Titelaufnahme

Titel
"İ Queremos paz y justicia!" : die Rolle der Kirche(n) im politischen Konflikt von El Salvador / eingereicht von Maria Ladenhauf
Verfasser/ VerfasserinLadenhauf, Maria
Begutachter / BegutachterinBechmann Ulrike
Erschienen2011
Umfang131 Bl.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)El Salvador / Religion / Politik / El Salvador / Religion / Politik / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-25488 Persistent Identifier (URN)
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Zusammenfassung (Deutsch)

Im kleinen zentralamerikanischen Land El Salvador gipfelte der politische Konflikt in einem brutalen Bürgerkrieg (1980 bis 1992). Die Wurzeln des Konflikts liegen in der enormen sozioökonomischen Ungerechtigkeit und dem Ausschluss politischer Mitbestimmung großer Bevölkerungsgruppen. Nicht nur die Gesellschaft polarisierte sich in den 1970er Jahren, sondern auch die Kirche. Die vorliegende Arbeit analysiert die verschiedenen Rollen der katholischen Kirche in El Salvador und geht der Frage nach, inwiefern Religionen friedensförderlich wirken können. Sie versucht den Rollenwechsel von aktiver Parteinahme hin zu engagierter Vermittlungstätigkeit zu erklären sowie die Grenzen religionsbasierten Friedensengagements aufzuzeigen. Nach der schwerpunktmäßigen Betrachtung der katholischen Kirche wird das breite protestantische Spektrum beleuchtet. Hier geht es vor allem um die Frage, wie das enorme Wachstum (neo-)pfingstlicher Kirchen und Gruppierungen erklärt werden kann. Danach erfolgt der Sprung in die Gegenwart, indem gefragt wird, welche Rolle Kirchen heute innerhalb dieses ? bei weitem noch nicht beendeten ? politischen Konflikts ausüben können. Neben dem Kampf gegen die vorherrschende Straflosigkeit gilt die Aufmerksamkeit dabei vor allem der Förderung einer gemeinsamen Erinnerungskultur. Diese artikuliert das Leiden der Opfer, wirkt dem (von den TäterInnen angestrebten) Vergessen entgegen und fördert dadurch die gesellschaftliche Versöhnung. Schlussendlich werden einige konkrete salvadorianische Beispiele solchen Erinnerungshandelns in Raum (z.B. Erinnerungsorte) und Zeit (z.B. Gedenktage) vorgestellt. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kirchen (bzw. Teile davon) nicht nur in der Begleitung der Friedensgespräche zur Zeit des Krieges eine wichtige gesellschaftliche Rolle wahrgenommen haben, sondern dies auch heute noch in ihrem aktiven Engagement im Bereich der Erinnerungsarbeit tun: Erinnerung schafft die Basis für Zukunft und Versöhnung.

Zusammenfassung (Englisch)

In El Salvador, a small country in Central America, the political conflict culminated in a brutal civil war (1980-1992). It was caused by socioeconomical injustice and political exclusion of big parts of the society. Not only the society, but also the church polarized itself during the 1970s. This diploma thesis analyzes the different roles of the churches and investigates to what extent religions act conductively to peace. It tries to explain the change of roles from an active partisanship (like the one under Archbishop Oscar Romero) to a committed mediation. Furthermore, it shows the limits of religion-based dedication to peace. After treating the role of the Catholic Church the thesis deals with the broad range of protestant churches. The main concern of this chapter is to explain the enormous rising of (neo-)pentecostal churches. Then the present situation is observed. Besides the struggle against impunity the focus lies particularly on the delivery of a common remembrance culture. This expresses the suffering of the survivors and countervails the neglect aspired by the delinquent. A common remembrance helps to develop social reconciliation. Finally, some concrete Salvadorian examples of cultural remembrance are presented, e.g. places of remembrance and remembrance days. The churches (or parts of them) didn?t just play an important role in accompanying the peace talks, but also contribute in today?s commitment towards a common remembrance culture. Remembrance builds up the foundation for future and reconciliation.