Titelaufnahme

Titel
Wirtschaftseliten im neuen Austrokapitalismus : Sozialprofil und Personalverflechtungen / Philipp Korom
Verfasser/ VerfasserinKorom, Philipp
Begutachter / BegutachterinFleck Christian ; Prisching Manfred
Erschienen2011
Umfang307 Bl. : graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Österreich / Wirtschaftliche Elite / Österreich / Wirtschaftliche Elite / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-26084 Persistent Identifier (URN)
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Wirtschaftseliten im neuen Austrokapitalismus [2.64 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die wichtigsten Schlussfolgerungen sind:- In den 70er und 80er Jahren überlappten sich beinahe reißbrettförmig geplant in netzwerkanalytischen Visualisierungen die Einflussbereiche der Österreichischen Industrieholding (ÖIAG) mit jenen der größten nationalen Banken. Dreißig Jahre später ist die Mehrheit aller ÖIAG-Unternehmen privatisiert. Die Großbanken fusionierten und wurden zum Teil Mitglied in internationalen Bankengruppen. Dennoch ist das österreichweite Unternehmensnetzwerk nicht ins sich zusammen gebrochen. Managerzirkel rund um Unternehmensgruppen sind weiterhin ein Kennzeichen der ?Österreich AG?. - Zahlreiche Aufsichträte sind SPÖ- oder ÖVP-nahe. Ein zentraler Befund ist, dass die Privatisierungspolitik spätestens unter der Regierung Schüssel II (2003-2007) zu einer Erosion des SPÖ-Wirtschaftsnetzwerkes führte, während die Zahl der ÖVP-Manager in viel geringerem Ausmaß abnahm. Der Austrokapitalismus von heute ist jedoch im Wesentlichen durch Elitenpluralismus gekennzeichnet. - Die österreichische Wirtschaftselite ist eine offene Gesellschaft, d.h. die Vorstandvorsitzenden entstammen unterschiedlichen sozialen Schichten. - Eine Analyse der Karrierewege Österreichs zeigt, dass zumindest in den Branchen Industrie und Dienstleistungen ein schwacher Markt für Manager existiert. - Neu am Austrokapitalismus ist darüber hinaus eine zunehmende Professionalisierung der Aufsichtsräte. Ein old-boy network existiert jedoch weiterhin. - Lässt man den Adel aus Ungarn und anderen benachbarten Nachfolgeländern der Habsburger-Monarchie unberücksichtigt, so zeigt sich, dass 0.9 Prozent der österreichischen Wirtschaftselite aus den rund 180 österreichischen Adelsfamilien stammen. Das bedeutet, dass man Adelige in Österreich sechsmal wahrscheinlicher innerhalb der Kreise österreichischer Wirtschaftseliten antreffen kann als außerhalb dieser. Der Adel ist somit kein zentraler, jedoch ein fester Bestandteil der Wirtschaftselite.

Zusammenfassung (Englisch)

Important conclusions are: - In the 70ies/80ies Austrian industry and banking was characterized by a high level of nationalization. Enterprises around ÖIAG and Creditanstalt were strongly and densely connected to each other. Thirty years later the ÖIAG-group was almost completely dissolved, large banks became private actors and merged. Bank Austria became even member of an Italian banking group. However, ?Austria Incorporated? continued to exist. Social circles of managers and business groups are still central pillars of ?Austria Incorporated?.- Many managers on supervisory boards are either close to the SPÖ or ÖVP. One empirical result is that in the course of the privatization process the network of the socialist party within the economy eroded completely. The number of conservative managers decreased too, but still the ÖVP has some followers within top-management. - Austrian business elites are an open society. CEOs have very different social origins. Empirical investigations into the careers show that an internal market for managers is evolving within two economic sectors: industries and services. - The profile of managers with more than three memberships in supervisory boards is subject to change too. However, to some extent interlocking directorates can be still referred to as old-boy networks. Taken together societal change (privatization, internationalization, financialization) results only partially in a change of elite profiles and structure. Moreover, only gradual change can be observed.- Austrian nobles have a six-fold larger chance of becoming a member of the Austrian economic elite in 2008 than non-nobles, a full century after the revolution of 1918.This result does not necessarily imply that nobility plays a central role in Austrian economy. What it does show is that nobles have advantages in climbing up career ladders within the economic system.