Titelaufnahme

Titel
Politeness strategies in multilinguals / vorgelegt von Anja Zottler
Verfasser/ VerfasserinZottler, Anja
Begutachter / BegutachterinReitbauer, Margit
ErschienenGraz, 2017
Umfang90, LXXXIV Blätter : Zusammenfassungen in deutscher und englischer Sprache ; Diagramme
HochschulschriftKarl-Franzens-Universität Graz, Diplomarbeit, 2017
Anmerkung
Arbeit an der Bibliothek noch nicht eingelangt - Daten nicht geprüft
Zusammenfassungen in Deutsch und Englisch
SpracheEnglisch
DokumenttypDiplomarbeit
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-117037 Persistent Identifier (URN)
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Politeness strategies in multilinguals [1.69 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Unsere heutige Zeit ist geprägt von Globalisierung. Mehrsprachigkeit und Multikulturalität sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet und formen diese zu einem großen Teil mit. Jede Kultur und Sprache hat ihre eigenen Normen und Konventionen für den zwischenmenschlichen Umgang und unsere Kommunikation miteinander. Höflichkeit spielt hierbei eine tragende Rolle. Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es zu untersuchen, ob Mehrsprachige (Un)Höflichkeit je nach Sprache unterschiedlich gebrauchen und wahrnehmen. Um dies zu erforschen, befasst sich die erste Hälfte dieser Arbeit mit theoretischen Ansätzen der Mehrsprachigkeits- und Höflichkeitsforschung und soll die Grundlage für die qualitative empirische Studie bilden, welche den zweiten Teil dieser Arbeit ausmacht. Es wird ein Überblick über Gebiete der Mehrsprachigkeits- und Höflichkeitsforschung gegeben, die im Kontext dieser Arbeit von besonderer Wichtigkeit sind. Definitionen von Mehrsprachigkeit von Francoise Grosjean (vgl. 2013) und Aneta Pavlenko (vgl. 2006) werden vorgestellt. Im Weiteren werden die globale Ausdehnung von Mehrsprachigkeit und zwei Typen von Mehrsprachigkeit kurz behandelt und erörtert, wie sich die Einstellung der Forschung zu Mehrsprachigkeit im Laufe der Zeit gewandelt hat. Weiters werden typische sprachbezogene Verhaltensweisen von Mehrsprachigen und Gründe für solche untersucht. Die zweite Hälfte des Theorieteils befasst sich mit den Konzepten von (Un)Höflichkeit und ‚Face‘. Es werden Geoffrey Leechs (vgl. 1983) Höflichkeitsprinzip und Maxime der Höflichkeit sowie Penelope Brown und Stephen C. Levinsons (vgl. 1987) Ansatz zur Höflichkeitsforschung vorgestellt. Im Zuge von Letzterem wird auch auf das Konzept von ‚Face‘ sowie auf Möglichkeiten zum Umgang mit FTAs und Einflüsse auf die Auswahl von Höflichkeitsstrategien näher eingegangen. Weiters werden Unhöflichkeit und Einflüsse auf die Wahrnehmung von selbiger behandelt und Möglichkeiten zur Umsetzung von Höflichkeitsstrategien nach Brown und Levinson (vgl. 1987) sowie von Unhöflichkeit nach Culpeper (vgl. 2011) präsentiert.Den zweiten Hauptteil dieser Arbeit bildet eine qualitative empirische Studie zu Wahrnehmung und Gebrauch von (Un)Höflichkeit von Mehrsprachigen. Die Daten wurden in persönlichen Treffen mit insgesamt sieben StudienteilnehmerInnen gesammelt.Der erste Teil der Studie besteht aus einem Interview. Die Antworten der TeilnehmerInnen werden als Basis für die Analyse der anderen beiden Teile herangezogen. Der zweite und dritte Teil der Studie zielen auf die Anwendung von (Un)Höflichkeit in der Form von Schein-E-Mails und die Beurteilung von unhöflichem Verhalten in Form eines Fragebogens, welches den TeilnehmerInnen durch zwei Videos, die auf www.youtube.com verfügbar sind, präsentiert wurde. Für die Schein-E-Mails sollten die TeilnehmerInnen eine Anfrage und eine Beschwerde sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfassen. Für die Analyse der Schein-E-Mails werden Brown und Levinsons (vgl. 1987) Höflichkeitsstrategien und Culpepers (vgl. 2011) Funktionen von Unhöflichkeit herangezogen.Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Wahrnehmung und der Gebrauch der TeilnehmerInnen von Unhöflichkeit in beiden Sprachen sehr ähnlich sind. Hinsichtlich ihrer Wahrnehmung und ihres Gebrauchs von Höflichkeit konnten jedoch einige Unterschiede festgestellt werden. Diese scheinen weitgehend an kulturelle Konventionen gebunden zu sein. Die drei signifikantesten Unterschiede zwischen Deutsch und Englisch, die festgestellt werden konnten, sind: (1) Interaktion ist im Deutschen direkter als im Englischen; (2) sozialer Status und Hierarchie sind im deutschsprachigen Kontext von größerer Bedeutung als im englischsprachigen, was zu einer größeren sozialen Distanz zwischen den Akteuren führt; (3) im Englischen finden sich mehr konventionalisierte Höflichkeitsformen, während Höflichkeit im Deutschen als ehrlicher empfunden w

Zusammenfassung (Englisch)

In the recent past, an increase in globalisation has made the world a small place, so that intercultural encounters have become the norm rather than exception. Multilingualism and multiculturalism are widespread phenomena that shape todays world to a great extent. Every culture and language has its own set of norms and conventions for interacting and communicating with each other, whereby politeness plays an important role. This thesis is interested in the question whether multilinguals use and perceive (im)politeness differently depending on the language they use. In order to explore this question, the first half of this thesis provides theoretical background information on multilingualism and (im)politeness, while the second half presents a qualitative empirical study I conducted for this thesis. First, I will give an overview of the broad areas of multilingualism and (im)politeness research. I will focus on the subareas that are most relevant for the scope of this thesis and will deal with selected ways of defining bi- or multilingualism by focusing on approaches by Francoise Grosjean (cf. 2013) and Aneta Pavlenko (cf. 2006). Afterwards, I will briefly discuss the global extent of multilingualism and present different types of multilinguals depending on the mode of language acquisition, give a brief overview of how the perspective on multilingualism has changed over time, and provide a first insight into research on multilinguals changing behaviour. In the following, I will elaborate on the specific ways in which the behaviour of multilinguals changes with language use and explore reasons for this phenomenon.The second half of the theory section deals with (im)politeness and face. I will present Geoffrey Leechs (cf. 1983) politeness principle and maxims for politeness and Penelope Brown and Stephen C. Levinsons (cf. 1987) approach to politeness, including the latters concept of face, ways of dealing with FTAs and influences on the choice of politeness strategies. I will also take a closer look at impoliteness and examine influences on the perception of impoliteness. Next, I will discuss ways of realising politeness strategies according to Brown and Levinson (cf. 1987) and ways of realising impoliteness according to Culpeper (cf. 2011). For the second part of this thesis I conducted a qualitative empirical study on multilinguals changing use and perception of (im)politeness. The data for this study was collected in face-to-face meetings with a total of seven participants.The study is divided into three parts. The first part consists of an interview. The participants' answers form the basis for the analysis in the two subsequent sections, namely the use of (im)politeness in the form of mock-emails, and the evaluation of impoliteness displayed in two videos available on www.youtube.com. For the mock-emails the participants were asked to write a request and a complaint in both English and German. For the analysis of the mock-emails I will apply Brown and Levinsons (cf. 1987) politeness strategies and Culpepers (cf. 2011) functions of impoliteness. For the evaluation of the videos the participants were asked to answer a questionnaire on each video.The study reveals that the participants use and perceive impoliteness rather similarly in English and German, though there are some noteworthy differences concerning their use and perception of politeness. These differences appear to be connected to cultural conventions rather than to language. The most significant differences between English and German discovered are (1) that German interaction is more direct than English interaction, (2) that social status and hierarchy are more important in a German-speaking context, which leads to a greater social distance between the interlocutors and (3) that conventionalised politeness is used more frequently in English, whereas there is more genuine politeness in German.