Titelaufnahme

Titel
Bedingungen des Erfolgs nationaler Bewegungen im Europa des 19. Jahrhunderts : eine systematische, qualitativ-komparative Analyse (QCA) / Erwin Stolz
Verfasser/ VerfasserinStolz, Erwin
Begutachter / BegutachterinFleck Christian
Erschienen2011
Umfang153 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Masterarb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypMasterarbeit
Schlagwörter (GND)Europa / Nationalbewegung / Geschichte 1800-1900 / Europa / Nationalbewegung / Geschichte 1800-1900 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-26855 Persistent Identifier (URN)
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Bedingungen des Erfolgs nationaler Bewegungen im Europa des 19. Jahrhunderts [5.38 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel dieser Arbeit ist es vergleichend herauszufinden, warum viele Nationalbewegungen nicht-dominanter, ethnischer Gruppen im Europa des 19. Jahrhunderts erfolgreich waren, einige je-doch daran gescheitert sind nationales Bewusstsein in breiteren Bevölkerungsschichten zu verbreiten. Als theoretischer Rahmen dient dabei das Verlaufsschema nationaler Bewegungen von Miroslav HROCH. Es wurden 14 nord-ost, zentral- und südosteuropäische, erfolgreiche und gescheiterte Nationalbewegungen ausgewählt und mittels problem-zentrierten, synthetischen Fallbeschreibungen sechs Erklärungsbedingungen für diesen Unterschied basierend auf theore-tischer und historischer Sekundärliteratur näher charakterisiert. Diese Information wurde an-schließend in nummerische Werte transformiert und mittels Crisp-Set QCA und Multi-Value QCA analysiert. So konnte gezeigt werden, dass die in der Literatur erwähnte Bauernbefreiung keine Rolle für die nationale Mobilisierung breiterer, bäuerlicher Schichten spielte. Notwendig ist da-gegen ein breiteres, national-orientiertes Publikations- und Vereinswesen. Als hinreichende kausale Pfade für eine nationale Massenmobilisierung zeigt sich jeweils das Publikations- und Vereinswesen in Kombination mit hoher Alphabetisierung oder in Kombination mit der Unter-stützung des Adels und/oder des Klerus. Die beiden letzten Bedingungen können daher was die erfolgreiche Verbreitung nationalen Bewusstseins angeht, als funktionale Äquivalente gelten. Für das Scheitern einer Nationalbewegung erweist sich die fehlende Unterstützung von Adel und Klerus als notwendig und eine Kombination dieser Bedingung mit niedriger Alphabetisierung oder nachhaltiger Assimilationspolitik als hinreichend. Weniger pervasive Assimilationsversu-che von außen können, bei gleichzeitig vorhandenem Publikationswesen und/oder hoher Al-phabetisierung bzw. Unterstützung aber durchaus zur Verbreitung nationalen Bewusstseins in breitere Schichten im Sinne einer Abgrenzung beitragen.

Zusammenfassung (Englisch)

The following master thesis presents a historical-comparative analysis to explain why a number of national movements of non-dominant ethnic groups in 19th-century Europe succeeded in nationally mobilizing large parts of the population, while others failed. Using Miroslav HROCHs A-B-C schema as theoretical framework, 14 cases from North-East, Central and Southeast Europe have been selected and characterized via synthetic case descriptions based on secondary historical literature. Six causal conditions (literacy, primary schooling, network of national pub-lications and associations, abolition of serfdom, politics of assimilation and support by the nobil-ity and/or clergy) have been selected to explain the difference in the outcome. That information was transformed into numerical values and analyzed with Crisp-Set QCA and Multi-Value QCA. While the formal comparison showed that abolition of serfdom did not play a role, the existence of a network of national publications and associations turned out to be a necessary condition for successful national mass mobilization. The combinations of the mentioned network and a high literacy rate or support are sufficient for national mobilization. Therefore the last two conditions can be seen as functional equivalents. Non-existent support of the nobility and/or the clergy turned out to be a necessary condition for failure, while combinations with non-high literacy rates or lasting politics of cultural assimilation are either sufficient for the failure to spread na-tional consciousness. Less pervasive forms of politics of cultural assimilation however, e.g. in the Finnish, Ruthenic or Romanian case, together with an existing network of national publications and associations and high literacy rates or support are on the other hand, beneficial for national mass mobilization.