Titelaufnahme

Titel
Die Entwicklung translatorischer Kreativität / eingereicht von Gerrit Bayer-Hohenwarter
Verfasser/ VerfasserinBayer-Hohenwarter, Gerrit
Begutachter / BegutachterinGöpferich Susanne ; Jakobsen Arnt Lykke
Erschienen2011
Umfang496 Bl. : Zsfassung + 2 CD-ROM ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. und engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-27728 Persistent Identifier (URN)
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Die Entwicklung translatorischer Kreativität [30.35 mb]
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Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

In dieser empirischen Arbeit, einem Teilprojekt der Longitudinalstudie TransComp, wird untersucht, was translatorische Kreativität ist, wie sie gemessen werden kann und wie sie sich entwickelt. Auf der Basis kreativitätspsychologischer und translationswissenschaftlicher Erkenntnisse wird translatorische Kreativität als Leistungsmerkmal definiert, das im Übersetzungsprozess und/oder produkt an Ausdrucksformen der Dimensionen Originalität, kognitiver Flexibilität, Denkflüssigkeit und Translatqualität erkennbar wird. Hierauf werden diesen Dimensionen translationsrelevante Indikatoren zugeordnet. Mit allen Indikatoren wird erhöhter kognitiver Aufwand gemessen, der sich in Nicht-Wörtlichkeit oder kreativem Problemlösen zeigen kann.Acht Versuchstexte werden fünf Berufsübersetzern und zwölf Studierenden des Bachelor-Studiengangs transkulturelle Kommunikation zur Übersetzung vorgelegt. Die Versuchspersonen übersetzen laut denkend an einem PC-Arbeitsplatz mit Software zur Aufzeichnung von Tastatur- und Bildschirmaktivitäten. Im Anschluss werden Fragebogendaten erhoben und retrospektive Interviews geführt. Aus den acht Versuchstexten werden jeweils vier Analyseeinheiten ausgewählt. Für jedes Auftreten eines Kreativitätsindikators wird ein Bonuspunkt vergeben. Aus den Bonuspunkten werden mittels Summierung und Normierung relative Kreativitätswerte ermittelt. Die Translatqualität wird anhand funktionaler Kriterien von unabhängigen Bewertern bestimmt. Die Datendokumentation ist der Projekt-Homepage zu entnehmen.Die Ergebnisse stützen die Annahmen, dass translatorische Kreativität kompetenzabhängig und somit potenziell lehr- und lernbar ist. Es zeigt sich auch, dass erfahrenere Übersetzer ökonomischer zwischen einem kognitiv wenig beanspruchenden Routinemodus und einem kognitiv aufwändigen Kreativmodus wechseln. Insbesondere haben die Berufsübersetzer gewisse kreative Strategien verinnerlicht.

Zusammenfassung (Englisch)

This doctoral dissertation forms part of the longitudinal study TransComp and investigates what translational creativity is, how it is measured and how it develops. Translational creativity is thought to be a characteristic of performance that is recognizable in the process and/or product of translation and manifests itself as originality, cognitive flexibility, fluency and translation quality. In this empirical study, several translation-specific manifestations of these dimensions are specified. They measure high cognitive effort that can be evident in the form of non-literalness or creative problem-solving.Eight experimental texts are translated by five professional translators and twelve students of transcultural communication. All subjects are asked to translate at a PC workstation and to think aloud while translating. The PC is equipped with keystroke logging and screen recording software. After the experiment, a short retrospective interview is conducted and each subject fills out a questionnaire.Four units of analysis are selected from each experimental text. The units are then analysed for instances of creativity indicators as previously specified. For each instance, one bonus point is awarded and a relative creativity score is calculated. The target text quality is assessed on the basis of functional criteria by independent raters. All data is available on the project homepage.The results corroborate the assumption that translational creativity is competence-dependent and thus potentially learnable and teachable. The results indicate that the more experienced translators are better able to switch more economically between a cognitively less demanding routine mode and a cognitively more demanding creativity mode. The study also shows that the use of certain creative strategies has become routine for the professional translators.