Titelaufnahme

Titel
Das Prinzip Widerstand / eingereicht von Leopold Kühlberger
Verfasser/ VerfasserinKuehberger, Leopold
Begutachter / BegutachterinKonrad Helmut ; Schmidlechner-Lienhart Karin Maria
Erschienen2010
Umfang200 Bl. : Zsfassung + 1 CD-ROM
HochschulschriftGraz, Univ., Diss., 2011
SpracheDeutsch
Bibl. ReferenzOeBB
DokumenttypDissertation
Schlagwörter (GND)Gesellschaft / Arbeitswelt / Änderung / Politische Theorie
URNurn:nbn:at:at-ubg:1-24389 Persistent Identifier (URN)
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Das Prinzip Widerstand [1.38 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die Dissertation ?Das Prinzip Widerstand? entwickelt eine geschichtstheoretische Perspektive, die soziale Kämpfe und soziale Bewegungen als die entscheidenden Momente gesellschaftlicher Veränderung begreift. In diesen Kämpfen und Bewegungen bedienen sich Menschen einer Vielzahl an unterschiedlichen Formen des Widerstands. Besonderes Augenmerk gilt den sogenannten ?Weapons of the Weak?, also Formen des Widerstands, die sich erst bei näherem Hinsehen als solche entpuppen. Diese Perspektive wird über mehrere Etappen entwickelt. Am Beginn steht eine intensive wie kritische Auseinandersetzung mit dem Werk von Karl Marx, vor allem in den Aspekten, die den historischen und umkämpften Charakter unserer Gesellschaft betonen.Breiter Raum wird der Tradition des Operaismus eingeräumt, und dem Ansatz des ?Arbeiterstandpunkts?, also dem konsequenten Versuch gesellschaftliche Veränderungen aus der Sicht der Kämpfe zu analysieren. Der klassische Operaismus entwickelte zwar ein feines Sensorium zum Verständnis der Kämpfe in der Fabrik, scheiterte aber teilweise darin dieses Verständnis auch für andere gesellschaftliche Bereiche aufzubringen. Befruchtend war hier der das Aufeinandertreffen mit dem poststrukturalistischen Denken, wie es sich zeitgleich in Frankreich entwickelte. In der Auseinandersetzung mit den Arbeiten von Michel Foucault, der insbesondere im Hinblick auf ein neues Verständnis von Herrschaft, Macht und Widerstand grundlegende Arbeit geleistet hat, werden diese unterschiedlichen theoretischen Stränge zusammengebracht. Der Foucaultsche Widerstandsbegriff bietet die Grundlage für den abschließenden Teil, in dem angesichts der neuesten Publikationen aus dem Bereich der Weltsystemtheorie und des Postoperaismus ein Widerstandsbegriff entwickelt wird, der die Mängel der früheren Konzeptionen überwindet, und zugleich eine Geschichtstheorie schafft, die das ?Prinzip Widerstand? als den Schlüssel zum Verständnis gesellschaftlicher Veränderungen setzt.

Zusammenfassung (Englisch)

The doctoral thesis "The Principle of Resistance? developes a historical and theoretical perspective, that understands social struggles and social movements as the crucial elements for social change. In these struggles and movements people use a multiplicity of different forms of the resistance. In particular the thesis is focussing on the so-called "Weapons of the Weak?, forms of the resistance, that dont appear as such in the first moment. The whole perspective is developed over several stages. It starts with an intensive and critical re-thinking and re-reading of the work of Karl Marx, especially the aspects, where he describes our societies as the result of historical developments and a product of social struggles. An important aspect in this context is the operaistic tradition, and their concept of writing history starting from the viewpoint of the workers themselves, and taking this as the starting point to analyze social change. The classical Operaism developed a very keen understanding of the struggles in the factories, but they had problems to apply these concepts to struggles in other parts of society. A stimulating experience was the interchange with the post-structuralist thinkers in France. So it is important to bring these different theoretical traditions together, particularly with regard to the work of Michel Foucault and his conceptualisation of domination, power and resistance.The Foucauldian term of resistance is the basis for the last part, where Im connecting his concept with the newest works in the field of Post-Operaism and the World-System-Theory. The goal is to overcome the deficiencies of the former conceptions, and to establish a theory of history, that sets the ?Principle of Resistance? as the key for the understanding of social development and social change.