Titelaufnahme

Titel
Individuelles Mobilitätsverhalten in Großstädten : Erklärungsmodell und Veränderungsmöglichkeiten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel / eingereicht von Sebastian Seebauer
Verfasser/ VerfasserinSeebauer, Sebastian
Begutachter / BegutachterinNeuper Christa ; Haller Max
Erschienen2011
UmfangXI, 244 S. : graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. und dt. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Großstadt / Personenverkehr / Verkehrsmittelwahl / Modell / Verkehrspsychologie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-26774 Persistent Identifier (URN)
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Individuelles Mobilitätsverhalten in Großstädten [15.36 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Diese Dissertation entwickelt ein Handlungsmodell von Mobilitätsverhalten, das dessen Multikausalität besser berücksichtigt als disziplinär ausgerichtete Ansätze. Strukturgleichungsmodelle beschreiben Wirkungsbeziehungen und Einflussstärken der Einflussfaktoren Umweltbewusstsein, soziale Normen, Rigidität, Sicherheit, subjektive Informiertheit, objektiver Wissensstand, subjektive und objektive Geldkosten, subjektive und objektive Zeitkosten, Fitness/Bewegungslust, Flexibilität, Privatheit, Parkplatzangebot und Qualität des öffentlichen Verkehrs. Datenbasis ist eine repräsentative Befragung von je 300 Personen aus den Städten Wien, Klagenfurt und Graz sowie aus dem suburbanen Raum Graz-Umgebung.Das Modell erklärt 62,4% der Verhaltensvarianz. Zentrale Einflussfaktoren auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind Zeitkosten (Beta=-.15/.36), Geldkosten (Gamma=-.39) und subjektive Informiertheit (Beta=-.31). Rigidität, Sicherheit, Flexibilität und Privatheit sind nahezu irrelevant. Subjektive Informiertheit hat eine Schlüsselrolle mit vielen Wirkungsbeziehungen. Die Modellstruktur ist weitgehend auf die unterschiedlichen regionalen Verkehrssituationen der Erhebungsorte übertragbar. Unterschiede der Einflussstärken von Zeitkosten, Parkplatzangebot und Qualität des öffentlichen Verkehrs bestätigen den Stellenwert der Verkehrsinfrastruktur für die individuelle Mobilität. Unterschiede bei subjektiver Informiertheit und objektivem Wissensstand zeigen, dass auch das regionale Angebot an Verkehrsinformationen relevant ist.Starke Einflussfaktoren sind primäre Ansatzpunkte für Interventionen. Subjektive Informiertheit wird in personalisierter Mobilitätsberatung und Mobilitätsmanagement, Zeit- und Geldkosten werden etwa durch fahrleistungsbezogene Abgaben, Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Parkplatzrestriktionen aufgegriffen. Marketingbotschaften mit den Themen Umweltbewusstsein, soziale Normen, Bequemlichkeit und Verkehrssicherheit sind als wenig wirksam einzuschätzen.

Zusammenfassung (Englisch)

This thesis develops an action model that represents the multicausality of mobility behaviour better than disciplinary approaches. Structural equation models depict the causal relations and effects of the following factors: environmental attitudes, social norms, rigidity, security, subjective and objective knowledge, subjective and objective monetary costs, subjective and objective temporal costs, desire for physical activity, flexibility, privateness, availability of parking and quality of public transport. Data obtained in a representative survey of 300 persons each from the Austrian cities of Vienna, Klagenfurt and Graz and the suburban region around Graz is used.The model explains 62,4% of the variance in mobility behaviour. Main determinants of the use of public transportation are temporal costs (Beta=-.15 / .36), monetary costs (Gamma=-.39) and subjective knowledge (Beta=-.31). Rigidity, security, flexibility and privateness are close to irrelevant. Subjective knowledge has a key role with many interdependencies.The model structure can be largely replicated for the regional transport systems in the specific study areas. Differences in the impact of monetary costs, availability of parking and quality of public transport on mobility behaviour underline the importance of the transport infrastructure on individual transport decisions. Different effects of subjective and objective knowledge indicate that the regional availability of traffic information is also relevant.Main determinants yield promising starting points for interventions. Subjective knowledge may be implemented in personalized mobility counselling and mobility management. Temporal and monetary costs provide good leverage through policy measures like charges for mileage travelled, improvements of public transportation services or parking restrictions. Marketing appeals targeting environmental attitudes, social norms, convenience/comfort and transport safety have slim chances of success.