Titelaufnahme

Titel
Der Staatswerdungsprozess Haitis 1804-1825. Aus dem Blickwinkel österreichischer Berichterstattung in Form der "Wiener Zeitung".
Weitere Titel
The Perception of the “Wiener Zeitung” towards the State-Building Process of Haiti.
Verfasser/ VerfasserinWindisch, Beatrice
Begutachter / BegutachterinKernbauer, Alois
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117472 Persistent Identifier (URN)
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Der Staatswerdungsprozess Haitis 1804-1825. Aus dem Blickwinkel österreichischer Berichterstattung in Form der "Wiener Zeitung". [1.89 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Haitianische Revolution gilt als die erste erfolgreiche Revolution der Geschichte, aus der ein unabhängiger Staat ehemaliger Sklaven hervorging. Mit großem Interesse blickte Europa auf die Auseinandersetzungen zwischen der „weißen“ und „schwarzen“ „Rasse“, also auf die Machtbestrebungen der kreolischen und afroamerikanischen Bevölkerung gegenüber der Kolonialmacht Frankreich. Aber vor allem die Berichte bezüglich der „schwarzen“ Staatsgründer sollten bis heute zur Mythenbildung beitragen. Die folgende Diplomarbeit versucht daher anhand einer Quellenanalyse der „Wiener Zeitung“ der Jahre 1804 bis 1825 die Wahrnehmung dieser Ereignisse im europäischen, aber vor allem im österreichischen Raum zu analysieren und die daraus entnommenen Quellen in einen historischen Kontext zu stellen, um zu erörtern, welche Haltung die Zeitung gegenüber der „fremden“ Bevölkerung einnahm und ob eine Typisierung stattfand. Dazu wird zunächst in einem kurzen Überblick die Geschichte Haitis erläutert und der Frage nachgegangen, wie sich Völkertypisierung oder vor allem die Bildung von „Rassenkonstruktionen“ im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte und angewandt wurde, bevor schließlich das Hauptthema, die Wahrnehmung der „Wiener Zeitung“ zum Staatsbildungsprozess Haitis näher beleuchtet wird. Es wird gezeigt, dass die „Wiener Zeitung“ als Sprachrohr des Wiener Hofes fungierte und sich die Berichterstattung ausländischer Thematiken dementsprechend nach innenpolitischen Maßstäben sowie außenpolitischen Beziehungen richtete. Des Weiteren wird verdeutlicht, dass die „Wiener Zeitung“ trotz ihres Bestrebens nach objektiver Berichterstattung dennoch die „rassistischen“ Denkmuster ihrer Zeit übernahm und Typisierungen durchführte.

Zusammenfassung (Englisch)

The Haitian Revolution is considered to be the world's first successful slave insurrection that lead to the first independent state founded by former slaves. Colonial Europe followed the conflicts of the so-called “white” and “black” “races”, more precisely, the fights between Creoles and Africans against the French colonial power with great interest. Above all, the reports on foreign black leaders contributed to the creation of modern myths. Based on a historical source analysis of the oldest still publishing newspaper in the world, the Austrian “Wiener Zeitung”, this diploma thesis examines the European and, in particular, the Austrian perception of the events in Haiti from 1804-1825. Moreover, the aim of this paper is to illustrate the newspapers attitude towards the “foreign” population and to discuss if a typification of colonised people occurs. For this purpose, it starts with a brief overview of the formation of former colonial Saint Domingue and continues with a definition and description of the genesis of racial discrimination during the 18th and 19th century. Finally, the main point of this thesis, the perception of the “Wiener Zeitung” towards the state-building process of Haiti will be elaborated on basis of the proceeding information. Taking these results into account, it can be concluded that the “Wiener Zeitung” acted as a governmental mouthpiece and, therefore, the news coverage of foreign incidents was influenced by domestic policies and the relationship to the countries involved. Furthermore, it is shown that although the “Wiener Zeitung” emphasized its objective news coverage, it adopted the racist mindset of its time and created a typification.