Titelaufnahme

Titel
Pop Politics - der politische Warhol / vorgelegt von Julia Schuster
Verfasser/ VerfasserinSchuster, Julia
Begutachter / BegutachterinLein Edgar
Erschienen2011
UmfangIV, 197 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM ; zahlr. Ill.
HochschulschriftGraz, Univ., Dipl.-Arb., 2011
Anmerkung
Zsfassung in engl. Sprache
SpracheDeutsch
DokumenttypDiplomarbeit
Schlagwörter (GND)Warhol, Andy / Politische Kunst / Warhol, Andy / Politische Kunst / Online-Publikation
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-25127 Persistent Identifier (URN)
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Pop Politics - der politische Warhol [12.46 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Andy Warhol hat sich als der Porträtist einer grellen, bunten und künstlichen Welt eingeprägt, als der berühmteste aller Pop Artists, dessen Bilder vor allen Dingen eines sein sollten: Fröhlich, unkritisch und gefällig. Als einer der wichtigsten amerikanischen Künstler des 20. Jahrhunderts hat Warhol die Maßstäbe von Kunst neu gesetzt und beeinflusst bis heute unzählige KünstlerInnen. In der Wissenschaft herrscht jedoch weiterhin die Interpretation von Andy Warhol als unpolitischen Künstler vor, die - unterstützt durch Warhols eigene überlieferte Aussagen - eine Negierung einer politischen Dimension in Warhols Werk zur Folge hat. Das Bild eines an gesellschaftlichen und politischen Strömungen gänzlich uninteressierten und gleichgültigen Menschen, der eine tiefgründige Interpretation seiner Bilder von vorn herein für unzulässig oder zumindest für unsinnig erklärt, entsteht.Hinter der glatten und gleichgültigen Erscheinung Warhols fand sich jedoch ein durchaus politisch denkender und handelnder Mensch, der sich den kritischen Themen der Zeit in seinen Bildern und Filmen annahm. Ikonografische Analysen ausgewählter Werke vor dem gesellschaftlichen und politischen Hintergrund der jeweiligen Epoche verdeutlichen, dass sich Andy Warhol mit nahezu allen brisanten Themen seiner Zeit auseinandersetzte ? sei es die Bürgerrechtsbewegung und der Kampf der afro-amerikanischen Bevölkerung um Gleichberechtigung, die Ermordung Präsident Kennedys, die Aufrüstung und Eindämmungspolitik gegenüber kommunistischer Staaten im Kalten Krieg 5898und die wachsende nukleare Bedrohung, die Debatte um die Abschaffung der Todesstrafe oder die Gay Liberation Bewegung der 1960er-Jahre. Warhol gewann die Inspirationen für seine Bilder aus tagesaktuellen Berichten und so liest sich sein bildnerisches Werk heute nahezu als Chronik der Vereinigten Staaten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und offenbart einen komplexeren und kritischeren Menschen, als ein erster Blick vielleicht vermuten lässt.

Zusammenfassung (Englisch)

Today, Andy Warhol is renowned for being the most famous ?pop artist? and viewed as the portraitist of a dazzling, colorful and artificial world whose paintings first and foremost should be interpreted as happy, uncritical and agreeable art. Being one of the most important 20th century artists, Warhol has set new standards within the art world and is of great influence for artists up to this day. Interestingly, modern research has defined Warhol as an apolitical artist, and political backgrounds or incentives for his work are usually denied, often due to Warhol?s own sayings and comments. Warhol?s statements want to make everybody believe, that he is completely uninterested in (or at least indifferent about) political and social developments and that his works of art may not or can?t be interpreted in a political way. Behind this indifferent façade lies an artist, whose thoughts and acts were influenced by his interest in politics and who tackled his critical opinion in many of his paintings and movies. Through iconographic analysis and interpretation of the social and political background of selected works of art this thesis aims to show that Andy Warhol got involved with almost all the explosive political events of his time: The Civil Rights Movement, the Kennedy murder, the arms build-up during the Cold War and the US-containment policy against communist states and the growing concern of nuclear weapons, the movement for the abolition of the death penalty or the Gay Liberation Movement of the 1960s were just some of the topics Andy Warhol dealt with in his works of art. Warhol gained inspiration for new motifs in daily newspapers and magazines. His work can therefore be described almost as a chronicle of US-history of the 2nd half of the 20th century and reveals a far more complex, concerned and critical person than the world of art research would have guessed so far.