Titelaufnahme

Titel
Subversive Alpenkunst / vorgelegt von Sofie Mathoi
Verfasser/ VerfasserinMathoi, Sofie
Begutachter / BegutachterinKonrad Eberlein
Erschienen2011
Umfang123 Bl. : 2 Zsfassungen + 1 CD-ROM ; Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in dt. u. engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Alpen / Kunst / Alpen / Kunst / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-26316 Persistent Identifier (URN)
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Subversive Alpenkunst [1.78 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Kommerzialisierung und Verkitschung der alpinen Bergwelt und ihrer Bewohner spielt bis heute eine erhebliche Rolle innerhalb der visuellen Rezeption der Alpenwelt.Die künstlerische Behandlung der Hochgebirgswelt nahm ihren Beginn im 18. Jahrhundert und fand in der Romantik zu einem ersten Höhepunkt. Entgegen der Rationalität von Klassizismus und Aufklärung standen die einsamen und kargen alpinen Berglandschaften für Leidenschaft, Gefühl und Emotionalität. Die ?Entdeckungskünstler? drangen selbst in das Hochgebirge vor und erfuhren so vor Ort den subjektiven Stimmungsgehalt, den sie in ihre Werke einbrachten. Dies führte zu einer massenhaften Produktion und touristischen Vermarktung der neu entdeckten Bildwelt. Hier wird sie allerdings, als Reaktion auf die Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Propaganda, ganz bewusst als unpolitischer Ort der Freizeitindustrie gezeichnet. Ab den späten 1960er Jahren griffen Künstler in ihren Arbeiten auf Geschichte und Identität der Alpen und ihrer Rezeption zurück und bemühten sich dabei, das moderne, verzerrte Verständnis von der Erhabenheit der Bergwelt zu dekonstruieren. Diesem, hier als subversiv verstandenen Blick auf die Alpenwelt soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Die in dieser Arbeit vorgestellten Beispiele künstlerischer Auseinandersetzung mit den Alpen versuchen alle, das heute primär medial geprägte Alpenbild zu zersetzen und zu dekonstruieren. Ökologische wie ökonomische Probleme als Folgen des alpinen Tourismus haben die Geschichte des Alpenblicks mitgestaltet. Diese Problembereiche werden von den Künstlern aufgegriffen und mit Hilfe derselben Strategien, derer sich Tourismus, Politik und Medien bedienen, im Kunstwerk hinterfragt. Der künstlerische Blick wendet sich von der Schönheit der Alpen ab und versucht, das Erhabene der Berge wieder wahrzunehmen und für das Publikum wahrnehmbar zu machen.

Zusammenfassung (Englisch)

The commercialisation and sentimentalisation of both Alpine landscape and culture play an important role in the visual interpretation of the Alps down to the present day. Artistic engagement with the Alps began in the 18th century and reached an early high point in the Romantic period. The lonely and austere Alpine peaks stood for passion, emotion and the senses as opposed to the rationality of Classicism and the Enlightenment. Artistic pioneers eagerly scaled the highest peaks and in this way were able to experience for themselves the subjective emotional ambience of the mountains, which they then introduced into their work. This newly developed conceptualisation of the Alps was then reproduced and marketed to tourists on a huge scale. However, in response to its appropriation by National Socialist propaganda, this essay will deliberately consider Alpine iconography to be an apolitical product of the leisure and recreation industry. From the late 1960s onwards artists once again drew upon Alpine identity and history, as well as upon various cultural interpretations of the Alps, in an attempt to deconstruct the debased modern version of the Romantic Alpine sublime. The object of this essay will be to investigate this subversive approach to traditional conceptualisations of the Alps. The examples of artistic engagement with the Alps presented in this essay all constitute attempts to undermine and deconstruct the standard modern day image of the Alps ? an image largely shaped by the media. The economic and ecological problems arising from Alpine tourism have also contributed to the development of new ways of looking at the Alps. The artists considered here have taken up and examined these themes in their work, making use of typical visual strategies employed in tourism, politics and the media. The artistic focus is no longer on the beauty of the Alps, instead the intention is to recognise the transcendence of the mountains and to make this accessible to the viewer.