Titelaufnahme

Titel
Medizinische Policey im Spannungsverhältnis von Norm und Praxis : Anmerkungen zum (medizinal)policeylichen Ordnungsdiskurs unter Joseph II. / vorgelegt von Lukas Lang
Verfasser/ VerfasserinLang, Lukas
Begutachter / BegutachterinHaug-Moritz Gabriele
Erschienen2011
Umfang134 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Österreich / Obrigkeit / Sicherheitspolizei <Österreich> / Gesundheitswesen / Geschichte 1780-1790 / Österreich / Obrigkeit / Sicherheitspolizei <Österreich> / Gesundheitswesen / Geschichte 1780-1790 / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-25636 Persistent Identifier (URN)
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Medizinische Policey im Spannungsverhältnis von Norm und Praxis [0.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit versucht neben der normativen Fundierung der medizinischen Policey, in Gesetzesquellen und policeywissenschaftlicher Literatur, die medizinalpoliceyliche Verwaltungspraxis in der Regierungszeit Josephs II. (1780-1790) zu beleuchten. In letzterem Zusammenhang erscheint die 1783 gegründete Wiener Polizeioberdirektion mit ihren jeweiligen Länderstellen als Mittelpunkt der josephinischen Ordnungsmentalität, die auch in den ?grenzenlosen? medizinalpoliceylichen Angelegenheiten, im Sinne des ?gemeinsamen Besten? tätig wurde.?Norm und Praxis? werden dabei nicht als antagonistisches Begriffpaar verstanden, sondern als Teil eines ?zirkulären Prozesses? betrachtet, bei dem es nicht um die Verifikation der Norm anhand einer praktischen Überprüfung geht - ob sich jeder Untertan an das Gesetz gehalten hat oder nicht. Bedeutender erscheinen die spezifischen Fragen, die sich vor allem mit den Werdegängen der Normproduktion befassen, welche die Herrschaftsmittel und Überwachungsinstanzen betreffen und sich auf die jeweils unterschiedlichen Reaktionen der Untertanen auf alle möglichen Formen der normativen Gesetzgebung beziehen, die im Rahmen des so bezeichneten ?(medizinal)policeylichen Ordnungsdiskurses? auftreten. Vorrangig sollen mit dem Aktenmaterial der Polizeioberdirektion, Herrschaftstechniken aufgezeigt werden, die Joseph II. genutzt hat, um die ?medizinische Policey? in der ?Praxis? zu gestalten. Einerseits geht es hierbei um die Frage nach der Überwachung der ?guten Ordnung des Medizinalwesens?, sowie um die Art und Weise, wie deviante Verhaltensweisen im Kontext zur ?medizinischen Policey? sanktioniert wurden. Darüber hinaus soll die Informationsbeschaffung über den öffentlichen Gesundheitszustand der Bevölkerung untersucht werden und auch nach der kommunikativen Funktion der obersten Polizeihofstelle gefragt werden, die schließlich von den Untertanen auch dazu genutzt wurde, um ihre Rechte einzufordern.

Zusammenfassung (Englisch)

The diploma thesis tries to point out the concept of medical police in the reign of Joseph II. from Habsburg-Austria between 1780 and 1790. Beside the normative foundation in the specific academic literature of police science and contemporary law this research also shows some examples, how medical police was designed in praxis. Basically the Viennese police headquarter ? founded in 1783 ? was the Institution, which took care about security and order in the Habsburg Monarchy in late 18th century. In this way it seems, that the police headquarter was also responsible for health care, human welfare and the moral constitution of the population, which all were important tasks of medical police.The methodical approach acts on the assumption that norm and praxis are parts of a circular process. So it is not the question if all subjects complied with the laws or not ? It?s more interesting to ask about the specific ways of the implementation of norm and laws, the instrumentations of leadership and how the subjects reacted behind the normproduction. These questions take place in a discourse of order, which follows the idea, that the release of norms and laws assisted the communication between the sovereign and the subjects in the early modern period. However, this diploma thesis is focused on the perspective of Joseph II. In the center appears the entire question how the sovereign organized the medical police in praxis. So it?s necessary to look how Joseph II. tried to control the ideals of the medical police in the Habsburg Monarchy and how he sanctified deviant behavior against the health order. Beyond this, it?s also important to discover, in which way the subjects used the police headquarter for their wishes to get security and order for their own. Another task is to think about the long-term effects of norms and laws established by the state.