Titelaufnahme

Titel
Estland zwischen Sowjetunion und Europäischer Union : Nationale Identitätskonstruktionen und der Umgang mit ethnischen Minderheiten in der estnischen Gegenwartsgesellschaft / vorgelegt von Stefan Hatzl
Verfasser/ VerfasserinHatzl, Stefan
Begutachter / BegutachterinStaudinger Eduard
Erschienen2011
UmfangV, 135 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Estland / Nationalbewusstsein / Nationale Minderheit / Estland / Nationalbewusstsein / Nationale Minderheit / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-27894 Persistent Identifier (URN)
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Estland zwischen Sowjetunion und Europäischer Union [0.67 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Der Zerfall der Sowjetunion stellt zweifellos eines der zentralen Ereignisse des 20. Jahrhunderts dar. Mit dem Entstehen neuer Staaten bzw. der Wiederherstellung ihrer Unabhängigkeit schien die Nationalismusforschung mit Phänomenen konfrontiert, die mit den bisher entwickelten Theorien nicht oder nicht ausreichend beschrieben werden konnten. Es entstanden eine Reihe von Arbeiten, die die Konjunktur des Nationalstaates im östlichen und nord-östlichen Europa zu untersuchen. Estland stellt in diesem Zusammenhang in mehrfacher Hinsicht einen Sonderfall dar. Dies unter anderem, weil Estland als unabhängiger Staat in der Zwischenkriegszeit bereits existiert hat, eine hohe ethnische Diversität aufweist und im europäischen Integrationsprozess als Vorbild diente ? also den Umstieg von zentraler Planwirtschaft auf neoliberale freie Marktwirtschaft sehr schnell und scheinbar ohne große Probleme schaffte. Diese Arbeit untersucht, auf welche Narrative zur Konstruktion einer nationalen estnischen Identität zurückgegriffen wird, welche Erinnerungen unterdrückt werden (müssen) bzw. welche Gegenerzählungen es gibt. Im Zentrum der Untersuchung steht also der kollektive Verortungsprozess der estnischen Nation und die Frage, wer an diesem Prozess teilnehmen kann und teilnimmt bzw. wer davon ausgeschlossen wird/ist. In einem weiteren Schritt wird dargelegt, wie dieser nation building process konkret den Umgang mit der russischen Minderheit in Estland beeinflusst, welche Rolle unterschiedliche Interpretationen der Geschichte spielen und es wird auch der Frage nachgegangen, welche Selbstbilder diese Minderheit seit dem Zerfall der UdSSR entwickelt hat und in welchem Verhältnis diese zu den Fremdbildern der estnischen Bevölkerung steht. Abschließend wird das Verhältnis zwischen Demokratieentwicklung und der estnischen Ethnopolitik durchleuchtet.

Zusammenfassung (Englisch)

The collapse of the Soviet Union was undeniably one of the central historic events of the 20th century. The following establishment of states or re-establishment of their independence confronted research on nationalism with phenomena, which could not or only deficiently be described with existing theories. Consequently, numerous publications appeared which tried to examine the re-establishment of the nation state concept in eastern and north-eastern Europe. In this context, Estonia is a special case in several perspectives. Among others, Estonia already existed as an independent state during the interwar time period, it features high ethnic diversity and it seemed to manage the transformation from a centrally planned economy towards a neoliberal free market economy quickly and seemingly without major difficulties, which made it a role model with regard to European integration processes.This thesis examines on which narratives the construction of a national Estonian identity is based, which memories are (or have to be) suppressed and which counter-narratives exist. The main focus is on the nation-building process in Estonia and the establishment of a collective identity. Furthermore, the question is raised who can and does participate in this process and who, on the other hand, is excluded from it. In a further step, the influence of this nation-building process on the concrete treatment of the Russian-Estonian minority will be analysed as well as the importance of various interpretations of history. In this context, the thesis also discusses which self-perceptions the minority has established since the collapse of the USSR and how these are related to the perceptions of the Estonian majority. In a last step, the relation between the development of democracy and Estonian ethnic policy will be examined.