Titelaufnahme

Titel
Perzeption von Schnalzlauten durch deutschsprachige Hörer / vorgelegt von Petra Hödl
Verfasser/ VerfasserinHödl, Petra
Begutachter / BegutachterinGrassegger Hans
Erschienen2011
Umfang183 Bl. : Zsfassung ; graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Deutsch / Muttersprache / Schnalzlaut / Wahrnehmung / Deutsch / Muttersprache / Schnalzlaut / Wahrnehmung / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-25583 Persistent Identifier (URN)
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Perzeption von Schnalzlauten durch deutschsprachige Hörer [2.35 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Schnalzlaute nehmen nicht nur auf Basis sprachtypologischer Überlegungen, sondern auch aus phonetischen Gründen eine Sonderstellung innerhalb der menschlichen Sprachlaute ein. So verfügen sie über äußerst spezifische artikulatorische und akustisch-auditive Eigenschaften, durch die sie sich in vielerlei Hinsicht deutlich von anderen Lautklassen unterscheiden. Aus eben diesem Grund stellen sie nun aber auch einen sehr speziellen Fall von fremdsprachlichen Lauten dar, wobei sich die Frage aufdrängt, in wie weit die Muttersprache der Hörer die Wahrnehmung dieser außergewöhnlichen L2-Laute beeinflusst.Um zu untersuchen, wie Personen, die eine Sprache ohne Schnalzlaute als Muttersprache sprechen, besagte Lautklasse perzipieren, wurden deutschsprachige Hörer sowohl mit Identifikations- als auch mit Diskriminationsaufgaben konfrontiert, wobei sechs verschiedene Schnalzlaute des Zulu als Untersuchungsmaterial dienten. Dabei wurde unter anderem der Frage nachgegangen, ob Schnalzlaute von deutschsprachigen Hörern mit pulmonalen Konsonanten ihres muttersprachlichen Lautrepertoires verwechselt werden oder ob Schnalzlaute so besondere akustisch-auditive Eigenschaften aufweisen, dass keinerlei Verwechslungen mit Lauten des Deutschen zu beobachten sind. Außerdem wurde anhand der Schnalzlaute getestet, ob deutschsprachige Hörer in der Lage sind, zwischen verschiedenen L2-Lauten zu unterscheiden, selbst dann, wenn den zu perzipierenden Lautunterschieden in ihrer Muttersprache keine phonologisch distinktive Funktion zukommt und keinerlei Hörgewohnheiten vorhanden sind. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung mit Schnalzlauten sprechen dafür, dass Probleme bei der Wahrnehmung nicht-muttersprachlicher Laute und Lautunterschiede weniger durch die fehlende Hörerfahrung an sich bedingt sind, sondern dass die Perzeption von L2-Lauten maßgeblich davon beeinflusst wird, ob und wie diese mit Lauten der Muttersprache in Verbindung gebracht werden.

Zusammenfassung (Englisch)

Not only on the basis of typological considerations but also for phonetic reasons click consonants take up a very special position among human speech sounds. They are characterized by specific articulatory and acoustic-auditive features which in many respects set them clearly apart from other classes of speech sounds. For this reason click consonants also present a special case of non-native speech sounds, for which the question arises, how far the listeners' native language influences the perception of these extraordinary L2-sounds. In order to examine how speakers of a non-click language perceive this special sound class, German-speaking listeners were confronted by identification and discrimination tasks using Zulu clicks as test material. One main aim of this survey was to find out, if clicks are confused with pulmonic consonants or if their specific acoustic-auditive features prevent them from being mistaken for German consonants. By means of the Zulu clicks it was additionally tested whether German-speaking listeners are able to discriminate L2-sounds, even if the sound contrasts in question do not have a phonologically distinctive function in their mother tongue and the listeners cannot refer to any hearing habits. The results of the empirical examination support the view that problems with the perception of non-native sounds and sound contrasts are to a lesser extent caused by the lack of hearing experiences but that the perception of L2-sounds largely depends on if and how non-native speech sounds are associated with speech sounds of the listeners' mother tongue.