Titelaufnahme

Titel
Muslimische Frauen in der Weiterbildung - Eine benachteiligte Zielgruppe?
Weitere Titel
Muslim women in continuing education - a disadvantaged target group?
Verfasser/ VerfasserinJertschin, Christina
Begutachter / BegutachterinSprung, Annette
ErschienenGraz, 2017
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Masterarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Abweichender Titel laut Übersetzung des Verfassers/der Verfasserin
DokumenttypMasterarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117454 Persistent Identifier (URN)
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Muslimische Frauen in der Weiterbildung - Eine benachteiligte Zielgruppe? [1.4 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit liefert einen Beitrag zum Weiterbildungsverhalten von muslimischen MigrantInnen. Sie setzt dabei empirisch an den Motiven und Erfahrungen drei muslimischer Migrantinnen an, die zum Zeitpunkt der Interviews an unterschiedlichen Weiterbildungsangeboten teilgenommen haben. Zusätzlich wird der Fokus auf die Expertise und die Erfahrungen von drei TrainerInnen gelegt, die in verschiedenen Weiterbildungseinrichtungen mit muslimischen MigrantInnen arbeiten. Beide Perspektiven zeigen eine Dominanz der Deutschkurse im Angebotsbereich, ein reges Interesse der Teilnehmerinnen aber auch strukturelle, kulturelle und individuelle Barrieren im Weiterbildungsbereich und am Arbeitsmarkt. In theoretischer Hinsicht stellt die vorliegende Arbeit das Ergebnis eines Reflexionsprozesses dar. Beginnend mit der Frage, von wem eigentlich gesprochen wird, wenn von muslimischen Migrantinnen die Rede ist. Keinesfalls stellen sie aufgrund der Merkmale Migration und Religion eine homogene Gruppe dar. Die Komplexität jeder Migration ergibt sich aus einem multifaktoriellen Begründungszusammenhang, ebenso divergent ist der Islam in seinen Auslegungen, Schulen und Richtungen. Diese Komplexität führt unweigerlich zu einer Kritik an vereinfachenden politischen Strategien, die bestimmte islamophobe Merkmale in die Mitte des politischen Spektrums bringen. Durch das Islamgesetz ist der Islam zwar rechtlich verankert, was einen wichtigen, aber nicht hinreichenden Schritt zu einer gelungenen Inklusion darstellt. Gesellschaftspolitisch nahmen populistische Vorurteile gegen Muslime deutlich zu. Muslimischen Frauen werden Stereotypisierungen zuteil, wie sie in dieser Arbeit am vielfach diskutierten Kopftuch festgemacht werden. Auch die Erwachsenenbildung bleibt von der zunehmenden Vielfalt der Bevölkerung nicht unberührt, es bildete sich ein breites Spektrum an Theorien und Methoden, was die interkulturelle Kompetenz und Öffnung von Einrichtungen und ErwachsenenbildnerInnen betrifft.

Zusammenfassung (Englisch)

The present work addresses the behaviour of Muslim migrants with respect to further training as it empirically integrates the motives and experiences of three Muslim migrants who participated in various further training offers at the time of the interviews. The focus is additionally on the expertise and experience of three trainers who work with Muslim migrants in various further training institutions. Both perspectives indicate a dominance of German-language courses amongst the offered services, an animated interest amongst participants, but also structural, cultural and individual barriers both in the further training sector and on the job market. From a theoretical perspective, the present work represents the result of a reflection process, a process that begins with the question as to who the subject of the discussion actually is when talking about Muslim migrants in general. This group is by no means homogenous due to migration and religion. The complexity of each migration results from a multifactorial justification context, which is just as divergent as Islam in regard to its interpretations, schools of thought and orientations. This complexity inevitably leads to a criticism of simplifying political strategies, which bring certain Islamophobic characteristics to the forefront of the political spectrum. The Islam Law legally protects Islam in Austria, which represents an important, albeit insufficient step towards successful inclusion. From a social-political perspective, populistic prejudices against Muslims have significantly increased. Muslim women are subjected to stereotyping as illustrated in this work based on the frequently discussed head scarf. Adult education as well does not remain unaffected by the increasing diversity amongst the population. A broad spectrum of theories and methods is formed in regard to the intercultural competence and openness of institutions and adult educators.