmetscherInnen und dem Umgang mit dem erlebten Stress. Im theoretischen Teil der Arbeit wird das Forschungsfeld Kommunaldolmetschen abgesteckt, sowie einige relevante Fragestellungen thematisiert, worauf ein Einblick in die Stressforschung folgt. Dem empirischen Teil liegen Leitfadeninterviews mit jeweils drei im Kommunalbereich aktiven Gebärdensprach- und Lautsprachendolmetscherinnen zu Grunde, welche transkribiert und im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Im Vordergrund stehen die subjektiven Erfahrungen und Beobachtungen der Befragten. Aus den Interviews ergaben sich folgende Faktoren, die die Entstehung von Stress beeinflussen: Ausbildung, Berufsstand, Einstellung zur Arbeit, Verantwortungsgefühl und Berufserfahrung, wobei Erfahrung Stress sowohl abschwächen als auch verstärken kann. Unter der Vielzahl von beschriebenen Stressoren scheinen besonders das Verhalten der KundInnen und der oft emotionale Gesprächsinhalt belastend zu wirken. Stressreaktionen werden von KommunaldolmetscherInnen auf körperlicher, behavioraler und emotional-kognitiver Ebene beobachtet. GebärdensprachdolmetscherInnen leiden zwar unter körperlichen Beschwerden, diese hängen jedoch möglicherweise nicht unbedingt mit ihrer Arbeitssprache zusammen. Je nach Situation und Persönlichkeit unterscheiden sich die beschriebenen Copingstrategien stark, was auf individuelle Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse hinweist.

Zusammenfassung (Englisch)

The objective of this thesis is to shine a light on the so far neglected topic of stress in community interpreting. The thesis is based on the assumption that community interpreters experience stress which is determined by stressors that bear typical characteristics for the field of community interpreting. The study consists mainly of three parts: the nature of specific stressors, the interpreters' stress reaction and strategies of coping with stress. The theoretical foundation for the empirical study begins with an overview over the field of community interpreting, highlighting several relevant topics. This is followed by a brief introduction to stress theory. Semi-structured interviews with three sign language and three spoken language interpreters working as community interpreters form the basis to the empirical part. The interviews have been transcribed and then analysed within the framework of qualitative content analysis. The interviewees' subjective experiences and observations constituted the main focus of the study. The analysis showed that there are several factors to be considered when discussing the development of stress, namely, education or professional training, professional situation, attitude towards work, feelings of responsibility and interpreting experience, which can result in both the increase or the decrease of stress. Among a large diversity of stressors that can be found in community settings, especially the clients' behaviour and the often emotionally charged content of conversations seem to function as stressors. Community interpreters show stress reactions on physical, behavioural and emotional-cognitive levels. Sign language interpreters do suffer from physical stress reactions, however these might not be connected with their working language. Depending on situation and personality the coping strategies that were described by the interviewees differ immensely, which indicates invidual development and decision processes.