Titelaufnahme

Titel
Der prähistorische Depotfund vom Brandgraben im Kainischtal, Bad Aussee : mit einem Corpus der urnenfelderzeitlichen Mehrstückhorte zwischen Öden- und Hallstättersee / Maria Christine Windholz-Konrad
Verfasser/ VerfasserinWindholz-Konrad, Maria Christine
Begutachter / BegutachterinHebert Bernhard ; Lippert Andreas
Erschienen2010
Umfang261 Bl. : Zsfassung in dt. Sprache ; Ill., graph. Darst.
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2010
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Ausseer Land / Bronzedepotfund / Urnenfeld
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-25462 Persistent Identifier (URN)
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Der prähistorische Depotfund vom Brandgraben im Kainischtal, Bad Aussee [7.14 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Mit dem 2006 geborgenen 234-teiligen Bronzedepotfund vom Brandgraben (SG Bad Aussee, KG Straßen, VB Liezen) im steirischen Salzkammergut (Österreich) liegt der Forschung ein ?geschlossener Befund? vor, zu dessen Besonderheiten die Erhaltung von organischem Material und Artefakte aus Zinnbronze zählen. Entdeckt wurde der urnenfelderzeitliche Fund im Zuge der Altwegforschungen entlang der steirisch-oberösterreichischen Traun zwischen dem Öden- und Hallstätter See. Bis 2009 wurden längs der prähistorischen Handelsroute bis zu 44 Bronzedepots geborgen, was nicht nur auf die Erforschung des Fundgebietes durch das Bundesdenkmalamt und die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut zurückzuführen ist, sondern primär auf die Bedeutung der prähistorischen Salzlagerstätte Hallstatts, die über den wirtschaftlichen Charakter weit hinausging und zudem einen hohen religiösen und politischen Status besaß. Das Brandgrabendepot enthielt ein breit gefächertes Bronzetypenspektrum, wobei die ältesten Stücke in die früheste bis mittlere Phase der Urnenfelderzeit datieren. Die Niederlegung des Lederbehältnisses mit vorwiegend älterurnenfelderzeitlichem Inhalt fand aber ? 14C-Untersuchungen zufolge ? spätestens am Ende der Urnenfelderzeit ( 800 v. Chr.) statt. Eingangs wurden in einer Grube ein Gewandnadel-, ein Stabbarren- und ein Gussfragment im Boden versenkt, die mit den spitzen Enden vom Deponierungszentrum wegwiesen. Darüber wurde eine Erdschicht aufgebracht, der eine Laubblätterpolsterung folgte, auf die schließlich das mit Kalksteinen umstellte Lederbehältnis gebettet wurde. Das über einen längeren Zeitraum akkumulierte Konvolut wurde daher offenbar erst sekunkär ? möglicherweise nach der Auflassung einer älteren Kultstelle ? nahe des Brandgrabens beigesetzt. Holzkohlestücke, verschmolzene Bronzen und Sonderpositionierungen sind augenscheinlich die letzten Überreste zeremonieller Akte. Weitere Indizien für eine Sekundärverwahrung lieferten die Ergebnisse der Pollenanalysen.

Zusammenfassung (Englisch)

The 234 part bronze deposition of the Brandgraben (SG Bad Aussee, KG Straßen, VB Liezen) which was recovered in 2006 in the Styrian Salzkammergut (Austria) presents an undisturbed finding for research. One of the particularities is the conservation of organic material and artefacts made of tin bronze. The findings of the Urnfield-Culture Period were discovered in the course of the research about ancient trade routes along the Styrian ? Upper Austrian Traun between the Öden- and the Hallstätter See. Until 2009 up to 44 bronze depositions were recovered along this route. The concentration of findings can not only be ascribed to the investigation of the finding area by the Bundesdenkmalamt and the Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut, but primarily to the importance of the salt deposit in Hallstatt. This importance obviously exceeded mere economic purposes and must have had a high religious and political status. The Hoard of the Brandgraben included a diversified spectrum of types from Urnfield Period Bronce artefacts, whereas the oldest pieces date from the earliest to the middle stage of the Urnfield Period. But the deposition of the receptacle of leather with mainly artefacts from the older Urnfield Period took place at the latest period of the Urnfield Culture ( 800 BC). At the entrance 3 artefacts were separated in level from the main convolut and showed away from the center of the deposition with their sharp ends. Above a layer of earth was applied, followed by upholstery of leaves, on which the receptacle of leather was bedded and enclosed with limestone blocks. The metal convolute which was accumulated over a longer period of time obviously had been deposited secondarily near the Brandgraben. Pieces of charcoal and partial melted artefacts are the relicts of ceremonial acts. Further indications for a secondary deposition at the definitive place gave us the results of the pollen analysis.