Titelaufnahme

Titel
Wie soll ich sagen...? Einflussfaktoren auf den Umgang mit Fachsprachlichkeit beim Dolmetschen im Asylverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Rollenbildes
Weitere Titel
How shall I put it...? Factors influencing interpreters in asylum settings in dealing with specialized language, with a particular regard to role expectations
Verfasser/ VerfasserinWagner, Andreas
Begutachter / BegutachterinGrbic, Nadja
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117569 Persistent Identifier (URN)
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Wie soll ich sagen...? Einflussfaktoren auf den Umgang mit Fachsprachlichkeit beim Dolmetschen im Asylverfahren unter besonderer Berücksichtigung des Rollenbildes [2.31 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Weltweit befinden sich Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg und Notlagen. Ihre Hoffnung liegt darin, durch einen Asylantrag Schutz in einem für sie sicheren Land zu finden. Auf dem Weg zu diesem Ziel durchlaufen sie rechtliche Verfahren, in denen aufgrund sprachlich-kultureller Barrieren häufig DolmetscherInnen zum Einsatz kommen. In der translationswissenschaftlichen Forschung stellt das Dolmetschen im Asylwesen bisher einen Randbereich dar, wobei der Fokus der vorhandenen Arbeiten auf Rollenbildern und dem Umgang mit Kulturspezifika auf AsylwerberInnen-Seite liegt. Die vorliegende Masterarbeit soll das Forschungsfeld um den bisher wenig beachteten Aspekt der Fachsprachlichkeit auf Behördenseite erweitern. Die Arbeit geht dabei der Frage nach, welche Faktoren das Rollenverhalten von DolmetscherInnen im Asylwesen sowie deren Vorbereitungs- und Übertragungsstrategien im Umgang mit asylrechtlicher Fachsprache und Terminologie beeinflussen. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse von sieben Interviews mit im Asylbereich tätigen DolmetscherInnen wird die Annahme überprüft, dass im Asylwesen weder einheitliche Rollenbilder für DolmetscherInnen noch übergeordnete translatorische Strategien im Umgang mit Fachsprachlichkeit etabliert sind. Bei dem Versuch einer Rollenzuordnung der einzelnen Befragten wird zunächst erkennbar, dass sich die einzelnen Auffassungen zum Rollenverhalten stark voneinander unterscheiden und durch verschiedene situations- und personenspezifische Faktoren beeinflusst werden. In Bezug auf die Frage zu Vorbereitungsstrategien werden danach der individuell divergierende Zugang zu Ressourcen sowie der Fokus auf die inhaltliche Einarbeitung deutlich. Die Untersuchung der Übertragung von Fachsprachlichkeit zeigt zuletzt, dass die befragten DolmetscherInnen die von ihnen angewandten Strategien flexibel an die Situation und die Beteiligten anpassen, wobei rollenspezifische Unterschiede im Umgang mit Transparenz erkennbar werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Millions of people around the world have been displaced from their homes because of persecution, war and disasters, seeking protection in safer countries by applying for asylum. In order to reach their goal, asylum seekers have to go through legal procedures in which interpreters often become necessary due to language and cultural barriers. So far, interpreting in asylum settings has seen relatively little research interest within translation studies, with existing works focusing mainly on issues of role as well as characteristics of asylum seeker cultures. The present masters thesis seeks to expand this field of research by taking up the neglected aspect of specialized language used by institutional representatives. The thesis explores factors that influence the role behavior of interpreters in asylum settings as well as their strategies for preparing and transferring asylum-specific specialized language and terminology. Using the method of qualitative content analysis, seven interviews with interpreters working in asylum settings are discussed in order to test the assumption that interpreters in the asylum context neither share standardized interpreting roles nor common translation strategies for dealing with specialized language. In an attempt to assign roles to the interviewees, it first becomes obvious that individual understandings of role behavior differ greatly and are influenced by a number of situation-specific and person-specific factors. Regarding preparation strategies, the thesis furthermore shows individual differences in the access to resources as well as the general focus on content-related preparation. Finally, the discussion of strategies for transferring specialized language demonstrates that the interviewees adapt their strategies flexibly to the interpreting situation as well as to the parties involved; in this context, role-specific differences in the degree of transparency can be noticed.